Gutes Actionspiel mit hervorragend inszenierter Story aber mäßiger Ingame-Optik.Die
Final Fantasy-Reihe ist die erfolgreichste Serie weltweit. Millionen von Spielern wurden bereits in ihren Bann gezogen und lechzen nach mehr. Während Japaner und Amerikaner bereits in den Genuss des zwölften Teils kommen, müssen wir Europäer uns wieder einmal bis zum nächsten Jahr gedulden. Um die Wartezeit zu verkürzen, veröffentlichten
Square-Enix und
Koch Media nun das Spin-Off zu Teil sieben namens
Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII. Was der Action(!)-Titel taugt, deckt unser
Master-Review auf.
Final Fantasy VII Compilation Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII ist wie der Name schon verrät Teil der
Final Fantasy VII Compilation. Diese umfasst neben dem Hauptspiel
Final Fantasy VII Animations-Film
» Bereits der Titelscreen bietet schicke Art-Direction. |
Final Fantasy VII: Advent Children, das Handyspiel
Final Fantasy VII: Before Crisis (nur in Japan erschienen), das immer noch auf sich warten lassende PSP-Action-RPG
Final Fantasy VII: Crisis Core, den Mini-Anime
Final Fantasy VII: Last Order und eben
Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII. Letzteres ist, wie für die Serie unüblich, ein
Action-Spiel, in dem man in der Rolle von
Vincent Valentine gegen böse
Shinra-Soldaten antritt und dabei allerlei über die Vergangenheit des mysteriösen Kriegers erfährt.
Kernpunkt und absolutes Highlight des Spiels ist somit auch die
Story und deren Inszenierung. In exzessiven, filmreifen Ingame- und Rendersequenzen in typischer Final Fantasy-Qualität erfährt man, wie
Vincent Valentine zu dem wurde, was er ist und warum er seine Superkräfte besitzt. Dabei trifft man im Verlauf der Geschichte nicht nur auf allerlei neue, interessante und
gut dargestellte Charaktere sondern auch alte Bekannte wie
Cloud Strife,
Tifa Lockheart oder
Cait Sith, was vor allem bei Fans der Reihe für Freude sorgen dürfte.
RPG-ShooterDer Titel bietet
zwölf große Kapitel und optionale Bonusmissionen, in denen man sich den Weg gegen verschiedene Gegnertypen freiballert und auf teils massiv große Endgegner trifft. Dazu kann man sich mit Hilfe
» Die Rendersequenzen sind bombastisch. |
eines
einfachen Crafting-Systems selbst drei individuell zugeschnittene Waffen zusammenbasteln, die man während der Schießereien blitzschnell durchwechseln kann. Dabei bestimmt man Kategorie (Gewehr, Pistole, MG), Länge des Laufs plus diverse Extras wie Zielfernrohr oder Magieverstärker. Je nach Teilekombination zeichnet sich die Waffe dann durch eine hohe Reichweite, große Durchschlagskraft oder hohe Feuerrate aus.
Zudem können an die Waffen
Materia-Kugeln gekoppelt werden, welche den Ballermännern magische Angriffe verpassen. Da Munition vor allem in der Anfangszeit etwas knapp ist, beherrscht Vincent noch eine wirkungsvolle
Nahkampf-Kombo, die ganz ohne Kugelverbrauch auskommt. Selbstverständlich lassen sich die Waffenteile gegen gesammelte Gils (die Final Fantasy-Währung) in Shops oder zwischen den Missionen aufrüsten und auch der Held selbst wird durch das Einsacken von Erfahrungspunkten stärker und widerstandsfähiger.
Abwechslungsreiche ActionDer Spielablauf selbst findet in der Third-Person-Perspektive statt. Die Action fühlt sich sehr arcadig an und ist auf wilde Schießereien gegen viele dumme Gegner ausgelegt. Das Leveldesign entpuppt sich dabei als erstaunlich
» Verbündeter im Kampf gegen Shinra. |
abwechslungsreich. So kämpft man auf kurze Distanz gegen wolfsähnliche Kreaturen, liefert sich Duelle mit Scharfschützen oder ballert am Geschütz eines fahrenden Trucks anstürmende Feinde ab. Am Ende jeden Kapitels wartet ein
Endgegner auf den Spieler, der sich meistens nur durch bestimmte Taktiken besiegen lässt.
Die Steuerung wurde gegenüber der japanischen Ur-Fassung stark verbessert und bietet unter anderem ein
automatisches Zielerfassungssystem sowie einen Doppelsprung, die beide erheblich zu einem flotteren Gameplay beitragen. Der Schwierigkeitsgrad zieht im Verlauf stetig an, fällt dann gegen Ende allerdings wieder ab, was ein etwas unkonstantes Bild schafft. Allerdings kann man so das furiose Finale ganz ohne Frust genießen.
Großer Umfang, maue GrafikUm weiterhin die Frustgrenze niedrig zu halten, haben die Entwickler neben leider teils
etwas zu seltenen Checkpoints ein praktisches Belohnungssystem eingebaut. Stirbt man, erhält man erarbeitete Erfahrungspunkte trotzdem und
startet aufgepowert am letzten Checkpoint. Wahlweise darf man die erarbeiteten Erfahrungspunkte auch gegen Gil eintauschen, um seine Waffen aufzurüsten oder Heilutensilien zu kaufen. So stirbt man nie vergebens, was oft ein großes Trostpflaster ist. Der
rund 12 bis 15 Stunden umfassende Titel ist somit auch für Anfänger mit etwas Mehraufwand schaffbar.
Weniger berauschend ist die grafische Darstellung des Geschehens. Abgesehen von den bombastischen Render- und guten Ingamesequenzen mit detaillierten Modellen wirkt das eigentliche Spielgeschehen zu trist und polygonarm. Gerade von einem Final Fantasy-Titel erwartet man einfach viel mehr. Alles im grünen Bereich dagegen beim Sound:
fetzige Soundtracks unterstreichen die schnelle Action und
professionelle Sprecher leihen den Polygonfiguren ihre Stimmen.