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Master-Review:   » drucken    » versenden

Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 13.12.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Gutes Actionspiel mit hervorragend inszenierter Story aber mäßiger Ingame-Optik.

Die Final Fantasy-Reihe ist die erfolgreichste Serie weltweit. Millionen von Spielern wurden bereits in ihren Bann gezogen und lechzen nach mehr. Während Japaner und Amerikaner bereits in den Genuss des zwölften Teils kommen, müssen wir Europäer uns wieder einmal bis zum nächsten Jahr gedulden. Um die Wartezeit zu verkürzen, veröffentlichten Square-Enix und Koch Media nun das Spin-Off zu Teil sieben namens Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII. Was der Action(!)-Titel taugt, deckt unser Master-Review auf.

Final Fantasy VII Compilation
Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII ist wie der Name schon verrät Teil der Final Fantasy VII Compilation. Diese umfasst neben dem Hauptspiel Final Fantasy VII Animations-Film
» Bereits der Titelscreen bietet schicke Art-Direction.
Final Fantasy VII: Advent Children, das Handyspiel Final Fantasy VII: Before Crisis (nur in Japan erschienen), das immer noch auf sich warten lassende PSP-Action-RPG Final Fantasy VII: Crisis Core, den Mini-Anime Final Fantasy VII: Last Order und eben Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII. Letzteres ist, wie für die Serie unüblich, ein Action-Spiel, in dem man in der Rolle von Vincent Valentine gegen böse Shinra-Soldaten antritt und dabei allerlei über die Vergangenheit des mysteriösen Kriegers erfährt.

Kernpunkt und absolutes Highlight des Spiels ist somit auch die Story und deren Inszenierung. In exzessiven, filmreifen Ingame- und Rendersequenzen in typischer Final Fantasy-Qualität erfährt man, wie Vincent Valentine zu dem wurde, was er ist und warum er seine Superkräfte besitzt. Dabei trifft man im Verlauf der Geschichte nicht nur auf allerlei neue, interessante und gut dargestellte Charaktere sondern auch alte Bekannte wie Cloud Strife, Tifa Lockheart oder Cait Sith, was vor allem bei Fans der Reihe für Freude sorgen dürfte.

RPG-Shooter
Der Titel bietet zwölf große Kapitel und optionale Bonusmissionen, in denen man sich den Weg gegen verschiedene Gegnertypen freiballert und auf teils massiv große Endgegner trifft. Dazu kann man sich mit Hilfe
» Die Rendersequenzen sind bombastisch.
eines einfachen Crafting-Systems selbst drei individuell zugeschnittene Waffen zusammenbasteln, die man während der Schießereien blitzschnell durchwechseln kann. Dabei bestimmt man Kategorie (Gewehr, Pistole, MG), Länge des Laufs plus diverse Extras wie Zielfernrohr oder Magieverstärker. Je nach Teilekombination zeichnet sich die Waffe dann durch eine hohe Reichweite, große Durchschlagskraft oder hohe Feuerrate aus.

Zudem können an die Waffen Materia-Kugeln gekoppelt werden, welche den Ballermännern magische Angriffe verpassen. Da Munition vor allem in der Anfangszeit etwas knapp ist, beherrscht Vincent noch eine wirkungsvolle Nahkampf-Kombo, die ganz ohne Kugelverbrauch auskommt. Selbstverständlich lassen sich die Waffenteile gegen gesammelte Gils (die Final Fantasy-Währung) in Shops oder zwischen den Missionen aufrüsten und auch der Held selbst wird durch das Einsacken von Erfahrungspunkten stärker und widerstandsfähiger.

Abwechslungsreiche Action
Der Spielablauf selbst findet in der Third-Person-Perspektive statt. Die Action fühlt sich sehr arcadig an und ist auf wilde Schießereien gegen viele dumme Gegner ausgelegt. Das Leveldesign entpuppt sich dabei als erstaunlich
» Verbündeter im Kampf gegen Shinra.
abwechslungsreich. So kämpft man auf kurze Distanz gegen wolfsähnliche Kreaturen, liefert sich Duelle mit Scharfschützen oder ballert am Geschütz eines fahrenden Trucks anstürmende Feinde ab. Am Ende jeden Kapitels wartet ein Endgegner auf den Spieler, der sich meistens nur durch bestimmte Taktiken besiegen lässt.

Die Steuerung wurde gegenüber der japanischen Ur-Fassung stark verbessert und bietet unter anderem ein automatisches Zielerfassungssystem sowie einen Doppelsprung, die beide erheblich zu einem flotteren Gameplay beitragen. Der Schwierigkeitsgrad zieht im Verlauf stetig an, fällt dann gegen Ende allerdings wieder ab, was ein etwas unkonstantes Bild schafft. Allerdings kann man so das furiose Finale ganz ohne Frust genießen.

Großer Umfang, maue Grafik
Um weiterhin die Frustgrenze niedrig zu halten, haben die Entwickler neben leider teils etwas zu seltenen Checkpoints ein praktisches Belohnungssystem eingebaut. Stirbt man, erhält man erarbeitete Erfahrungspunkte trotzdem und
» Ein alter Bekannter
startet aufgepowert am letzten Checkpoint. Wahlweise darf man die erarbeiteten Erfahrungspunkte auch gegen Gil eintauschen, um seine Waffen aufzurüsten oder Heilutensilien zu kaufen. So stirbt man nie vergebens, was oft ein großes Trostpflaster ist. Der rund 12 bis 15 Stunden umfassende Titel ist somit auch für Anfänger mit etwas Mehraufwand schaffbar.

Weniger berauschend ist die grafische Darstellung des Geschehens. Abgesehen von den bombastischen Render- und guten Ingamesequenzen mit detaillierten Modellen wirkt das eigentliche Spielgeschehen zu trist und polygonarm. Gerade von einem Final Fantasy-Titel erwartet man einfach viel mehr. Alles im grünen Bereich dagegen beim Sound: fetzige Soundtracks unterstreichen die schnelle Action und professionelle Sprecher leihen den Polygonfiguren ihre Stimmen.
Pro
Gute Story
Top Inszenierung mit bombastischen Rendersequenzen
Guter Umfang
Unkomplizierte Action
Faires Continue-System
Kostengünstig (rund 35 Euro)
Contra
Etwas schwache Grafik
Checkpoints teils zu weit auseinander
Schwankender Schwierigkeitsgrad
Fazit
Dirge of Cerberus: Final Fantasy VII ist ein gutes Actionspiel mit einer großartig inszenierten und erzählten Story. Durch den engen Bezug zu Final Fantasy VII richtet sich der Titel natürlich vorwiegend an Fans des Mutterspiels. Allerdings wird man auch ohne Vorkenntnisse der Story folgen können und Spaß mit der unkomplizierten Action und dem guten Leveldesign haben. Weiterhin aufgelockert wird das Ganze durch solide Bossfights und das kurzweilige Basteln und Aufrüsten der Bewaffnung. Letzteres enpuppt sich zwar nicht als sonderlich tiefgängig, erlaubt aber dennoch individuelle Vorlieben des Spielers zu befriedigen. Schade ist die Tatsache, dass man gerade in diesem Titel an der Optik gespart hat. Zeichnete sich die Serie sonst immer durch Topgrafik aus, denkt man hier die ganze Zeit nur, dass das doch sicher hätte ordentlicher aussehen können. Wer über dieses Manko jedoch hinwegsehen kann, bekommt mit Dirge of Cerberus ein storylastiges Actiongame mit Rollenspielelementen. Bei einer Spielzeit von 12 bis 15 Stunden und einem Neupreis von nur 35 Euro stimmt zudem das Preis-/Leistungsverhältnis.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
Publisher
Koch Media
Entwickler
Square Enix
Website
www.kochmedia.d...
Release
17. November 2006
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