Spielerisch über jeden Zweifel erhabene, technisch allerdings mies portierte Sammlung ballerlastiger Klassiker.Ein Steuerkreuz zum Bewegen, ein Button zum Ballern, ein Knopf zum Springen und einer zum Werfen von Granaten sowie eine seitwärts oder aufwärts scrollende 2D-Grafik; mehr brauchten die meisten Action-Games vor vielen Jahren nicht. Eine der beliebtesten und bekanntesten Serien dieser Arcade-Shooter ist die
Metal Slug-Reihe von SNK Playmore, die vor allem auf dem Neo Geo sowie in Spielhallen zahllose Anhänger fand. Mit der
Metal Slug Anthology ist nun die komplette Serie auf nur einer Disc erschienen. Wir haben uns für euch die PSP-Variante angeschaut und verraten, was die Sammlung taugt.
Action hoch 7!Neueinsteiger in die Serie und echte Fans dürfen sich gleichermaßen über die Reihe freuen. Erstere bekommen mit der Anthology für
schmale 30 Euro gleich alle sieben Vertreter der Serie geboten. Im Einzelnen
» Ballern was das Zeug hält! |
sind das
Metal Slug sowie die Teile 2, 3, 4, 5, 6 und X. Nummer 6 ist gleichzeitig auch ein echter Grund für alle Fans der Reihe, sich die Compilation zuzulegen, da es diesen Teil aus dem Jahre 2006 bisher nur in der Spielhalle gab. Sämtliche Spiele können ohne Freispielorgien sofort im Hauptmenü angewählt und gezockt werden.
Allerdings fallen bereits hier die
horrenden Ladezeiten auf, die sich negativ durch die gesamte Collection ziehen. So wird nicht nur bereits bei der Spielauswahl kräftig geladen, sondern auch in den Menüs der einzelnen Games; bei der Charakterauswahl und in einigen Spielen sogar zwischen den einzelnen Abschnitten einer jeden Stage. Hin und wieder kommt es sogar zu kleinen Nachladerucklern während des Gameplays. Angesichts der zwar äußerst coolen, aber technisch vollkommen unspektakulären 2D-Optik ein eindeutiges Indiz für eine
sehr schlampige Portierung.
Knallbunter BallerspaßZum Gameplay eines
Metal Slug braucht man eigentlich nicht mehr viel zu sagen: Kennt man eines, kennt man alle. So erwehrt man sich mit diversen einsammelbaren Feuerwaffen und einem Messer
tausender anstürmender Gegner, weicht deren Projektilen aus und wirft tonnenweise Granaten in die Walachi. Das Feindrepartoir reicht von einfachen Fußsoldaten über flinke Attentäter und diverse Panzertypen bis hin zu Untoten, Aliens und riesigen Ufos. Während sich die meisten Standardgegener mit wenigen gezielten Schüssen ausschalten lassen, benötigt man für die teils riesigen Endgegner am Ende jeder Stage etliche Schüsse und gut vorbereitete Taktiken, um als Sieger aus dem Kampf hervorzugehen.
Dementsprechend knackig gestaltet sich auch der Schwierigkeitsgrad. Standardgegner sind alleine keine echte Bedrohung, treten allerdings meistens in gewaltigen Horden auf und decken den ganzen Bildschirm mit Kugeln und Granaten ein. Bei den
Bossen hingegen gilt das klassische Auswendig-Lern-Spielchen. Kaum jemand wird einen Endgegner bei der ersten Begegnung ohne Lebensverlust besiegen, da man die einzelnen Angriffsmuster wie in fast jedem Arcade-Shooter zunächst lernen muss. Wer jedoch einfach nur locker durchmarschieren will, der darf im Hauptmenü
unendlich Continues und sogar einen einfacheren Schwierigkeitsgrad einstellen.
Metal LoadLeider hat die hohe Feinddichte und das Auftauchen gigantischer Bossgegner nicht nur eine schnelle Todesfolge beim Helden, der schon mit einem Schuss niederzustrecken ist, zur Folge, sondern
auch
massive Performanceprobleme. So kommt es während des Spielens fast ständig zu mehr oder weniger schlimmen
Slowdowns, die das Spielgeschen beeinträchtigen. Einerseits natürlich ganz praktisch, um feindlichen Geschossen in Zeitlupe auszuweichen, andererseits aber äußerst ärgerlich, da ein flüssiges Spielen zunichte gemacht wird. Neben den ätzenden Ladepausen ein zweites großes Technikdefizit, welches der großartigen 2D-Optik viel von ihrem Glanz nimmt.
Diese zählt nämlich auch heute noch zum Besten und Liebevollsten, was es an Spritegrafiken konsolenübergreifend zu sehen gibt. Jedes der farbenprächtigen Figurenmodelle und Vehikel verfügt über eine Vielzahl von detaillierten Animationsstufen, Explosions- und Waffeneffekte sorgen für
echte Hingucker und der abgedrehte Comic-Stil der Reihe sucht seinesgleichen. Ebenfalls
gut gelungen: Der Sound. Kultige Sprachsamples, arcadige Hintergrundmusik und passende Effekte fügen sich perfekt in die brachiale Daueraction.
Bonus und verkorkstes SavesystemBeim Bonus gibt sich die mit ihren sieben Titeln sehr spendable Collection recht geizig. Lediglich einige
Artwork-Galerien,
Musiktracks und ein
Interview lassen sich durch erspielbare Münzen freischalten, was allerdings nur
die härtesten unter den Hardcore-Fans wirklich interessieren dürfte. Dreist: Das Interview liegt lediglich in absolut hässlich aufgemachter Schriftform vor! Löblich: Freigespielte Musiktracks dürfen per Copy-Funktion auf dem Memorystick gespeichert und im Hauptmenü der PSP angehört werden. Glücklicherweise hat man den
Mehrspieler-Part nicht vergessen. So ist es möglich im Wi-Fi-Modus zu zweit auf Gegnerjagd zu gehen. Dies macht die Titel nicht nur humaner im Schwierigkeitsgrad, sondern auch spaßiger – zu zweit ballert es sich einfach doppelt so effektiv.
Darüber hinaus bietet die Sammlung die Möglichkeit den
Spielstand jederzeit abzuspeichern, um später an gleicher Stelle fortzufahren. Leider wurde auch hier sehr schlampige Arbeit geleistet. So findet man in den Menüs der einzelnen Titel zwar den Punkt "Save Game", nicht jedoch die Option "Load Game". Um ein Spiel dennoch zu laden, muss man zunächst in die Spielauswahl zurückkehren und dort das Game erneut starten, um anschließend einen gespeicherten Stand auswählen zu können. Angesichts der horrenden Ladezeiten natürlich eine extrem nervige Angelegenheit.