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Master-Review:   » drucken    » versenden

Blade Dancer: Lineage of Light

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 06.02.2007
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Prinzipiell solides, aber wahnsinnig langwieriges Japano-RPG für Fans des Genres.

Langsam aber sicher tritt für die PlayStation Portable der Zustand ein, den sich Fans fernöstlicher Rollenspiele gewünscht haben: Immer mehr Japano-RPGs erscheinen für Sonys Handheld – und zwar nicht nur Portierungen bekannter PlayStation 1-Titel wie Tales of Eternia oder Valkyrie Profile: Lenneth, sondern auch komplette Neuentwicklungen. Einer der aktuellsten Vertreter des Genres ist Blade Dancer von Entwickler Hit Maker. Ob die Programmierer ihrem Namen gerecht werden, decken wir wie immer im passenden Master-Review auf.

Stachelkopf rettet die Welt
Die Story fängt genauso belanglos an, wie sie sich im Verlauf des Spiels entwickelt. Der junge Held Lance Bennet kommt nach langer Reise auf der Insel Foo an, um ein neues Leben als Abenteurer zu beginnen.
» Das Kampfsystem ist gelungen.
Dass der siebzehnjährige Stachelfrisurträger dabei gleich eine uralte Prophezeihung erfüllt, Freunde wie den riesigen Krieger Gozen sowie die fröhliche Heilerin Felis trifft und auch noch gegen einen schwarzen Ritter kämpft, zeugt sehr gut von der Klischeebehaftetheit und Flachheit des Titels. Freunde guter Geschichten oder ausgefallener Inszenierungen sind hier also definitiv an der falschen Adresse.

Beim Gameplay bediente man sich ebenfalls gängiger Genre-Standards. Die Welt ist ähnlich wie in Fable in verschiedene Sektoren aufgeteilt, zwischen denen man einen erträglich langen Ladebildschirm über sich ergehen lassen muss. Neben Städten mit allerlei NPCs, die Neben- und Hauptquests für den Helden bereit halten, gibt es natürlich Wälder, Ebenen, Dungeons und Gebirge zu erkunden. In Kämpfe gerät der Held beim Erkunden allerdings nicht zufällig, sondern sobald man – ähnlich wie in den Grandia-Spielen – in herumfliegende Totenschädel läuft. So ist es meistens möglich, ungewollte Fights zu vermeiden.

Gute Kämpfe dank Luna-System
Ob sich ein Kampf lohnt oder nicht, kann man zudem an der Farbe der Totenköpfe erahnen. So stehen blaue für leichte, weiße für normale und rote für schwere Kämpfe. Natürlich erhält man je nach Schwierigkeitsgrad entsprechend
» Die belanglose Story wird in vielen Texten erzählt.
viele Erfahrungspunkte, was Fights gegen leichte Feinde nicht lohnenswert macht. Sobald man einen Totenkopf berührt, schaltet das Spiel auf einen separaten Kampfbildschirm um. Dieser zeigt sich typisch für ein Japano-Rollenspiel: Die eigene Party steht auf der einen Seite, die Monster auf der anderen.

Die Auseinandersetzungen laufen nicht streng rundenbasiert ab. Ähnlich wie in Final Fantasy VII läuft für jeden Teilnehmer eine Uhr. Schlägt diese Zwölf, kann eine Aktion ausgeführt werden. Hierzu stehen bekannte Manöver wie Angreifen, Fliehen, Zaubern oder das Verwenden von Items zur Auswahl. Anfangs noch recht unbeholfen entwickeln die Helden im Verlauf des Spiels immer stärkere Zauber und Angriffsarten, die gegen unter Einsatz von Lunaenergie – eine Art Mana – eingesetzt werden können. Hier findet sich auch eine Besonderheit des Titels: Mana wird von allen Helden und Monstern geteilt und füllt sich durch Angriffe auf. Gutes Timing beim Anwenden von Fähigkeiten ist also ein klarer Vorteil, was den Kämpfen eine gewisse Tiefe verleiht.

Lahmer Spielablauf und Backtracking
Leider ist der Spielablauf sehr langwierig geraten. Das Aufleveln der Charaktere nimmt viel Zeit in Anspruch und ist bereits zu Beginn des Spiels ein absolutes Muss, um die recht stark geratenen Kontrahenten zu besiegen. So
» Das Lunameter gibt Auskunft über das Mana aller Kämpfer.
beschäftigt den gewillten Spieler zunächst stundenlanges Aufleveln des Helden, bevor man überhaupt richtig in der Story voranschreiten kann. Außerdem leidet der Titel unter oftem Backtracking. So muss man zum Kaufen neuer Items oder Heilen der Gruppe stets den beschwerlichen, langen Weg zurück in eine der Städte in Kauf nehmen, was auf Dauer an den Nerven ungeduldiger Spieler nagt.

Neue Gegenstände erhält man übrigens nicht nur durch den einfachen Kauf bei Händlern, sondern auch in Form eines ausgefeilten Crafting-Systems, welches neben dem Luna-Balken eines der größten Stärken des Titels darstellt. Hier können zahllose Utensilien miteinander kombiniert werden, um mehr oder weniger mächtige Gegenstände anzufertigen. Rezepte für neue Items werden durch Ausprobieren oder mit Hilfe eines Analysators, welcher in jeder Stadt zu finden ist, herausgefunden.

Nette Optik, spärlicher Sound
Technisch gibt sich der Titel im Gegensatz zu den Gameplay-Schwierigkeiten und der Story keine Blöße. Die Grafik ist sehr solide, die Umgebung hübsch in Szene gesetzt und auch die Charakter- und Monstermodelle sowie
» Zwischensequenzen sind rar gesäht.
deren Animationen wissen zu gefallen. Ebenfalls gut inszeniert wurden die Special-Effects im Kampf, welche die starken Zauber optisch gut untermalen. Musikalisch bietet sich leider ein eher zwiegespaltenes Bild. Zwar wissen die vorhandenen Melodien zu überzeugen, allerdings glänzen diese beim Erkunden der Oberwelt durch Abstinenz, was Blade Dancer einige Atmosphärepunkte kostet. Sprachausgabe und Soundeffekte hingegen bewegen sich wieder im soliden bis guten Bereich.

Neben einer umfangreichen Hauptquest und zahllosen kleineren Nebenaufträgen bietet das Spiel noch einen Mehrspieler-Modus, welcher via Wi-Fi-Modus gespielt werden kann. Hierbei erforschen bis zu vier Spieler gemeinsam eines von mehreren Verliesen und versuchen, den Boss zu besiegen. Gelingt dies, erhält man eine Belohnung, welche in den Solo-Modus transferiert werden kann. Eine lohnende und spaßige Angelegenheit für alle, die gleichgesinnte Freunde mit einer PSP in ihrer Nähe haben – denn Online-Spielen wird leider nicht unterstützt.
Pro
Gutes Kampfsystem
Ordentliches Crafting-Feature
Ordentliche Grafik
Koop-Mehrspieler-Modus
Contra
Übles Backtracking
Öde Story und Charaktere
Auflevel-Orgien
Fazit
Ich hatte durchaus meinen Spaß mit Blade Dancer, allerdings fällt es mir trotzdem schwer, den Titel wirklich weiterzuempfehlen. Das ständige, langwierige Aufleveln und ewige Backtracking zum Heilen und Neuausrüsten wird ein gewaltiger Dorn im Auge vieler Spieler sein. Auch vermögen Charaktere und Story keineswegs zu interessieren, was gerade für ein Rollenspiel ein Armutszeugnis darstellt. Was bleibt, ist ein technisch ansprechendes Japano-Rollenspiel mit gut gemachtem Kampf- und Crafting-System sowie solidem Koop-Modus für unterwegs. Allerdings vermögen diese drei positiven Merkmale es nicht, den Titel aus der Durchschnittlichkeit herauszuheben. Wer auf gute Geschichten, ordentliche Inszenierung und einen flotteren Spielablauf steht, ist bei Konkurrenzprodukten wie Tales of Eternia, Valkyrie Profile: Lenneht oder Breath of Fire 3 weitaus besser aufgehoben. So bleibt Blade Dancer ein Fall für Hardcore-Fans des Genres, die nichts gegen lange Auflevel-Orgien und Story-Abstinenz einzuwänden haben.
Infos
Erhältlich für
Genre
Rollenspiele
Publisher
Atari
Entwickler
Ignition Entert...
Website
de.atari.com/in...
Release
08. Dezember 2006
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User-Bewertung
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