Let's fetz – Bizarre Creations findet mit PGR 4 auf die Ideallinie zurück.
Neue RivalenEs gibt Rennspiele und es gibt
Rennspiele. Schnelle Schlitten in Ferrari-rot waren schon immer das Markenzeichen der
Project Gotham Racing-Reihe und auch das kürzlich erschienene
PGR 4 bricht
» Mit 330 Sachen über den verschneiten Ring. |
mit diesem ehernen Gesetz nicht. Flotte Zweiräder suchte man bis heute jedoch vergeblich, und genau hier setzt der neueste Geniestreich aus dem Hause
Bizarre Creations an. Frei nach dem Motto "Never change a winning team wurde am Gameplay selbst jedoch nur wenig geändert: Auf und in
122 Vehikeln gilt es Geschwindigkeits- und Kudosrekorde in aller Herren Länder zu brechen. Und dabei erkämpft sich
PGR 4 im starken Feld der Mitbewerber souverän einen Spitzenplatz.
Der
Karrieremodus bildet wie üblich das Herzstück der Kudosjagd: Auf zwei Rennstrecken und Kursen in acht Städten darf dem lustvollen Heizen gefrönt werden. In unterschiedlichen Klassen – gegliedert nach Stärke der Gefährte von G bis A – absolviert man auf einem Rennkalender klassische Straßenrennen, waghalsige Drift-Wettbewerbe und die berühmt-berüchtigten
Cone-Challenges. Letztere kommen nach unzähligen Entschärfungen jedoch schon ein wenig zahnlos daher und stellen selbst auf dem höchsten der
drei Schwierigkeitsgrade kaum eine
Challenge dar.
When the weather outside is frightfulWahre
PGR 2: Project Gotham Racing-Profis freuen sich somit über die neuen Herausforderungen, welche das
dynamische Wetter bereithält: Mit Tempo 250 durch eine Regenpfütze in London zu brettern
» Posing gehört zum guten Ton. |
bedeutet erhöhte Aquaplaninggefahr während New York im Winter durchaus die eine oder andere Überraschung in Form eisglatter Kurven in petto hat. Besonders gelungen sind jedoch die wechselnden Witterungsbedingungen: Ein Start im britischen Nieselregen kann durchaus ein sonnenklares Fotofinish bedeuten – inklusive hübscher Spiegeleffekte im noch nassen Asphalt. Eindrucksvoller hat das bis jetzt niemand geschafft.
Verbremst man sich doch einmal auf dem rutschigen Untergrund kann die Pause auch sinnvoll genutzt werden: Wie schon im Vorgänger steht eine
umfangreiche Fotofunktion zur Verfügung und auch Rennwiederholungen können zur gezielten Suche nach dem perfekten Motiv herangezogen werden. Alle geknipsten Eindrücke finden sich auf Wunsch in Sekundenschnelle auf der offiziellen Homepage des Spiels
pgrnations.com wieder und auch Replays und Ghosts können problemlos hoch- und wieder heruntergeladen werden.
Auf dem Weg zur Nummer 1Rennen für Rennen kämpft man sich somit in widrigen Wetterverhältnissen gegen beinhart agierende Gegner und die tickende Uhr. Als Belohnung winken nicht nur neue Vehikel sondern natürlich auch
» Dort wo Alter keine Bedeutung hat. |
reichlich Kudos, welche im
PGR Shop gegen Strecken- und Fahrzeugpacks sowie allerlei Schnickschnack – darunter das
teuerste Spielerbild aller Zeiten – eingetauscht werden können. Je nach Leistung und Umfang der Inhalte müsst ihr dabei unterschiedlich tief in die virtuelle Tasche greifen: Kostet ein Sammlung diverser Ministrecken nur wenige tausend Stylepunkte, berappt ihr für die begehrten
Ruf-,
Lamborghini- und
Ferrari-Kollektionen schon mal eine Viertelmillion.
Glücklicherweise verdient ihr die Spielwährung mehr oder weniger im "Vorbeigehen": Hohe Geschwindigkeiten, Sprünge, Drifts und Überholmanöver erhöhen das Konto im Sekundentakt. Hängt die Hand am Gasgriff und nicht am Lenkrad dürfen darüber hinaus
Stunts in Form von Wheelies und Endos vollführt werden – und die Verhöhnung von geschlagenen Gegnern bringt auch noch mal einen saftigen Bonus. Die Steuerung erweist sich dabei wieder mal als wahrer Segen: Anstatt auf knochentrockenen Realismus zu setzen überzeugt
PGR 4 selbst in bockigen Hecktrieblern mit einer gelungenen Arcade-Steuerung. Die Bikes verlangen Enthusiasten zwar ein wenig Einarbeitungszeit ab, nach kurzer Zeit driftet man aber auch hier wie ein junger Gott um die Kurven.
Fun starts at … 170 mph?Frenetische Massen erwarten den Rennfahrernachwuchs zwar nicht – von der Sterilität vergangener Teile ist aber dennoch wenig zu spüren. Man hat also auch im Bereich der Streckengestaltung dazugelernt.
» Kein PGR ohne die italienische Edelmarke. |
Im nervenaufreibenden
Multiplayermodus über Xbox Live könntet ihr damit aber ohnehin nur eingeschränkt etwas anfangen: Mit bis zu sieben Mitspielern geht es in Ranglisten- und Freundschaftsspielen zur Sache, zahlreiche Spielmodi und Varianten wie das beliebte
Katz und Maus versüßen das Rennfahrerleben zusätzlich und lockern die strenge Jagd nach der schnellsten Rundenzeit ein wenig auf. Wer die realistischere Herausforderung schätzt aktiviert darüber hinaus die manuelle Schaltung und legt die
Cockpitperspektive für alle fest – was mit dem Lenkrad natürlich doppelt Spaß macht.
Auch sonst hat
Bizarre Creations einfach alles richtig gemacht: Der
wuchtige Sound und die
gelungene Optik erfreuen die Motoröl-vernebelten Sinne und selbst alteingesessene PGR-Hasen kommen mit dem
Arcade-Modus voll auf ihre Kosten. Puzzle-Fans hingegen knobeln – oder googlen – die Lösung für drei Rätsel-Achievements und versuchen sich am exklusiven
Geometry Wars: Waves, welches nur im vorliegenden Programm zu spielen ist und wie auch schon sein großer Xbox Live Arcade-Bruder
Geometry Wars: Retro Evolved hochgradig süchtig macht.