Realistische Skateboard-Simulation mit innovativer Joystick-Steuerung.
He was a skater boy … Es gibt Genres in der Videospielewelt, die eine Franchise regelrecht beherrscht und andere Vertreter chancenlos untergehen lässt. Das Skateboard-Genre fällt in diese Kategorie, wird es doch schon fast eine Dekade lang von der
Tony Hawk’s Pro Skateboarding-Reihe dominiert. Der Grund für die ungebrochene Herrschaft von
Neversofts Franchise ist offensichtlich: sie wurden oft kopiert, aber nie erreicht. Aus dem Grund geht
EA mit
skate. einen anderen Weg und versucht nicht, in Tonys Fußstapfen zu treten. Stattdessen kreiert man ein Skatespiel mit einem anderen Ansatz.
Im Gegensatz zum eher arcadigen Birdman geht
skate. nämlich den steinigen Weg Richtung
Simulation. Dabei kommt es – wie der Titel des Spieles es schon vermuten lässt – rein auf’s Skaten und auf den Stil an, und nicht auf unerreichbare Highscores.
Die Beherrschung des Boards ist dabei ungemein wichtig und muss erst hart erlernt werden. Ein ausführliches, umfangreiches Tutorial führt den Spieler deshalb an
EAs sogenannte
FlickIt-Steuerung.
Tricky Stick Der rechte Analogstick ist dabei der beste Freund des Skaters. Mit der richtigen Bewegung werden Ollies, Nollies, Kickflips, Manuals und Konsorten ausgelöst. Im Gegensatz zu den Tony Hawk's-Spielen, wo Tastenkombinationen zum Ziel
» Man fällt öfters hin als einem lieb ist. |
führten, wird bei
skate. ein ruhiges Händchen verlangt.
Sämtliche (!) Trickmoves liegen auf dem Stick und es ist eine Menge Übung notwendig, bevor man stylische Lines hinlegen kann.
Schon ein simpler Ollie über ein Hindernis kann eine große Herausforderung sein, da das Timing enorm wichtig ist und die Kameraperspektive recht tief liegt. Auch die Fortbewegung funktioniert nicht von alleine, mittels Knopfdruck beschleunigt man mit dem rechten oder linken Fuß.
Der nötige Grad an Training ist realistisch und kommt dem realen Skaten sehr nahe, kann aber Anfänger manchmal sehr frustrieren. Der Vergleich mit Autorennspielen trifft es dabei ziemlich auf den Punkt: Während man bei einem
Project Gotham Racing sehr schnell erste Erfolge feiern kann, ist bei einem
Gran Turismo einiges an Einarbeitungszeit nötig, um siegreich zu sein. In dem Fall ist
skate. das zweitere, während
Tony Hawk’s Pro Skater das Arcaderennspiel darstellt.
Lords of the Boards Während sich
skate. also in punkto Steuerung auf neue Pfade begibt, liegt das Grundgameplay sehr nahe an den
Neversoft-Spielen:
Spezielle Tricks an bestimmten Spots gehören ebenso zu den » Grinden will gelernt sein. |
Standard-Aufgaben des Spiels wie auch Turniere, Rennen, Fotosessions und so weiter. In dieser Hinsicht gibt es also wenig Neues, was aber auch in der Natur des Genres liegt.
Der Spielfigureneditor putzt allerdings locker die der letzten Tony Hawk's-Spiele weg: Zwar lässt sich das physische Erscheinungsbild nicht wirklich viel komplexer verändern als bei der Konkurrenz, in Sachen Kleidung bietet
EAs Skateboardspiel allerdings eine riesige Auswahl an
lizensierten Klamotten und Schuhen. Auch das Brett selbst sind – selbstverständlich – personalisierbar: Rollen, Decks und Trucks aller namhaften Hersteller sind im Spiel vetreten.
Allerdings lassen sich keine weiblichen Skater erstellen. Warum man das schöne Geschlecht außen vor gelassen hat, ist unverständlich.
Keep on rollin’ … Die fiktive Stadt
San Vanelona steht dem wackeren Funsportler zum größten Teil
von Anfang an frei zur Verfügung. Das Städtchen ist dabei sehr realistisch designt und wirkt homogener als die Orte der Tony Hawk's-Spiele. Die einzelnen Viertel sind
» Die Animationen sind klasse. |
thematisch leicht unterschiedlich und je nach Umgebung eignet sich der aktuelle Standort mal besser für die eine, mal besser für die andere Art von Skatetricks. Übrigens kann man sich jederzeit filmen lassen und die Replays nachher online stellen – das gefällt!
Technisch wissen vor allem die Animationen der Skaterecken zu begeistern. Die Bewegungen sind sehr flüssig und die Moves wirken unglaublich stylisch und - im Gegensatz zu den Tony Hawk's-Spielen - auch sehr realistisch. Die Umgebungsgrafik sieht gut aus, haut aber keinen aus den Latschen.
skate. spielt sich auf der Xbox 360 durchwegs ruckelfrei und das ist wichtiger als pompöse Grafik. Störend dagegen wirken sich die teils pervers langen Ladezeiten aus – vor allem in den Menüs. Musik gibt es auch, allerdings behält hier Tony Hawk ganz klar die Krone auf: Wie bei der Konkurrenz gibt es zwar eine Vielzahl an lizensierten Tracks, jedoch gibt es nur in den Menüs oder an bestimmten Stellen Musik zu hören. Ein Sahnehäubchen ist die deutsche Sprachausgabe, die durchwegs gelungen ist.