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Need for Speed Carbon: Own the City

» Autor: Georg Gruber
» Datum: 07.03.2007
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
EA präsentiert einen technisch brillanten und spielerisch unkomplizierten Arcade-Racer mit frischen Ideen.

Als Electronic Arts in den 90er-Jahren die Need for Speed-Reihe jährlich mit einem Minimal-Update beglückte, stand die Serie für Vollgas-Brettern ohne großen Tiefgang oder Anspruch. Nach einer längeren Nachdenkpause erschien mit Hot Pursuit 2 ein überraschend innovativer Racer. Seither schiebt EA wieder jährliche Updates nach, aber der abwechslungsreiche Spielspaß blieb. Auf den Heimzimmerkonsolen ist Need for Speed: Carbon bereits erschienen, für die PSP wurde das Konzept unter dem Motto "Own The City" abermals verfeinert. Unser Master-Review hält alle Details für euch bereit.

Stylisches Artwork, mitreißende Cutscenes
Need for Speed: Carbon schlägt in Bezug auf die Geschichte sowie Erzählweise in Form von Cutscenes auf der PSP einen eigenen Weg ein. Diese Eigenständigkeit betont EA im Untertitel: Own The City.
» Silber war im Vorjahr offenbar recht beliebt?
Anstatt eines Films mit realen Personen inklusive stark überzeichneten Effekten setzt die Handheld-Version auf eigenständiges Flair in Form von Comicbuch-artigen Cutscenes. Zwar strich man den optischer Aufputz - Emmanuelle Vaugier als Nikki - aus dem Programm, dafür versprühen die Zwischensequenzen einen Digital Graphic Novel-Esprit, welches herrlich anzusehen ist. Die Rechnung der Entwickler geht perfekt auf und der Titel punktet durch einen mitreißenden individuellen Touch.

Genau diese bemerkenswerte Art der Präsentation trägt viel zur motivierenden Gesamtatmosphäre des Racers bei. EA versucht, die besten Aspekte der vorangegangenen Titel zu verschmelzen. Als Grundlage dient sicherlich das Spielprinzip von Need for Speed Underground. So gibt es auch in Own The City nur stilechte Nachtrennen. Nicht dass Nightracing uncool wäre, nur leider schränkt es die Grafikvielfalt übermäßig ein und verleiht dem PSP-Raser ein oftmals unnötig farbloses Auftreten. Gut geschüttelt, mehrfach umgerührt und noch aufgegossen mit trendigen Underground-Szenarien und schon hat man den Nitro-schwangeren Renncocktail, der eiskalt durch die Adern eines jeden Arcade-Fans schießt.

Underground racing
Need for Speed Carbon kehrt zu den Wurzeln der Untergrund-Nachtrennen zurück. Verschwunden ist auch das Glitzer-Neon-Flair der Vorgänger, was wiederum etwas vom optischen Reiz wegnimmt.
» Ob die das Flugzeug noch erwischen?
Das Fahrgefühl hingegen bleibt fast gleich. Die Entwickler setzten auf einen sehr ausgewogenen Schwierigkeitsgrad. Während man in einigen Vorgängern noch um Hemd und Kragen durch die Stadt rasen musste, verzeiht einem Own The City Patzer sehr großzügig. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel: Einzelne Rennen fordern aufgrund von Nitro-Überschuss bei den Gegnern dann doch gehörig.

Auf der PSP setzt EA überraschenderweise verstärkt auf das freie Erkunden des Stadtgebiets. Überraschend deshalb, weil bei den Heimkonsolen diese Feature zurückgeschraubt wurde. Wem das zu uncool ist, warpt sich dank des extrem komfortablen Pausenmenüs zum nächsten Event. Die, in Territorien rivalisierender Gangs unterteilte, Stadt muss im Karrieremodus durch Gewinnen von Rennen erobert werden. Sind alle zusammengehörigen Gebiete freigespielt, so gilt es gegen den Anführer eine Reihe von Rennen zu bestreiten. Bei erfolgreichem Abschluss macht sich dieser vom Acker und schon man besitzt einen Stadtteil mehr.

Smokey and the bandits
Die Entwickler haben sich ein neues Feature für Carbon ausgedacht: Teammitglieder. Anstatt Rennen alleine bestreiten zu müssen, stehen einem diesmal Mitstreiter zur Seite. Das fördert nicht nur den Unterhaltungswert
» Rote Felgen musst Du haben.
während der Events durch teils extrem witzige Aktionen, sondern die Piloten erfüllen einen handfesten Zweck. Je nach Geschmack dürfen verschiedene Charaktere angeheuert werden: Angreifer schuppsen bei Bedarf Gegner von der Straße und bei Schleppern kann man sich für kurze Zeit hinten anhängen und bekommt einen Geschwindigkeitsboost. Ein besonders reizvolles Crewmitglied ist der Vollstrecker, welcher vor gegnerischen Fahrzeuge ein Nagelband auslegt - wer immer drüber fährt ist kurzfristig kaltgestellt. Die Scouts aus den anderen Versionen wurden gestrichen, da auf der PSP das Finden von Abkürzungen nur mehr eine untergeordnete Rolle spielt.

Neben der Karriere und den Einzelrennen bietet Carbon bis zu vier Freunden Mehrspielermodi über die leider unkomfortablen EA-Server (Registrierung, Abonnements und ähnliche Unannehmlichkeiten etc.). Online geht es jedoch erfreulich zügig voran, Lags treten selten auf und stören das Gameplay kaum. Als Belohnung für Online-Rennen winken Belohnungen, die abermals in das Tuning der eigenen Boliden gesteckt werden dürfen. Apropos Tuning: Erneut gibt es zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten um die Autos zu modifizieren. Keine Angst: Wen das weniger interessiert, muss sich nicht stundenlang in der Werkstatt herumschlagen, sondern rüstet einfach immer um eine Stufe auf.

Pimp my ride
Optisch bedient sich Carbon klar bei den Vorgängern: Verspielte Lichteffekte und massig neue Customizing-Details bei den Autos überzeugen zwar nicht so wie bei den großen Konsolen.
» King of the road.
Dafür verzichtete EA auf den zu großzügig eingesetzten Blur-Effekt, wodurch die Übersicht deutlich steigt. Technisch gibt sich der Titel lobenswert: Stabile und flotte Framerate, vorbildliches Artwork, hinreißende Cutscenes und massig Tuningeinstellungen. An der Musikfront überzeugt die exzellente Songauswahl für die EA Trax, die durch selbstgestaltbare Soundtracks sogar noch an den eigenen Geschmack angepasst werden kann. So sieht ein technisch perfekter PSP-Titel aus.

Auch die Steuerung lässt kaum Wünsche offen, das herrlich simple Arcade-Gefühl der Boliden kommt gut rüber. Ob man lieber per Steuerkreuz oder Analog-Stick lenkt, bleibt dabei dem eigenen Geschmack überlassen - es funktioniert beides sehr gut. Rennen lassen sich schnell und umkompliziert gewinnen, auch ohne dass 1000 Kleinigkeiten berücksichtigt werden müssen. Mit dabei ist erneut der mittlerweile klassische Nitro-Boost, der für eine kurze Zeit den Boliden auf Spitzengeschwindigkeit bringt. Alles in allem ist Carbon deutlich verzeihender als andere Arcade-Racer und Gewinnen wird einem leicht gemacht.
Pro
Flotte Grafik mit stabiler Framerate
Stylische Cutscenes / Stimmiges Artwork
Innovative Teamfahrer
Zugänglicher Schwierigkeitsgrad
Wiederspielwert / Tuning
Anpassbare Soundtracks für unterwegs
Contra
Nur Nachtrennen (keine Abwechslung)
Teils zu wenig fordernd
Lahme EA-Online-Server
Fazit
EA hat mit Need for Speed Carbon einen sehr unterhaltsamen und gut balancierten Titel geschaffen. Erfreulicherweise hat man sich nicht auf den Lorbeeren der Heimkonsolen-Variante ausgerastet: Own The City stellt eine ganz eigene Ausführung dar und hat mehr Ähnlichkeit zum direkten Vorgänger Underground als z.B. zur Xbox 360-Version. Dabei wurde speziell auf die Vorzüge der PSP geachtet. Praktisch alle Veränderungen zu den großen Konsolen stellen grafisch wie auch spielerisch echte Verbesserungen dar - EA gab sich also große Mühe, das Spiel optimal für den Handheld aufzubereiten. Toll gelang auch die Innovation mit den Teamfahrern. Die gab's zwar auch schon bei der Konkurrenz, aber so gut und vor allem so unterhaltsam umgesetzt hat das noch keiner. Online geht es mit bis zu vier Spielern zur Sache, jedoch muss man sich mit den lahmen und unkomfortablen EA-Servern herumschlagen. Dagegen kommen Tuning-Freunde dank zahlreicher Ausstattungsoptionen voll auf ihre Kosten und Auto-Pimping war selten so schön. Für den Handheld besonders erwähnenswert sind auch die EA Trax, die sowohl unterwegs separat abspielbar als auch mit selbst erstellten Soundtracks aufwertbar sind. Wer auf unkompliziertes Arcade-Racing abfährt und eine PSP besitzt, sollte auf alle Fälle Need for Speed Carbon: Own The City in sein Laufwerk beamen.
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Website
www.ea.com/nfs/...
Release
03. November 2006
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