Missglückter Handheld-Ausflug des Team Rainbow, welches nicht nur mit technischen Unzulänglichkeiten zu kämpfen hat.Es ist doch immer das Selbe. Eine Franchise ist erfolgreich und wird fortan bis aufs Äußerste ausgeschlachtet. Besonders die Kollegen von Electronic Arts und Ubisoft wissen uns jedes Jahr mit etlichen Ablegern, Portierungen und Fortsetzungen bekannter Serien zu bombardieren. Während die ursprünglichen Versionen der Reihen dabei meistens jedoch von sehr guter Qualität sind, fallen vor allem die Handheld-Varianten oft ins Bodenlose ab. Ob dieses Schicksal auch die PSP-Portierung von
Rainbow Six Vegas teilt, deckt unser
Master-Review auf.
Zwei Mann gegen den TerrorDie Story ist wie bei vielen Taktik-Shootern dieser Art schnell erklärt:
Böse Terroristen haben ein tödliches Virus in ihre Hände bekommen, mit dem sie die freie amerikanische Bevölkerung bedrohen und Chaos
» Elitepolizei im Einsatz. |
und Schrecken verbreiten wollen. Klar, dass die USA dies nicht dulden können, woraufhin sofort die Jungs der Rainbow Six-Einheit entsandt werden. Der Spieler schlüpft fortan abwechselnd die Rollen zweier Soldaten. Zum einen Nahkampfexperte
Brian Armstrong, zum anderen Scharfschütze
Shawn Rivers. Transportiert wird die Geschichte mittels langweiliger Textbriefings und weniger, unspektakulärer Ingame-Sequenzen. Zwischen den Einsätzen greift man auf Ausschnitte des Next Generation-Pendants zurück, um Stimmung zu erzeugen.
Das Spiel selbst will ein Taktik-Shooter sein. Aufgrund
fehlender Team-Kameraden und strunzdummen Gegnern braucht man jedoch kaum vorsichtig oder taktisch vorzugehen. Nicht einmal die Möglichkeit wie im Konsolen-Pendant in Deckung zu gehen, wird man jemals besonders häufig brauchen. Leider ist auch das komplett neue Leveldesign wenig gelungen. Vegas-Feeling kommt beim rund sechsstündigen Durchstriefen anonymer Villen, unterirdischer Anlagen und trister Flughäfen jedenfalls keines auf. Hinzu gesellt sich eine sehr strenge Linearität und die Abwesenheit jeglicher Spannungsmomente. Auch der ständige, fest vorgegebene Wechsel zwischen den beiden Spielfiguren bringt nur wenig Auflockerung ins Spielgeschehen.
Ruckel-TerroristenGroßes Plus ist jedoch die
Bedienung. Diese wurde sehr gut auf die PlayStation Portable-Gegebenheiten zugeschnitten und ermöglicht dank Lock-On-Funktion einfaches Zielen und schnelles Reagieren auf die
» Grafisch ordentlich aber technisch unsauber. |
terroristische Bedrohung. Optisch macht
Rainbow Six Vegas auf der PSP einen soliden Eindruck, hat allerdings mit heftigen Patzern zu kämpfen. So gerät das Programm vor allem beim Abschießen von Feinden immer wieder
ins Stocken; fast so, als müssen die Todesanimationen erst von der UMD geladen werden. Ebenfalls nervig:
Lange Speicherzeiten beim Erreichen von Checkpoints. Musikuntermalung sucht man zudem vergebens, was lediglich die guten Soundeffekte sowie eine solide Sprachausgabe zu den Gehörgängen durchdringen lässt.
Neben der Kampagne bietet der Titel noch einen
Mehrspieler-Modus sowie die Terroristen-Jagd. Während letztere nur kurzzeitig Spaß macht, leidet der Multiplayer-Part unter einer
sehr niedrigen Höchstspieler-Anzahl sowie kaum vorhandener Spiel-Modi. Gerade einmal vier Elite-Polizisten dürfen hier offline oder online gegeneinander antreten und sich im Deathmatch- und Teamdeathmatch gegenseitig über den Haufen ballern. Verglichen mit den hervorragenden Online-Möglichkeiten des Konsolenvorbildes ein echter Witz.