Ungewöhnliches Schwertkampf-Rollenspiel, das jedoch gravierende Mängel aufweist.
First Person Hack 'n' Slay Seit der ersten Präsentation der Wiimote-Steuerung träumen viele Videospieler von Schwertkampf-Games. Nach dem Motto "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt" traute sich
SquareEnix, ein eben solches Spiel gekoppelt mit einer bekannten
Franchise auf den Markt zu bringen. Das Experiment
Dragon Quest Swords: Die maskierte Königin und der Spiegelturm kann allerdings nicht überzeugen. Das fängt bereits damit an, dass das Hack 'n' Slay-Rollenspiel mit einer – sogar für
Wii-Verhältnisse – unspektakulären Grafik aufwartet.
Dragon Quest 8 auf der
PlayStation 2, welches bereits sehr lange erhältlich ist, sieht besser aus. In der Wii-Version bestimmen
trostlose Landschaften, triste Gegenden und viel Treppchenbildung die Optik.
Doch nicht nur die Grafik wirkt obsolet, auch das Gameplay ist alles andere als zeitgemäß. Das Rollenspiel bietet
nicht ein einziges Rätsel! Man stampft in der Ego-Ansicht wie auf Schienen vorgegebene Pfade ab, Verzweigungen gibt es nur ganz selten. Manchmal darf allerdings eine Kiste geöffnet oder ein Busch nach Gegenständen durchsucht werden. Auch die Kämpfe sind vorgegeben: Es gibt keine Random Encounters sondern an bestimmten Stellen wird man angegriffen und kommt erst weiter, wenn jeder Gegner tot ist – wie bei einem Lightgun-Shooter.
Zückt euer Schwert! Die Kämpfe an und für sich machen sogar Spaß:
Mittels Wiimote-Bewegungen vollführt man horizontale oder vertikale Schwerthiebe, die Blockfähigkeit sorgt für eine kleine Prise Taktik. Via Tastendruck lässt sich zwischen Schwert und Schild
» Die Story ist belanglos, die Charaktere sind flach. |
wechseln, wobei letzteres zerbrechlich ist und gegebenfalls kaputt gehen kann. Damit das Ganze nicht in unkoordiniertes Dauergefuchtel ausartet, wurde Wert auf Timing gelegt. Mittels Pointer können auch Zielpunkte festgelegt werden, um den Schwertstreichen die nötige Genauigkeit zu verleihen. Schade nur, dass man fast immer wieder gegen die gleichen Gegner antreten darf.
Speichern kann man nur in der Stadt – witzigerweise die einzige Stelle im Spiel, wo man sich frei bewegen kann. Doch seltsamerweise kann man auch nur in der Stadt neue Ausrüstung anlegen – Items können unterwegs nicht ausgewechselt werden. Allerdings ist
Dragon Quest Swords enorm leicht –
Profispieler sind von Beginn an unterfordert. Der Umfang des Spiels fällt zudem gering aus, Abwechslung gibt es keine und die Tatsache, dass die Story flacher ist als die Niederlande, erhöht die Langzeitmotivation keineswegs. Ab und zu versuchen eher
langweilige Minigames Auflockerung zu bringen – Mission failed! Den für
Dragon Quest üblichen Humor sucht man zudem vergebens. Der Sound ist ziemlich belanglos: die Hintergrundmelodien sind unspektakulär, die Soundeffekte Standardkost. Es gibt zwar durchaus überzeugende Sprachausgabe, allerdings nur in Englisch – Deutsch gibt es lediglich in den Untertiteln.