Explosiver Multiplayer-Kracher, der auch für Solisten einiges zu bieten hat.
Willkommen in schlechter GesellschaftGreen Berrets, U.S. Navy Seals, KSK, Fremdenlegion ... mit all diesen Elite-Soldaten hat der Spieler neuesten Teil der beliebten Battlefield-Reihe so rein gar nichts zu schaffen. Anstatt mit hochtrainierten, disziplinierten, professionellen Soldaten in den Krieg zu ziehen wird er in
Battlefield: Bad Company in die sogenannte Bad Company versetzt: Ein Haufen undisziplinierter Krimineller, die einst vor die Wahl gestellt wurden in den Knast zu wandern oder lieber Dienst an der Front zu verrichten.
Dementsprechend unmilitärisch geht es in der Einheit auch zu. Statt scharfen Tönen und klaren Befehlen herrschen lockere Sprüche und dumme Kommentare der Kameraden. Die meiste Zeit ist man mit mit seinem Sarge sowie den Soldaten Haggard und Sweetwater unterwegs, die einem während der Solo-Kampagne richtig ans Herz wachsen – eine Tatsache, die man nicht gerade von vielen Kriegs-Spielen behaupten kann. Zudem wird erstmals in der Geschichte der Battlefield-Reihe eine
zusammenhängende Singleplayer-Kampagne mit richtiger Story geboten – ganz im Gegensatz zum eher lieblosen Solopart aus
Battlefield 2: Modern Combat.
Ein Sack voll WaffenSpielerisch hat sich gegenüber den Vorgängern nicht viel geändert. Nach wie vor durchstreift der Spieler weitläufige Areale auf der Suche nach Missionszielen. Diese fallen während der Kampagne unterschiedlich aus: Feinde
» Zerstörung gehört hier zum Alltag. |
ausschalten, Stellungen sprengen, bestimmte Gegenstände bergen oder einem Konvoi Feuerdeckung geben. Neben
allerlei Handfeuerwaffen wie Gewehren, Granatwerfern, Panzerfäusten und Handgranaten steht einem dazu auch ein umfangreicher Fuhrpark zur Verfügung. Dieser bietet vom schnellen Jeep bis hin zur stationären, schweren Artillerie alles, was sich das Soldatenherz wünscht.
Lediglich Flugzeuge (wohl aber Helikopter) haben es nicht in den neuesten Ableger der Reihe geschafft. Praktisches Zusatzwerkzeug wie Empfänger zum Ordern von Mörserschlägen und lasergesteuerten Lenkrakten oder Schweißgeräte für die schnelle Panzerinstandsetzung komplettieren das Soldaten-Equipment. Dementsprechend abwechslungsreich und vielseitig gestaltet sich auch der Spielablauf. Die meisten Ziele können von mehreren Seiten auf verschiedene Arten angegriffen werden, was für eine
gute Dynamik während der Missionen sorgt. Ein praktische Mini-Map am unteren Bildschirmrand hält den Spieler dabei stets über die Aufenthaltsorte seiner Ziele im Klaren.
Granatwerfer als WegbereiterKommt es zu bleihaltigen Auseinandersetzungen werden nicht nur virtuelle Leben in Mitleidenschaft gezogen sondern auch die Umgebungen. Als neues Feature schickt
Battlefield: Bad Company nämlich
» Mit dem Jeep durchs Gelände. |
hochgradig zerstörbare Schlachtfelder ins Rennen, was gleichzeitig auch den größten Unterschied zu den Vorgängern darstellt. Großkalibrige Explosivgeschosse reißen Krater in den Boden, Granaten bringen Häuserwände zum Einsturz und MG-Salven fällen ganze Wälder. Das Ganze ist zwar nicht stufenlos möglich, sondern - Objekte sind immer noch mit bestimmten „Bruchpunkten“ versehen - allerdings merkt man das beim Spielen kaum, so dass stets eine extrem dichte, hochexplosive Stimmung herrscht.
Natürlich hat das auch merkliche Auswirkungen auf den Spielablauf. So werden Wege geschaffen, wo eigentlich gar keine sind und Deckungen zerstört, um dahinter liegende Ziele zu treffen. Dies sorgt natürlich umgekehrt auch dafür, dass man sich nirgends wirklich sicher fühlen kann und
ständige Stellungswechsel in Betracht ziehen sollte, um nicht im feindlichen Feuer unterzugehen. Wirklich doof hingegen das Respawn-System: Stirbt der Spieler während der Kampagne wird er einfach wiederbelebt. So spielt das Sterben keine Rolle und die
Spannung leidet stark.
Göttlicher MultiplayerNatürlich profitiert nicht nur die mit rund
sechs bis acht Stunden lange Solo-Kampagne von all den guten Features, Waffen, Fahrzeugen und Möglichkeiten. Auch der Mehrspieler-Modus bietet all diese
» Bloß nicht vom Heli entdecken lassen! |
Inhalte und steuert obendrein noch fünf individuelle Charakterklassen bei. So dürfen
bis zu 24 Spieler auf acht, teils riesigen, Karten als Sturmsoldat, Aufklärer, Unterstützungssoldat, Sprengstoffexperte oder Spezialist in den Kampf ziehen. Die Soldaten unterscheiden sich dabei nicht nur in ihrer Bewaffnung sondern auch in punkto Ausrüstungsgegenstände. So setzt beispielsweise der Unterstützungssoldat Panzer wieder in Stand und heilt Kameraden mit Verbandskästen, während der Sprengstoffexperte Landstriche vermint.
Durch gutes Spielen ernten Spieler Punkte, welche regelmäßig zu Beförderungen führen. Diese wiederum schalten Credits frei, von denen
neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände erwerbbar sind – motivierend! Leider bietet
Battlefield: Bad Company bisher (der Conquest-Modus wird per Patch nachgereicht)
nur einen einzigen Spiel-Modus: Den Gold-Rush. In dieser Variante des Angreifen/Verteidigen-Modus muss ein Team Goldkisten beschützen, während das andere versucht diese zu zerstören. Das Angreifer-Team gewinnt, sobald alle Kisten zerstört wurden. Die Verteidiger hingegen gewinnen, wenn den Angreifern der Nachschub ausgeht.
Explosionen wohin man schautZu guter Letzt noch einige Worte zur Technik:
Battlefield: Bad Company arbeitet mit Entwickler DICEs hauseigener Frostbite-Engine und liefert beeindruckende Ergebnisse. Die bereits angesprochenen
Zerstörungen in der Umgebung werden durch
extrem wuchtige und detaillierte Effekte perfekt untermauert und sorgen für echte Hingucker. Sichtweite, Detailsgrad sowie die Animationen sind ebenfalls
auf höchstem Niveau. Soviel Pracht kommt allerdings nicht ohne Preis daher. So kommt es zu gelegentlichem Tearing. Außerdem wurde ein leichter Grieselfilter über das Bild gelegt, an dem sich die Geister scheiden werden.
Fast noch besser als das Gesamtbild der Grafik ist der Sound. Hier knallt, rattert und scheppert es aus allen Richtungen in
feinstem Suround-Klang. Hinzu kommen gute deutsche sowie wahlweise englische Sprecher und sporadisch eingestreute, aber extrem coole Musik. Weniger schön sind jedoch Verbindungsprobleme und einige laganfällige Server im Mehrspieler-Modus. Hier sollte EA schnellstmöglich mit einem Patch nachhelfen, beziehungsweise seine Serverkapazitäten erweitern.