F.E.A.R. weiß auch auf der PlayStation 3 durch einen gelungen Mix aus Ego-Shooter und Horror zu überzeugen, reicht aber nicht ganz an die X360-Fassung heran.Schwach beleuchtete Gänge, unstete Schatten und trotz umfangreichem Waffenarsenal das Gefühl ständiger überirdischer Bedrohung:
F.E.A.R. wird nicht ohne Grund in einem Atemzug mit Spielen wie
Doom 3 genannt. Seit kurzem ist der PC-Shooter aus dem Hause Monolith (
Condemned: Criminal Origins) auch für die PlayStation 3 erhältlich. Wie diese im Vergleich zur vor einigen Monaten erschienene Xbox 360-Fassung abschneidet, klärt unser
Master-Review.
F.E.A.R. not!Als eine paramilitärische Einheit bei der Befreiung des Mörders
Paxton Fettel ein Massaker an den lokalen Sicherheitskräften verübt, tritt ob der seltsamen Umstände, unter denen die gewaltsame Aktion ablief,
» Die Bullet-Time in Aktion. |
die Eliteeinheit
F.E.A.R. – First Encounter Assault Recon – auf den Plan. Doese Spezialtruppe hat sich auf paranormalen Begebenheiten befasst. Als Klassenbester und Reflextalent werdet ihr ausgewählt, quasi im Alleingang Fettel auszuforschen und die mysteriösen Umstände restlos aufzuklären.
Um der bedrohlichen Lage Herr zu werden, packt ihr nicht nur MP5 und Taschenlampe ein, sondern macht auch regen Gebrauch von der
Zeitlupenfunktion: Diese steht für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung und lässt das Geschehen ähnlich wie in
Max Payne – optisch grandios inszeniert – verlangsamt ablaufen, während ihr wie gewohnt in normaler Geschwindigkeit zielen könnt. Den oftmaligen Einsatz der
Bullet-Time habt ihr aufgrund der
starken Gegner-KI auch bitter nötig: Je nach Situation werdet ihr umgangen, in die Zange genommen oder mit Granaten beworfen. Auch offene Fenster und Hindernisse überwinden die dunklen Schergen mühelos, weswegen ihr bei Unachtsamkeit des Öfteren in einen Zweifrontenkrieg verwickelt werdet.
Kleine, langhaarige MädchenJe weiter ihr im Spiel vorankommt, desto eher erschließt sich durch Abhören von Sprachaufnahmen die verschlungene Geschichte. Immer wieder werdet ihr dabei auch von
gruseligen Visionen heimgesucht, welche
zumeist die Geburt des Protagonisten behandeln und als stimmungsvolle spielbare Elemente in das Gameplay eingebunden wurden. Zentrale Aufmerksamkeit kommt einem kleinen dunkelhaarigen Mädchen namens
Alma zu, welches nicht nur Teil eurer Visionen ist, sondern auch harmlose Büroräume heimsucht und mit einem Schlag alptraumartige Reflexe beim Protagonisten auslöst.
Effektheischende Action- und angespannte Horrorsequenzen wechseln sich dabei während des Spiels geschickt ab. Habt ihr eben noch einige dutzend Soldaten über den virtuellen Jordan geschickt, steht ihr kurz darauf in vermeintlich verlassenen Räumlichkeiten, welche aufgrund der
dichten akustischen und optischen Grusel-Atmosphäre jedoch keinen Zweifel an der weiteren unmittelbaren und überirdischen Gefahr lassen. Flackernde Lampen, dunkle Stiegenabgänge und schwach beleuchtete, Wasser führende Kanäle tragen ihr übriges zum beklemmenden Gesamtbild bei. Jeder Schritt wird automatisch mit Bedacht gewählt, ein Gefühl der Sicherheit kommt in der
ca. zehn bis zwölfstündigen Kampagne mit Sicherheit niemals auf.
Entspannung tut NotIst euch das Herz im Storymodus einmal zu oft in die Hose gerutscht, darf in der
Sofortaction bei fulminanten Feuergefechten entspannt und der Lust an der zelebrierten Gewalt gefrönt werden.
» In der Instant Action geht es rund. |
. Hierfür stehen vier Karten zur Verfügung, in welchen mit allen verfügbaren Mitteln Horden von Gegner zu bezwingen sind. Nach dem erfolgreichen Abschluss bewertet euch das Programm anhand eines komplizierten Schlüssels (benötigte Zeit, Anzahl noch vorhandener Medipacks, Treffsicherheit, …) und lädt die Punktezahl online, wo das individuelle Abschneiden im Vergleich zu Freunden und Feinden eingesehen werden kann.
Ebenso verfügt das Spiel über einen
Multiplayermodus für bis zu 16 Spieler; dieser beschränkt sich jedoch – leider – auf klassische Deathmatch-, Eliminiation- und Capture the Flag-Varianten, leider
nicht ganz so verzögerungsfrei wie in der Xbox 360-Fassung.
Next-Gen TechnikAkustisch gibt es nichts zu beanstanden. Als herausragend darf in erster Linie die
opulente Soundkulisse bezeichnet werden: Während es bei Schusswechseln nur so kracht und auch die Musik ihr übriges zum Adrenalinrausch
beiträgt, herrscht in den ruhigeren Gruselsequenzen musikalischer Minimalismus vor: Eigene Schritte werden somit schnell als gegnerische identifiziert, knisternde Generatoren, quiekende Ratten und plötzlich herunterfallende Gegenstände treiben den Adrenalinspiegel weiter in die Höhe. Optisch ist
F.E.A.R. jedoch ein zweischneidiges Schwert. Atmosphärisch über jeden Zweifel erhaben, bietet sich anhand der Levelstruktur jedoch ein überwiegend
tristes Bild: Büroräume, Abwasserkanäle und Lagerräume sind nun mal keine ideale Basis für "Aha"-Erlebnisse. Auch die Texturen wirken ein wenig verwaschen.
Immerhin darf aufgrund der
grandiosen Partikel- und Physikeffekte ein Raum beinahe vollständig zerlegt werden – vor allem der dichte Staub nach einem intensiven Feuergefecht begeistert. Ärgerlich: Bei der Protierung auf die PS3 wurde abermals geschlampt, was eine sehr schwankende Framerate mit sich bringt. Zu guter Letzt noch eine Warnung an alle erwachsenen Spieler:
F.E.A.R. erscheint hierzulande nur in einer um Blut- und Splattereffekte
geschnittenen Fassung. Wer auf staatliche Bevormundung dankend verzichtet und über solide Englischkenntnisse verfügt, importiert somit lieber aus dem Ausland.