Hektisches Gefuchtel um ein braunes Ei mit Grafik aus der Steinzeit.Mit dem Release der
Nintendo Wii verbinden viele Spieler etwas Innovatives. Alleine die Steuerung wird viele neue Genres auf der Konsole hervorrufen, doch die große Frage ist, wie lassen sich bestehende Spielgattungen auf die kleine weiße Konsole portieren?
EA hat eine der beliebtesten Sportarten Amerikas aufgegriffen und eine Umsetzung von Madden für die
Wii veröffenlicht. Unser
Master-Review verrät euch, ob es durchdachte Neuerungen gibt oder ob es sich nur um eine unkontrollierte Fuchtelei handelt.
Amerikaner lieben esSeit Anfang der 90er-Jahre ist die Madden-Reihe ein fester Bestandteil im Portfolio von
EA. So gut wie jeder Amerikaner kann sich mit dieser Sportart identifizieren, jedoch sind Europäer nicht imstande das nachzuvollziehen.
» Taktik entscheidet über Sieg oder Niederlage. |
Nichts desto trotz kann man es den Entwicklern nicht übel nehmen, dass das erste Sportspiel für
Nintendos neue Konsole
Madden NFL 07 ist, denn die Amerikaner lieben es einfach. Nun geht es aber zum Eingemachten: Legt ihr die Disk ein, erhält man das übersichtliche Menü. Dort gibt es Unmengen an Auswahlmöglichkeiten, welche aber für keine großen Überraschungen sorgen.
Neben dem Einzelspiel gibt es wieder einen Karrieremodus. Bei diesem führt ihr eine der 32 Mannschaften, im besten Fall, zum Super Bowl. Während der Spieltage kann die Mannschaft ins Training geschickt, neue Spieler für die Verstärkung des Teams eingekauft oder die Statistiken des Teams studiert werden. Dieser Modus sorgt sicher für einige Tage Spaß. Dazu hat es auch der Superstar-Modus auf die
Wii geschafft. Von der Abstammung über die Lieblingsposition bis hin zum Aussehen und dem Agenten bestimmt ihr darin den kompletten Karriereverlauf eines einzigen Spielers. Dazu versucht ihr noch mittels Interviews und kleinen IQ-Tests einen Superstar aus ihm zu formen. Das Gameplay ändert sich nun verständlicherweise sehr, denn ihr dürft nur noch diesen einen Spieler steuern.
Mini sind die GamesVöllig neu ist der Tournament-Modus, bei dem ihr euch sofort in den Play Offs der NFL-Saison befindet. Dazu gibt es noch drei Minigames, welche Wii-exklusiv und für vier
» Der Mehrspielermodus bringt Spaß. |
Spieler geeignet sind. Dabei handelt es sich um ein spaßiges Football-Match mit jeweils nur zwei Gamern pro Team sowie um einen Kicking-Contest, bei dem man abwechselnd Field Goals erzielen soll, während die Mitspieler durch schnelle Controllerbewegungen Seitenwind erzeugen. Im dritten Game geht es darum, aus einer fest vorgegebenen Anzahl an Spielzügen die meisten Yards herauszuholen. Diese Minigames sind sehr kurzweilig und bringen eine Zeit lang großen Spaß, das Fehlen eines Online-Multiplayerparts machen sie aber nicht vergessen.
Wozu die neue
Nintendo-Konsole grafisch im Stande ist, kann man bis jetzt noch nicht absehen, aber
Madden NFL 07 ist hoffentlich nicht alles, was ihr zu sehen bekommen werdet. Die Texturen sind matschig, die Spieler haben keine Gesichter, die Körper kann man fast gar nicht voneinander unterscheiden und die Zuschauer sind zweidimensional. Optisch befindet sich das Spiel im Mittelfeld der vorigen Konsolengeneration. Die Soundkulisse dagegen ist mit der
Xbox 360 Fassung so gut wie identisch. Man lauscht während des Spiels den gleichen Kommentatoren, das Publikum zeigt weitestgehend die gleiche (Auf-) Regung und selbst der Soundtrack bietet zum Großteil die gleichen Songs. Die Sprachausgabe ist Englisch, was es Neueinsteigern ohne gute Kenntnisse der Sprache sehr schwer macht, sich mit dem Sport auseinanderzusetzen.
"Wii" steuert es sichVon
EA ist man es ja gewohnt, dass die Spiele einfach nur auf alle möglichen Konsolen portiert werden, um möglichst viele Einheiten zu verkaufen. Das kann man dem Unternehmen auch nicht übel nehmen, allerdings müssen sie jetzt
» Es dauert eine Weile, bis die Steuerung sitzt. |
für den
Wii wohl mehr Entwicklungszeit investieren, als ihnen vielleicht lieb ist. Beispielsweise vollführt man den Snap (Beginn eines Spielzugs) durch eine ruckartige Bewegung der Fernbedienung nach oben. Um einen Pass zu werfen, drückt man nicht nur die einem bestimmten Passfänger zugeordnete Taste des Digi-Kreuzes, sondern simuliert dazu den Wurf. Und wenn der Laufspieler Haken wie ein Hase schlagen soll, steuert man ihn nicht nur mit dem Analog-Stick über das Feld, sondern bewegt den Nunchuk selbst nach links oder rechts.
Es gibt noch etliche andere Kombinationen, um etwa einen Kick durchzuführen, die gegnerische Abwehrreihe zu durchbrechen oder um die Arme zum Fangen des Balls nach oben zu reißen. Die Bewegungen kann man zwar in einem separaten Tutorial erlernen, jedoch dauert es eine Weile, bis sie in Fleisch und Blut übergegangen sind. Auch nach einigen Übungsmatches wird nicht jeder mit der Steuerung zurechtkommen. Das ganze Gameplay verkommt zu einer einzigen Reißerei und Rüttelei – für Spielabende ungeeignet. Trotzdem muss erwähnt werden, dass es das erste Sportspiel ist, bei dem auch viel Bewegung gefordert wird.