Mit dem PS3-Auftritt beweist PGA Tour 07, dass es mehr als ein Aufguss des Vorgängers ist.Der Tradition folgend, versieht
Electronic Arts seine Sportspiele auch dieses Jahr mit einer neuen Versionzahl – mehr oder weniger umfassende Anpassungen inklusive. Während die Heimkonsolen bereits auf eine lange Reihe dieser Updates zurückblicken können, wagt der Publisher auf der PS3 erstmals das Golfplatz-Debut. Im Falle von
Tiger Woods PGA Tour ein durchaus schweres Erbe, konnten die Vorgänger das letzten Generation (und Xbox 360) doch durch und durch überzeugen. Wie groß die Anstrengungen für die 07er-Version waren, klärt unser
Master-Review.
Jeder Golfer fängt einmal klein an Bevor man sich auf den Rasen begeben kann, gilt es auch in
Tiger Woods PGA Tour 07, das Erscheinungsbild des angehenden Profi-Sportlers festzulegen. Angefangen beim Gesicht bis hin zum Körperbau stehen hier
vielfältige Möglichkeiten offen.
» Selten aber doch muss Tiger auch mal ins Rough. |
Wem das zu viel Action ist, beginnt die eigene Karriere mit der Rookie-Version von Tiger Woods, muss dann aber auf die umfangreichen Goodies zur Anpassung des eigenen Charakters verzichten. Ganz im Zeichen der vorangegangenen Konsolenfassungen durchläuft man im
PGA Tour-Modus auch dieses Mal eine
Wettbewerbsphase auf dem Weg zur Tabellenspitze. Auf einem Kalender darf hier jeweils der nächste Event ausgewählt werden.
Das Spektrum der Herausforderungen ist dabei
vielfältig: Man tritt in der neuen und sehr herausfordernden
Tiger Challenge gegen andere namhafte Profigolfer an, versucht in verschiedenen Situationen, wie etwa aus Sandbunkern heraus, einen möglichsten guten Score zu erreichen oder absolviert eines der zahlreichen Minispiele. Im beispielsweise bereits aus dem Vorgänger bekannten Putt-Rausch müssen in schneller Abfolge Bälle eingelocht werden. Beim neuen Minigame namens T-I-G-E-R (Golfer wissen was gemeint ist: HORSE) gilt es, die Schläge des Gegner zu übertrumpfen. Über kurz oder lang steht auch das erste
PGA Tour-Ereignis an, bei dem man über sämtliche 18 Löcher eines Kurses hinweg das beste Ergebnis erreichen und
Erster werden muss.
Übung macht den Tiger Auf dem Golfplatz hingegen hat sich seit
Tiger Woods PGA Tour 06 nicht viel geändert. Das wichtigste Bedienelement stellt nach wie vor der
Analogstick dar. Mit dessen Hilfe führt man sämtliche Schläge aus. Dazu wird der Stick zuerst nach
» Die Mimik verheißt 'Noch mehr Übung'. |
unten und im Anschluss in möglichst gerade Linie nach oben bewegt. Verzieht man dabei, gewollt oder ungewollt, nach links oder rechts, so fliegt die weiße Kugel eine
entsprechende Kurve. Je weiter der Analogstick nach hinten bewegt wird, desto stärker der Schlag. Neu mit von der Partie: Shades- und Draw-Schläge, welche durch Bewegungen von rechts bzw. links hinten und gerader Gegenbewegung ausgelöst werden. Richtung und Weite bestimmt das Programm selbst ganz gut, große Korrekturen sind kaum nötig, ansonsten darf per Dreieck-Taste der angepeilte Zielbereich sowie per R-Stick neuerdings auch der Schlagwinkel manipuliert werden.
Auch beim Putten kommt der Analogstick zum Einsatz, wobei zusätzlich Hilfsmittel zur Verfügung stehen: Ein farbiger Raster zeigt das Gefälle rund um das Loch an und eine Hilfestellung, wie der Schlag auszuführen ist, kann zudem bei Bedarf eingeholt werden. Die
Schwierigkeit bei
Tiger Woods PGA Tour 07 liegt klar darin, die Schläge mittels Analogstick richtig zu beherrschen. Nur
mit viel Übung fliegt der Ball schlussendlich auch an die Stelle, wohin man gezielt hat. Hinzu kommt, dass einige Herausforderungen beinhart kalkuliert sind und viel Können an den Tag gelegt werden muss. Ist man aber bereit, sich genügend lange damit zu beschäftigen, so erwartet einen ein äußerst
motivierender und lang anhaltender Golfspaß.
Shop 'till you drop Hat man ein paar Herausforderungen hinter sich gelassen und sein erstes Geld verdient, klopft auch bald der erste Sponsor an die Tür. Spätestens jetzt sollte dem
Pro Shop ein Besuch abgestattet werden, liegt hier doch die größte Motivation im
» Schöne Kurse, etwas fade Zuseher. |
Spiel. Nach und nach werden immer mehr aus insgesamt
1200 Ausrüstungsgegenständen von teils namhaften Herstellern freigeschaltet. Von Shirts über Kappen bis Sonnenbrillen, Schläger und Uhren ist alles dabei, was das Herz eines jeden Golfers höher schlagen lässt. Neben dem Erscheinungsbild des Profisportlers ändern sich dadurch auch seine
Fähigkeiten, bringt jedes Teil doch gesteigerte Attribute mit. Zudem erwirbt man im Laufe der Wettbewerbe Punkte, die frei auf etwa Kraft, Abschlag und Putten verteilbar sind.
Offline darf zu zweit mit Splitscreen gegolft werden, eine echte
Neuerung findet sich jedoch im
Online-Modus für zwei bis vier Spieler wieder. Hier darf man in verschiedensten Herausforderungen gegen Spieler aus aller Welt antreten. Die Lebenszeit des Titels wird so um einiges
verlängert. Grafisch hat sich im Vergleich zur Xbox 360-Fassung aus dem Vorjahr wenig getan: Die insgesamt zwölf, teils neuen, Kurse wurden genauso schön auf den Bildschirm gebracht. Sämtliche Golfer überzeugen mit
lebensechten Animationen und glaubwürdiger Mimik. Einzig die Zuschauer wirken etwas unspektakulär und wiederholen sich oftmals. Bei der Akustik sind besonders die äußerst gelungenen
englischen Kommentatoren hervorzuheben, die neuen Musikstücke untermalen das Geschehen solide, können aber dank EA Trax auch einzeln aus- bzw. eingeschaltet werden. Applaus und Umgebungsgeräusche sorgen für eine authentische Kulisse.