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Master-Review:   » drucken    » versenden

Tiger Woods PGA Tour 07

» Autor: Georg Gruber
» Datum: 14.04.2007
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Mit dem PS3-Auftritt beweist PGA Tour 07, dass es mehr als ein Aufguss des Vorgängers ist.

Der Tradition folgend, versieht Electronic Arts seine Sportspiele auch dieses Jahr mit einer neuen Versionzahl – mehr oder weniger umfassende Anpassungen inklusive. Während die Heimkonsolen bereits auf eine lange Reihe dieser Updates zurückblicken können, wagt der Publisher auf der PS3 erstmals das Golfplatz-Debut. Im Falle von Tiger Woods PGA Tour ein durchaus schweres Erbe, konnten die Vorgänger das letzten Generation (und Xbox 360) doch durch und durch überzeugen. Wie groß die Anstrengungen für die 07er-Version waren, klärt unser Master-Review.

Jeder Golfer fängt einmal klein an
Bevor man sich auf den Rasen begeben kann, gilt es auch in Tiger Woods PGA Tour 07, das Erscheinungsbild des angehenden Profi-Sportlers festzulegen. Angefangen beim Gesicht bis hin zum Körperbau stehen hier vielfältige Möglichkeiten offen.
» Selten aber doch muss Tiger auch mal ins Rough.
Wem das zu viel Action ist, beginnt die eigene Karriere mit der Rookie-Version von Tiger Woods, muss dann aber auf die umfangreichen Goodies zur Anpassung des eigenen Charakters verzichten. Ganz im Zeichen der vorangegangenen Konsolenfassungen durchläuft man im PGA Tour-Modus auch dieses Mal eine Wettbewerbsphase auf dem Weg zur Tabellenspitze. Auf einem Kalender darf hier jeweils der nächste Event ausgewählt werden.

Das Spektrum der Herausforderungen ist dabei vielfältig: Man tritt in der neuen und sehr herausfordernden Tiger Challenge gegen andere namhafte Profigolfer an, versucht in verschiedenen Situationen, wie etwa aus Sandbunkern heraus, einen möglichsten guten Score zu erreichen oder absolviert eines der zahlreichen Minispiele. Im beispielsweise bereits aus dem Vorgänger bekannten Putt-Rausch müssen in schneller Abfolge Bälle eingelocht werden. Beim neuen Minigame namens T-I-G-E-R (Golfer wissen was gemeint ist: HORSE) gilt es, die Schläge des Gegner zu übertrumpfen. Über kurz oder lang steht auch das erste PGA Tour-Ereignis an, bei dem man über sämtliche 18 Löcher eines Kurses hinweg das beste Ergebnis erreichen und Erster werden muss.

Übung macht den Tiger
Auf dem Golfplatz hingegen hat sich seit Tiger Woods PGA Tour 06 nicht viel geändert. Das wichtigste Bedienelement stellt nach wie vor der Analogstick dar. Mit dessen Hilfe führt man sämtliche Schläge aus. Dazu wird der Stick zuerst nach
» Die Mimik verheißt 'Noch mehr Übung'.
unten und im Anschluss in möglichst gerade Linie nach oben bewegt. Verzieht man dabei, gewollt oder ungewollt, nach links oder rechts, so fliegt die weiße Kugel eine entsprechende Kurve. Je weiter der Analogstick nach hinten bewegt wird, desto stärker der Schlag. Neu mit von der Partie: Shades- und Draw-Schläge, welche durch Bewegungen von rechts bzw. links hinten und gerader Gegenbewegung ausgelöst werden. Richtung und Weite bestimmt das Programm selbst ganz gut, große Korrekturen sind kaum nötig, ansonsten darf per Dreieck-Taste der angepeilte Zielbereich sowie per R-Stick neuerdings auch der Schlagwinkel manipuliert werden.

Auch beim Putten kommt der Analogstick zum Einsatz, wobei zusätzlich Hilfsmittel zur Verfügung stehen: Ein farbiger Raster zeigt das Gefälle rund um das Loch an und eine Hilfestellung, wie der Schlag auszuführen ist, kann zudem bei Bedarf eingeholt werden. Die Schwierigkeit bei Tiger Woods PGA Tour 07 liegt klar darin, die Schläge mittels Analogstick richtig zu beherrschen. Nur mit viel Übung fliegt der Ball schlussendlich auch an die Stelle, wohin man gezielt hat. Hinzu kommt, dass einige Herausforderungen beinhart kalkuliert sind und viel Können an den Tag gelegt werden muss. Ist man aber bereit, sich genügend lange damit zu beschäftigen, so erwartet einen ein äußerst motivierender und lang anhaltender Golfspaß.

Shop 'till you drop
Hat man ein paar Herausforderungen hinter sich gelassen und sein erstes Geld verdient, klopft auch bald der erste Sponsor an die Tür. Spätestens jetzt sollte dem Pro Shop ein Besuch abgestattet werden, liegt hier doch die größte Motivation im
» Schöne Kurse, etwas fade Zuseher.
Spiel. Nach und nach werden immer mehr aus insgesamt 1200 Ausrüstungsgegenständen von teils namhaften Herstellern freigeschaltet. Von Shirts über Kappen bis Sonnenbrillen, Schläger und Uhren ist alles dabei, was das Herz eines jeden Golfers höher schlagen lässt. Neben dem Erscheinungsbild des Profisportlers ändern sich dadurch auch seine Fähigkeiten, bringt jedes Teil doch gesteigerte Attribute mit. Zudem erwirbt man im Laufe der Wettbewerbe Punkte, die frei auf etwa Kraft, Abschlag und Putten verteilbar sind.

Offline darf zu zweit mit Splitscreen gegolft werden, eine echte Neuerung findet sich jedoch im Online-Modus für zwei bis vier Spieler wieder. Hier darf man in verschiedensten Herausforderungen gegen Spieler aus aller Welt antreten. Die Lebenszeit des Titels wird so um einiges verlängert. Grafisch hat sich im Vergleich zur Xbox 360-Fassung aus dem Vorjahr wenig getan: Die insgesamt zwölf, teils neuen, Kurse wurden genauso schön auf den Bildschirm gebracht. Sämtliche Golfer überzeugen mit lebensechten Animationen und glaubwürdiger Mimik. Einzig die Zuschauer wirken etwas unspektakulär und wiederholen sich oftmals. Bei der Akustik sind besonders die äußerst gelungenen englischen Kommentatoren hervorzuheben, die neuen Musikstücke untermalen das Geschehen solide, können aber dank EA Trax auch einzeln aus- bzw. eingeschaltet werden. Applaus und Umgebungsgeräusche sorgen für eine authentische Kulisse.
Pro
Sehr fordernder Tour-Modus
Schöne HD-Präsentation
Original-Kurse und -Golfer
Kostenloser Online-Modus
Neue Inhalte ...
Contra
... jedoch weniger Umfang als auf PS2/Xbox
Knackiger Schwierigkeitsgrad
Hohe Lernkurve
Fazit
Electronic Arts wird immer wieder vorgeworfen, ihre Sportspiele nur geringfügig anzupassen und dennoch jedes Jahr zum Vollpreis zu verkaufen. In einigen Fällen mag das durchaus zutreffen, Tiger Woods PGA Tour 07 für die PS3 steht aber für eine löbliche Ausnahme. Im Gegensatz zur vorjährigen Version hat sich einiges getan - was praktischerweise auch im Tutorial genau ausgewiesen wird. Hauptattraktion ist und bleibt der PGA Tour-Modus mit stattlichem Umfang. Auch der kostenlose Online-Modus sorgt für einen großen Mehrwert, hat ein Match gegen menschliche Gegner doch seinen ganz besonderen Reiz. Die guten Elemente der Vorgänger wurden beibehalten, dennoch aber genug verändert, um auch in diesem Jahr einen Kauf zu rechtfertigen. Man absolviert eine Herausforderung um die andere, verdient dabei Erfahrung und Geld, welches wiederum im Pro Shop in verbesserte Attribute und neue Ausrüstung investiert wird. Dieser Kreislauf lässt kaum Langeweile aufkommen und man ist stets motiviert, seinen Golfer und damit auch sich selbst noch weiter zu perfektionieren. Somit gilt ein weiteres Mal: Auch Spieler, die mit Golf nicht viel am Hut haben, sollten einen Blick riskieren und den Simulationstitel nicht auf das Geschehen am Rasen reduzieren. Golf-Veteranen mit einer PS3 greifen sowieso blind zu. Lediglich der hohe, aber immer meisterbare Schwierigkeitsgrad kann der eine oder andere Stolperstein sein.
Infos
Erhältlich für
Genre
Sport
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
EA Sports
Website
www.easports.co...
Release
23. März 2007
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