Die aktuellste FIFA-Version schlägt neue Wege ein, gerät dabei jedoch etwas ins Stolpern.Xbox 360-Besitzer fieberten der Veröffentlichung von
Electronic Arts FIFA 07 schon sehnsüchtig entgegen, erschien es doch einen guten Monat später für die Next-Gen-Konsole. Dies ist kaum verwunderlich, handelt es sich bei dem Titel ja um das erste von Grund auf neu entwickelte Fußballspiel für die Microsoft-Konsole. Die gute Nachricht: Man merkt deutlich, dass sich
EA auf der Xbox 360 ordentlich ins Zeug gelegt hat. Die schlechte Nachricht: Zu den PS2- oder Xbox-Versionen schließt der Titel immer noch nicht ganz auf. Details findet ihr in unserem
Master-Review.
Quo vadis, FIFA?Einen Vorwurf muss sich
EA sicherlich nicht gefallen lassen: Eine lediglich um Details veränderte Fassung von FIFA auf den Markt geworfen zu haben. Man merkt dem Produkt an, dass sich die Entwickler der Konkurrenz durch
PES 6: Pro Evolution Soccer » Die Zwischensequenzen sprechen für sich. |
deutlich bewusst sind, denn am Gameplay wurde bei
FIFA 07 kräftig herumgeschraubt und -gehämmert. Das Resultat dieser Bemühungen tritt mehr als deutlich zu Tage. Eine
stark überarbeitete Ballphysik sorgt dafür, dass die Pässe nicht wie in früheren Versionen wie eine Lenkrakete ihren Abnehmer finden, sondern auch das eine oder andere Mal im nassen Rasen
verhungern.
Auch die Zweikämpfe wurden aufpoliert und so sind hohe Bällen immer wieder von Drängeleien um den besten Platz begleitet. Hinzu kommt, dass das Geschehen im Stadion nun deutlich langsamer ablauft. Unterm Strich führen diese Veränderungen im Gameplay zu einem für FIFA-Verhältnisse ungewohnt starken
Simulationseinschlag, ohne aber jemals die Detailverliebtheit eines
Pro Evolution Soccer zu erlangen. Dafür
fühlen sich die einzelnen Fußballer viel zu gleich an. Zum Beispiel besteht kein allzu großer Unterschied, ob man nun gerade mit Didier Drogba oder Samuel Eto'o stürmt – an sich zwei Torjäger mit gänzlich unterschiedlicher Spielanlage. Hier hat die Konkurrenz also weiterhin die Nase vorne.
Die Lizenz zum TötenDer erfahrene Zocker weiß es bereits: wo
EA Sports drauf steht, sind lizenzierte Athleten bis zum Abwinken drin. An den Lizenzreichtum der PS2 oder Xbox-Version reicht die NextGen-Fassung jedoch nicht heran. Dennoch umfasst der
» Stets den Überblick bewahren. |
Titel ganze 117 internationale Klubs aus sechs Ligen sowie 37 Nationalteams für experimentierfreudige Spieler. Dem Nachstellen von Champions League-Krachern wie Chelsea gegen Barcelona steht somit nichts im Wege. Die einzelnen Mannschaften sind auf dem Stand von August 2006, weshalb spätere Personal-Rochaden keine Berücksichtigung gefunden haben. Wer sich jedoch per
Xbox Live verbindet, erhält automatisch beim Einloggen ein komfortables
Kader-Update. Zusätzlich bietet
EA Informationen, Statistiken sowie News aus der Fußballwelt an.
Die Online-Funktionalitäten wissen prinzipiell zu gefallen. Während der Navigation in den Menüs wird man von
Podcasts und einem tagesaktuellen
Ergebnis-Ticker über die aktuellen Geschehnisse beim Fußball informiert.
FIFA 07 leidet jedoch heftig unter dem "zu kleiner Text"-Syndrom in der Standard-Auflösung. Nur wer sehr gute Augen hat, kann im Ansatz entziffern, um was es sich beim Geschriebenen dreht. Die größte Neuerung stellen aber wohl die
Interaktiv-Ligen (FIFA Lounge) dar. Hier gilt es, einen Klub, eine Saison lang online zu vertreten. Die Begegnungen entsprechen genau jenen der tatsächlichen Vereine in der laufenden Kalenderwoche. Wem das noch nicht genug Abwechslung bietet, der kann sich noch an den
75 Aufgaben des Herausforderungsmodus versuchen.
Außen huiAbseits der Spielmechanik zeigt sich
FIFA 07 von der allerbesten Seite. Die Menünavigation gerät dank des abwechslungsreichen und
prominenten Soundtracks (
Keane, Muse, Outlandish, Oakenfold, ...) zu einem Ohrenschmaus. Auf dem Spielfeld weiß hingegen vor allem die
Stadionkulisse sehr zu überzeugen. Die Zuschauer reagieren auf das Geschehen und feuern die Heimmannschaft mit Schlachtgesängen kräftig an, so sie denn ihre Leistung erbringt. Geratet ihr vor eigenem Publikum in größeren Rückstand, dann dürft ihr euch auf gellende Pfeifkonzerte gefasst machen. Auch unpopuläre Schiedsrichterentscheidungen werden ähnlich kommentiert.
Optisch zeigt sich
FIFA ebenso von seiner besten Seite. Die meisten Spieler sehen ihren realen Pendants verblüffend ähnlich. Leider kommt dieser Aspekt beinahe nur in den Zwischensequenzen zum Tragen, wenn die Athleten in Nahaufnahme mit dem Schiedsrichter diskutieren oder ob einer vergebenen Torchance an ihren Fähigkeiten zweifeln. Diese Unterbrechungen tragen viel zur Stimmung bei und im Gegensatz zur PS2-Version stellt sich auch kein übermäßig störendes Ruckeln ein.
Ich bin DOCH blöd, Mann!Wer von einzelnen Matches die Nase voll hat oder sich nicht online duellieren möchte, den hält wie bereits bei den Vorgängern der
Manager-Modus, welcher weiter verfeinert wurde, bei der Stange. Zusätzlich dürft ihr
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euch - wie bereits erwähnt - in unzähligen Herausforderungen beweisen. Werden die geforderten Aufgabenstellungen erfüllt, so bekommt euer Profil Punkte gut geschrieben, die ihr zum Erwerb von Videos, zusätzlichen Bällen oder Trikots verwendet. Dass der Spielspaß trotz all der zahlreichen Modi und Möglichkeiten gedämpft wird, lässt sich zum Einen an den teils peniblen und sehr harten Schiedsrichterentscheidungen fest machen. Zum Anderen trägt das Verhalten der Protagonisten sein Scherflein bei.
Die KI von Freund und Feind bleibt nämlich über weite Strecken hinter den Erwartungen zurück. Im Verlauf eines Angriffs rücken die eigenen Verteidigungslinien gerne mal geschlossen undiszipliniert bis zur Mittellinie auf und laden somit den Gegner richtig gehend zu Konterattacken ein. Die CPU-Kontrahenten dagegen wirken oft etwas abwesend und beweisen kaum Aggressivität. Nach nur wenigen Matches zeigt sich ein klares Verhaltensmuster in der Gegner-KI und Spielzüge sowie -taktiken werden dadurch teilweise vorhersehbar. Das Tüpfelchen auf dem i bilden schließlich die Torleute, die kaum aus dem Kasten herauslaufen, wenn dies angebracht wäre. Zusätzlich lassen die Schlussmänner noch sehr viele (oft ungefährliche) Schüsse zur Mitte abprallen. So fallen die meisten der Tore auf eine eher unspektakuläre Art und Weise durch Abstauber.