Portable Umsetzung eines PC-Klassikers, die an enormen Schwächen leidet.Die Siedler 2 auf dem PC war einer der Meilensteine des Aufbaustrategie-Genres. Der Klassiker aus dem Jahre 1996 begeisterte durch ein süchtigmachendes Gameplay und einen hohen Wuselfaktor. Umso größer war die Vorfreude, als Blue Byte Die Siedler für Nintendo DS ankündigte und dabei verlauten ließ, dass das Spiel auf dem zweiten Teil der Reihe aufbauen wird. Ob die Handheld-Version dem Oldie das Wasser reichen kann, erläutert euch unser Master-Review.
Auf diese Steine können sie bauen … Kenner des PC-Originals werden sich in Die Siedler DS gleich heimisch fühlen, wurde die Menüführung doch fast 1:1 übernommen. Neulinge allerdings werden erstmal eine Zeit lang ratlos vorm Handheld sitzen, da es kein Tutorial oder sonstige
» Die Grafik ist schön, leidet aber an Rucklern. |
In-Game Erklärungen gibt. Aufgrund der Komplexität der Menüs sowie des Aufbaugameplays bedarf es einiges an Zeit und Experimentierfreudigkeit, bis man ins Spiel findet. Was Die Siedler 2 seinerzeit sehr innovativ machte, war das Straßennetz, welches auch in der DS-Version vorhanden ist. Die asphaltierten Wege dienen dem Warentransport, so dass Ressourcen schnell zu Baustellen oder zum weiterverarbeitenden Handwerker gelangen können. Wichtig ist bei so einem Aufbauspiel natürlich das Ressourcenmanagement und die Beschaffung eben dieser Rohstoffe, welche eben über das erwähnte Straßennetz zu den Bestimmungsorten gelangen.
Dazu bietet das Spiel komplexe Warenkreisläufe. So gewinnt man aus einem Bergwerk Eisenerz, welches zum Hochofen gebracht wird, w oman dann aus dem Erz sowie Kohle Stahl produziert. Mit diesem können dann Waffen oder Werkzeuge hergestellt werden. Auf diese Weise errichtet man seine Siedlung und verteidigt sie in verschiedenen Missionen gegen Konkurrenten. Die Kampagne entspricht dabei ziemlich genau der römischen Kampagne der PC-Vorlage. Dazu gibt es seine Weltkampagne, welche insgesamt noch neun weitere Missionen bietet, die in der Missions-CD von Die Siedler 2 vorkamen.
… oder auch nicht. Zudem lässt sich auch noch ein Spiel mit eigenen Regeln gegen bis zu drei KI-Gegner starten – eine Menge Optionen und Maps sorgen hier für Abwechslung. Sehr, sehr schmerzlich ist allerdings die Tatsache, dass auf einen Multiplayermodus
» Die kleinen Siedler kann man beim Arbeiten beobachten. |
komplett verzichtet wurde. Besonders für Fans, die die Singleplayer-Kampagnen bereits in- und auswendig kennen, bietet der Titel eigentlich absolut keinen Kaufreiz. Die größte Angst, die man bei so einem Spiel hat, ist dass die Entwickler die Maussteuerung nicht gut umsetzen können. Hier hat Blue Byte allerdings ganze Arbeit geleistet – die Bedienung ist intuitiv, einfach und fehlerfrei. Die Steuerung via Touchscreen kommt der Maussteuerung sehr nahe. Das Spiel hat aber andere, sehr gravierende Mängel.
So kämpft der Titel mit enormen Performanceproblemen - oftmals ruckelt die Grafik und die Soundausgabe, besonders sobald viel auf dem Bildschirm los ist. Zoomt man dann noch aus dem Geschehen heraus, um eine bessere Übersicht zu haben, wird das Geruckel nur noch schlimmer. So kann man die eigentlich niedliche 2D-Grafik nie wirklich genießen und das Beobachten der Siedler beim Arbeiten läßt keine Freude aufkommen.
Ein Satz mit X … Dazu gesellen sich dann noch DS-untypische Ladezeiten. Was zudem sehr negativ auffällt ist die Tatsache, dass es nur einen einzigen Speicherplatz gibt – so kann man also nicht z.B. eine Kampange und ein Endlosspiel parallel spielen. Bei einem
» Die Menüführung ist einfach und intuitiv. |
Aufbauspiel ist dies ein nicht zu verzeihender Kritikpunkt. Wäre das alles noch nicht genug, geben diverse Bugs einem den Rest. So kommt es öfters vor, dass Die Siedler nach einigen Stunden Spielzeit einfach abstürzt! Lediglich ein Neustart des Handhelds kann Abhilfe schaffen.
Zusammenfassend killt die Technik das Spiel: die ruckelnde grafische Präsentation, die Beschränkung auf einen Speicherplatz und regelmäßige Abstürze lassen die portable Version des PC-Hits zu einer wahren Spaßbremse werden. Abgesehen von den technischen Makeln haben sich die Entwickler aber Gedanken über eine schlaue Nutzung der DS-Screens Gedanken gemacht: Die beiden Bildschirme lassen sich mittels Druck auf eine Schultertaste austauschen, so dass das Aufbauspiel selbst als auch die Menüs via Touchscreen kontrollierbar sind.