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Tiger Woods PGA Tour 07  
» Autor: Christian Krammer
» Datum: 16.10.2006
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Genügend Übung vorausgesetzt, begeistert auch der zweite PSP-Auftritt von Tiger Woods in allen Belangen.

Der Tradition folgend, versieht Electronic Arts seine Sportspiele auch dieses Jahr mit einer neuen Versionzahl – mehr oder weniger umfassende Anpassungen inklusive. Während die Heimkonsolen bereits auf eine lange Reihe dieser Updates zurückblicken können, wagt der Publisher auf der PSP erst seinen zweiten Versuch. Im Falle von Tiger Woods PGA Tour ein durchaus schweres Erbe, konnte der erste Auftritt auf dem Handheld doch durch und durch überzeugen. Wie groß die Anstrengungen für die 07er-Version waren, soll folgendes Master-Review klären.

Drei harte Jahre
Bevor man sich auf den Rasen begeben kann, gilt es auch in Tiger Woods PGA Tour 07, das Erscheinungsbild des angehenden Profi-Sportlers festzulegen. Angefangen beim Gesicht bis hin zum Körperbau stehen hier vielfältige Möglichkeiten offen.
» Wenn Tiger zulangt, wächst kein Gras mehr.
Noch schnell das Wichtigste im Pro Shop eingekauft – für mehr reicht das Startkapital ohnehin nicht -, schon kann man sich an seine Karriere machen. Ganz im Zeichen der großen Konsolenbrüder durchläuft man im PGA Tour-Modus neuerdings drei Jahre des namensgebenden Wettbewerbs auf dem Weg zur Tabellenspitze. Auf einem Kalender darf hier jeweils der nächste Event ausgewählt werden.

Das Spektrum der Herausforderungen ist dabei vielfältig: Man tritt gegen andere namhafte Profigolfer an, versucht in verschiedenen Situationen, wie etwa aus Sandbunkern heraus, einen möglichsten guten Score zu erreichen oder absolviert eines von zwei Minispielen. Im bereits aus dem Vorgänger bekannten Putt-Rausch müssen in schneller Abfolge Bälle eingelocht werden. Beim neuen Minigame namens Shooting Gallery gilt es, punktgenau auf eine Wand zu schießen und damit kräftig Punkte abzusahnen. Über kurz oder lang steht auch das erste PGA Tour-Ereignis an, bei dem man über sämtliche 18 Löcher eines Kurses hinweg das beste Ergebnis erreichen und Erster werden muss.

Übung macht den Meister
Auf dem Golfplatz hingegen hat sich seit Tiger Woods PGA Tour 06 nicht viel geändert. Das wichtigste Bedienelement stellt nach wie vor der Analogstick dar. Mit dessen Hilfe führt man sämtliche Schläge aus. Dazu wird der Stick zuerst nach
» Beim Putten hilft ein farbiger Raster.
unten und im Anschluss in möglichst gerade Linie nach oben bewegt. Verzieht man dabei, gewollt oder ungewollt, nach links oder rechts, so fliegt die weiße Kugel eine entsprechende Kurve. Eine neue Anzeige veranschaulicht diese Abweichung. Je weiter der Analogstick nach hinten bewegt wird, desto stärker der Schlag. Richtung und Weite bestimmt das Programm selbst ganz gut, große Korrekturen sind nicht nötig. Mittels schnellem Antippen der rechten Schultertaste sorgt man zudem für Extrapower oder einen Drall.

Auch beim Putten kommt der Analogstick zum Einsatz, wobei zusätzlich zwei Hilfsmittel zur Verfügung stehen: Ein farbiger Raster zeigt das Gefälle rund um das Loch an, ein zuschaltbarer Pfeil in etwa die zu schlagende Richtung. Die Schwierigkeit bei Tiger Woods PGA Tour 07 liegt klar darin, die Schläge mittels Analogstick richtig zu beherrschen. Nur mit viel Übung fliegt der Ball schlussendlich jedes Mal dorthin, wo man es beabsichtigt hat. Hinzu kommt, dass einige Herausforderungen beinhart kalkuliert sind und man viel Können an den Tag legen muss. Ist man aber bereit, sich genügend lange damit zu beschäftigen, so erwartet einen ein äußerst motivierender und lang anhaltender Golfspaß.

Shopping extrem
Hat man ein paar Herausforderungen hinter sich gelassen und sein erstes Geld verdient, klopft auch bald der erste Sponsor an die Tür. Spätestens jetzt sollte dem Pro Shop ein Besuch abgestattet werden, liegt hier doch die größte Motivation im
» Einer der schön modellierten Kurse.
Spiel. Nach und nach werden immer mehr aus insgesamt 1200 Ausrüstungsgegenständen von teils namhaften Herstellern freigeschaltet. Von T-Shirts über Kappen bis Sonnenbrillen, Schläger und Uhren ist alles dabei, was das Herz eines jeden Golfers höher schlagen lässt. Neben dem Erscheinungsbild des Profisportlers ändern sich dadurch auch seine Fähigkeiten, bringt jedes Teil doch gesteigerte Attribute mit. Zudem erwirbt man im Laufe der Wettbewerbe Punkte, die frei auf etwa Kraft, Abschlag und Putten verteilbar sind.

Eine echte Neuerung findet sich im Online-Modus wieder. Nach einer etwas langwierigen Anmeldung kann man hier in verschiedensten Herausforderungen gegen Spieler aus aller Welt antreten. Die Lebenszeit des Titels wird so um einiges verlängert. Grafisch hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht viel getan: Die insgesamt zwölf, teils neuen, Kurse wurden schön auf den Bildschirm gebracht, sämtliche Golfer überzeugen mit lebensechten Animationen. Lediglich die Umgebungen könnten etwas detaillierter sein. Bei der Akustik sind besonders die äußerst gelungenen englischen Kommentatoren hervorzuheben, die neuen Musikstücke untermalen das Geschehen sehr gut. Applaus und Umgebungsgeräusche sorgen für eine gute Kulisse.
Pro
Sehr motivierend
Lange Spielzeit
Große Auswahl an lizenzierten Artikeln
Original-Kurse und -Golfer
Viele verschiedene Herausforderungen
Toller Online-Modus
Neue Inhalte
Contra
Knackiger Schwierigkeitsgrad
Analogstick etwas zu feinfühlig
Fazit
Electronic Arts wird immer wieder vorgeworfen, ihre Sportspiele nur geringfügig anzupassen und dennoch jedes Jahr zum Vollpreis zu verkaufen. In einigen Fällen mag das durchaus zutreffen, Tiger Woods PGA Tour 07 für die PSP steht aber für eine löbliche Ausnahme. Im Gegensatz zur vorjährigen Version hat sich einiges getan. Schon alleine der PGA Tour-Modus mit dem massiven Umfang ist sein Geld wert. Auch der neue Online-Modus sorgt für einen großen Mehrwert, hat ein Match gegen menschliche Gegner doch seinen ganz besonderen Reiz. Der Kern des Spieles blieb abgesehen davon jedoch unberührt, was aber keinesfalls einem Nachteil gleichkommt. Denn schon mit Tiger Woods PGA Tour 06 präsentierte sich ein äußerst motivierender Golfspaß, der lange Zeit an den Handheld fesselte. Man absolviert eine Herausforderung um die andere, verdient dabei Erfahrung und Geld, welche wiederum im Pro Shop in verbesserte Attribute und neue Ausrüstung investiert werden. Dieser Kreislauf lässt nie Langeweile aufkommen und man ist stets motiviert, seinen Golfer und damit auch sich selbst noch weiter zu perfektionieren. Somit gilt ein weiteres Mal: Auch Spieler, die mit Golf nicht viel am Hut haben, sollten einen Blick riskieren und den Titel nicht auf das Geschehen am Rasen reduzieren. Golf-Veteranen mit einer PSP greifen sowieso blind zu. Lediglich der hohe, aber immer meisterbare Schwierigkeitsgrad kann der eine oder andere Stolperstein sein.