![]() |
![]() |
|
|
|
Gleich zu Beginn von Colin McRae Rally 3 wird man ins Hauptmenü versetzt, das wie immer in dieser Serie sehr stylisch und nett anzusehen ist und dazu noch von einem echten Ohrwurm begleitet wird. Genreuntypisch finden sich hier aber nur 2 Optionen die Spielmodi betreffend, nämlich zum Einen die „Meisterschaft“ und zum Anderen die sogenannte „Wertungsprüfung“, die Einzelrennen und Multiplayer-Modus ineinander vereint. Desweiteren gibt es im Hauptmenü noch die obligatorischen Optionen und einen Punkt genannt „Extras“, in dem man sich einiges an Bonusmaterial, unter anderem ein Making Of des Spieles, ansehen kann. Sehr positiv zu erwähnen sind die kurzen und somit sehr angenehmen Ladezeiten. Bis man sich im Hauptmenü findet, vergehen nur ein paar Sekunden und auch das Laden der Rennen dauert nicht sehr lange. Der wichtigste Unterschied, der ein Rally-Spiel und so auch Colin McRae Rally 3 ausmacht von einem konventionellen Rennspiel unterscheidet ist die Tatsache, dass man man alleine auf der Strecke ist und nur gegen die Uhr und nicht gegen andere Spieler/Gegner antritt. Der Co-Pilot ist dabei wie im echten Leben (jedenfalls noch bis vor kurzem) Nicky Grist, der Einem mit seiner Originalstimme die Strecke etwas näherbringt. Trotz fehlender Authenzität ist es jedoch besonders Anfänger anzuraten, die Kommentare auf Deutsch umzustellen, da man sonst sehr schwer versteht, was nun auf der Strecke als nächstes folgt – was aber sehr wichtig ist, um mit Vollgas über die Strecke jagen zu können. Zur Beruhigung sei aber zu sagen, dass auch die deutschen Kommentare durchaus authentisch klingen. Die Meisterschaft geht über 3 Saisonen, wobei jede Saison in 6 verschiedenen Ländern stattfindet und jedes Land nocheinmal in 6 verschiede Strecken, im Rally-Jargon „Sonderwertungsprüfungen“ genannt, und eine „Super-Spezial-Wertungsprüfung“ eingeteilt ist. Die Rally in einem jeden Land geht jeweils über 3 Tage. Der erste Tag widmet sich einzig und alleine der Probefahrt und den möglichen Fahrzeugeinstellungen. Auch hat man hier die Gelegenheit, Infos über die einzelnen Wertungsprüfungen einzuholen, danach dementsprechende Einstellungen an seinem Auto vorzunehmen und diese dann bei einer Probefahrt auszuprobieren. Hat man sich das Auto nach seinen speziellen Wünschen hergerichtet, beginnt am zweiten Tag die eigentliche Rallyund somit die erste Wertungsprüfung von insgesamt 3 an diesem Tag. Am Anfang des dritten Tages findet man sich abermals in der „Wartung“ wieder, kann hier jedoch keine Probefahrt mehr machen. Nach der Wartung fährt man wieder jeweils 3 Wertungsprüfungen. Nach einer weiteren Wartung startet das 4. und letzte Rennen genannt „Super-Spezial-Wertungsprüfung“, welches ein spezielles Rennen ist. Hier tritt man gegen einen anderen Rally-Piloten auf einem Rundkurs an und muss eine möglichst gute Zeit heraußfahren. Am Ende der 7 Wertungsprüfungen werden die Zeiten zusammengezählt und die Tabelle angezeigt. Je nachdem welchen Platz man hier belegt, darf man man in der Rally im nächsten Land an diesem Platz starten – ist man Erster, so startet man als erstes und hat keine Zeit eines anderen Piloten, an der man sich orientieren und die man unterbieten kann. Startet man an einem anderen als dem ersten Platz, wird einem an 3 Punkten der Strecke die Zwischenzeit angezeigt und auch wieviel man im Vergleich zum Ersten hinten oder vorne ist. Je nachdem, welchen Platz man in der oben angesprochenen Tabelle am Ende einer Saison belegt, wird man im Schwierigkeitsgrad neu eingestuft. Begonnen habe ich mit „normal“, als ich die erste Saison gewonnen habe, wurde ich wegen meines ersten Platzes auf „schwierig“ eingestuft. Da ich die 3. Saison wieder gewonnen habe, hätte ich mit „sehr schwierig“ weiterspielen müssen, doch zum Glück ist die Meistschaft nach der dritten Saison zuende. Jedes Land hat seine eigenen Untergrund- und Witterungseigenschaften zu bieten. In GB geht es über nassen Asphalt und matschige Feldstraßen, in Schweden hingegen hat man seine liebe Müh’ und Not mit Schnee und Eis und dem hinzukommendem Schneefall, der die Sicht behindert. Man wird im Laufe des Spieles aber mit seinen Reifen auch Untergründe wie Makadam oder Schotter berühren und sich die Sicht durch Regen trüben lassen müssen. Insgesamt ist also hier durchaus für große Abwechslung gesorgt. Dank des hohen Realititätsgrades von Colin McRae Rally 3 verhält sich das Auto natürlich je nach Untergrund anders. Klebt der Wagen auf Asphalt und auch Makadam förmlich auf der Straße, wünscht man sich bei Matsch oder noch schlimmer Eis, lieber Co-Pilot als wie Fahrer zu sein. Hinzu kommt noch, dass einige Teilen der Strecke gerade mal so breit wie das Auto selbst sind und man oft die meiste Zeit in der Wiese anstatt auf der Straße selbst verbringt. Abgesehen von Untergrund und Witterung haben die Strecken auch sonst sehr viel an Abwechslung zu bieten – verschneite Wälder, kurvige Gebirgspässe, die sich durch die Einöde schlängeln, Waldwege, wo zwischen den Bäumen kaum mehr Platz als die Breite des Hecks ist, aber auch breite Schnellstraßen, wo man zwischendurch mal so richtig Gas geben kann und sich nicht um Abgründe oder Begegnungen mit Bäumen Sorgen machen muss. Kommt man einmal zu weit von der Strecke ab, wird man mit ein wenig Zeitverlust auf die Strecke zurückgesetzt. Als Beispiel sind hier die Reifen zu nennen. Kann man zu Beginn nur aus einer handvoll Reifen auswählen, so werden diese immer spezieller und auf eine bestimmte Strecke abgestimmt, sodass man auf dieser besser oder schneller vorankommt. Hat man in der ersten Saison im verschneiten Schweden so seine Problem, das Auto auf der Straße zu behalten, gestaltet sich das Ganze nach Erhalt der Reifen mit langen Spikes in der 3. Saison schon um einiges leichter. Sehr viele Einstellungsmöglichkeiten bietet auch die Aufhängung des Autos. Hier hat man je nach Fortschritt im Spiel die Wahl zwischen weichen, mittleren und harten Stoßdämpfern und kann die Stabilisatoren, die die Neigung des Autos in Kurven beeinflussen, auf „keine“, „mittel“ oder „stark“ stellen. Fährt man etwa auf Asphalt mit harten Stoßdämpfern und „starken“ Stabilisatoren, ist man hingegen auf Schnee mit „weich“ und „keine“ besser beraten. Im Laufe des Spieles kommen noch leichtere Ausführungen des Chassis und stärkere Turbos hinzu um in der dritten Saison die Gegner nochmal so richtig am Auspuff schnuppern zu lassen. Wer es hier mit der Angst zu tun bekommt und glaubt, sich vor jedem Rennen mit zig Einstellungsmöglichkeiten herumschlagen zu müssen, den möchte ich beruhigen. In jedem Wartungs-Abschnitt wählt das Spiel die geeignetsten Einstellungen für das Auto. Man kann aber natürlich trotzdem versuchen, mit anderen Einstellungen die letzte Millisekunde in der Probefahrt herauszuholen und so auch im Rennen selbst besser abzuschneiden. Desweiteren hat man auch oft Probleme, die Aussagen des Co-Piloten dem Streckenverlauf richtig zuzuordnen. Manchmal denkt man, es kommt eine scharfe Rechtskurve und man bremst schon, dabei geht es geradeaus und man hätte Gas geben können. Aber auch das zählt eher zu den Ausnahmen, hat mir bzw. McRae und Grist aber Kopfschmerzen bereitet, da sie durch meinen Fahrfehler gegen einen Baum geknallt sind. Gernell werden die Hinweise zum Streckenverlauf auf folgende Weise dargestellt. Der Co-Pilot sagt zuerst den empfohlenen Gang und dann die Art der Kurve. Weiters erscheint ein Pfeil, der die Stärke der Kurve angibt, wobei weiß gering und rot sehr stark ist. Bei einer Kurve, die also mit Vollgas, also dem sechsten Gang durchfahren werden kann, sagt der Co-Pilot „6 rechts“ und auf dem Fernseher erscheint ein weißer Pfeil der leicht nach rechts geneigt ist. So weiß man zu 90% genau, was man zu tun hat und wie der Straßenverlauf als nächstes ist. Den besonderen Realismus von Colin 3 zeichnet die unterschiedliche Reaktion auf die verschiedenen Untergründe und Witterungsverhältnisse aus. Während man wie schon erwähnt auf Asphalt Kurven mit Vollgas ohne großes Übersteuern durchfahren kann, genügt auf Schnee oder Schotter schon eine kleine Unachtsamkeit und man vollzieht einen Bilderbuch-Dreher. Auch haben verschiedene Fahrzeugeinstellungen unterschiedliche Auswirkung auf das Fahrverhalten und man kann diese auch wirklich spüren. Wer einmal versucht hat, mit Schotter-Reifen auf Schnen zu fahren, der weiß, was ich meine. Das mag zwar ein Beispiel sein, das ein klein wenig überzogen erscheint, verdeutlicht aber durchaus den hohen Grad des Realismus im Spiel. Wo Licht, da natürlich auch Schatten und so kann eben dieser pure Realismus einen auch schonmal in die Verzweiflung treiben, z.B. wenn man mit Vollgas auf Schotter in eine Kurve fährt und dann versucht, durch Bremsen langsamer zu werden, man aber sich nahezu im gleichen Moment bereits abseits der Strecke wiederfindet. Der mit dem Realismus verbundene Schwierigkeitsgrad kann auch dazu führen, dass sich Einsteiger durch die nicht ganz einfache Steuerung etwas abgeschreckt fühlen können. Aber auch bei Fortgeschrittenen kann es ab und zu soweit kommen, dass man das Gamepad am liebsten in die Ecke schleudern möchte, weil man an immer wieder an der gleichen Stelle scheitert und, was eine gute Zeit verhindert und man das Rennen so immer und immer wieder neu starten muss. Wer bei Colin McRae Rally 3 also erwartet, ins Auto einzusteigen und in Finnland auf Schotter eine perfekt Zeit hinzulegen, wird sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und muss sich schonmal ein wenig ins Spiel einarbeiten. Die Steuerung selbst orientiert sich an anderen Spielen auf der Xbox. Gasgegeben und gebremst wird mit den Schultertasten, die Handbremse mit B angezogen und die Ansicht mit Y gewechselt. Gesteuert wird wie üblich mit dem linken Analogstick. Insgesamt hat das Spiel 3 Kameraperspektiven zu bieten, wobei die Steuerung mit der Verfolgerkamera eindeutig am leichtesten fällt. Eindeutig realistischer fällt das Fahrgefühl natürlich in der Innenperspektive aus. Ganz harte Naturen wählen die Sicht von der Motorhaube um sich und dem Spiel den richtigen Kick zu geben.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||