Technisch ein Hammertitel, welcher Rallye-Fans und -Neueinsteiger zugleich anspricht.
Mr. Smooth and Mr. Steady Codemasters darf die eigene Rennserie zu Recht als einen der Eckpfeiler des Offroad-Racing-Genres verstehen. Selbst wem der erst vor kurzem mit seinem Sohn auf tragische Weise bei einem Helicopter-Absturz verunglückte
» Leicht explosive Rennstimmung nach dem Start. |
Rallye-Weltmeister kein Begriff war, kennt mit hoher Wahrscheinlichkeit die
Colin McRae Rallye-Reihe. Seit mittlerweile
über zehn Jahren sind Gamer auf dem ganzen Globus nicht nur hochkarätiges Arcade-Renngefühl, sondern auch an ein ständig neues, stets stylische Design gewöhnt. So begrüßt auch im aktuellen
Colin McRae: DIRT den Spieler ein völlig neues Menü, welches
in stilvoller Pyramidenform präsentiert wird.
Codemasters hat sich erneut viel einfallen lassen, um aus einem linearen Karriere-Pfad ein simples jedoch
ansprechendes optisches Erlebnis zu machen. Neben der
umfangreichen Karriere gibt es Solo-Modi wie Meisterschaften (unterschiedliche Rallye-Touren), und Rallye World (Einzelrennen und -events sowie Zeitfahrten) an. Mehrspieler haben die Möglichkeit, sich per System- oder Online-Link auszutoben. Das Herzstück von
Colin McRae: DIRT stellt jedoch klar der Karriere-Modus dar. In diesem gilt es
gut 70 teils mehrstufige Rennevents zu meistern, um ganz oben in der Weltklasse der Rallye-Fahrer einen Ehrenplatz zu erobern.
Awesome all the way Insgesamt gibt es elf Stufen, welche jeweils mehr oder minder linear durchlaufen werden müssen, um
weitere Strecken und Autos frei zu schalten. Innerhalb einer Stufe kann der Spieler jedoch selbst entscheiden, ob oder in welcher Reihenfolge
» Kein Rallye-Spiel ohne den berühmten Toyota Celica. |
die Rennen bestritten werden sollen, es müssen nur genug Punkte errungen werden, um die nächsten Events frei zu schalten. Puristen mag dieses
Abweichen von der vertrauten Rallye-Formel zu Beginn irritieren, dank der unterschiedlichen Events wird der Titel jedoch für Genre-Neueinsteiger deutlich zugänglicher. Praktisch: Man kann auch je Rennen den Schwierigkeitgraden wählen, je höher dieser ist, desto mehr klingelt es auch in der eigenen Kasse.
Neun unterschiedliche Offroad-Wettbewerbe erwarten den Spieler: Angefangen von der klassischen Rallye mit Heckantrieb, über die moderne Rallye mit Allrad und Rallye-Raid (Marathon-Rennen, die den Fahrzeugen in Sachen Robustheit alles abverlangen) bis zu Hill Climb (hochgezüchtete PS-Monster werden auf eine Bergstrecke losgelassen), bietet
Colin McRae: DIRT auch weniger bekannte Varianten wie Zeitduelle oder Rallye-Cross-Veranstaltungen an. Bei letzteren muss man sowohl auf Asphalt als auch Offroad eine gute Linie finden. Abgerundet durch Buggie-Rundkurse ist wohl für jeden Geschmack etwas dabei. Stolze
lizenzierte 45 Fahrzeuge und Trucks haben es in den PS3-Titel geschafft und sorgen für genug Auswahl in den einzelnen Rennklassen.
Only winners in this car In Sachen Realismus bewegt sich
Colin McRae: DIRT abermals deutlich
mehr im Arcade- als im Simulationsbereich. Wer gerne sofort losbrettern will, kann ohne große Hintergedanken in eine Rallye einsteigen.
» Wer sagt, Brummi-Fahrer seien langsam? |
Dies funktioniert auf dem ersten (der insgesamt fünf) Schwierigkeitsgrade völlig unkompliziert. Spätestens im vorletzten empfiehlt es sich das
Setup des Autos (Bremsen, Gangschaltung sowie diverses Tuning) sorgfältig ab zu stimmen. Im höchsten schließlich gehört eine ausgiebige Trainingsfahrt zum Pflichtprogramm. Die
Vielfalt an detaillierten Fahrzeugen beeindruckt und auch die Events sind unterschiedlicher denn je ausgefallen, denn beim Umfang hat sich
Codemasters wirklich ausgetobt.
Dem Spieler stehen Offroad-Disziplinen sowie Meisterschaften in den Bereichen Rallye, Hill Climb, Rallye-Cross sowie Lang- und Rennstreckenevents (z.B. mit Buggies oder Trucks) zur Auswahl. Mal zieht man auf Asphalt mit einem Lotus seine Runden, ein anderes Mal durchpflügt der eigene Renn-LKW die Sahara oder das neu erworbene Rallye-Car schlängelt sich in engen Serpentinen einen Hochalpenpass hinauf. Die
zahlreichen Originalstrecken stammen aus insgesamt zehn Ländern und wurden oftmals bis ins Detail nachgebildet. Hinzu kommt noch die stattliche Anzahl an freischaltbaren Fahrzeugen sowie knapp an die
200 wählbare Lackierungen.
Ride like the wind In Sachen Grafik beeindrucken die detaillierten Landschaften und Autos. Das
ausgeprägte Schadensmodell (optisch sowie physisch) sorgt für beste Rennatmosphäre. Dank der eingesetzten Grafik-Engine
» Darum heißt das Spiel auch DIRT. |
rasen die Action geladenen Bilder auch
in stabilen 60Hz daher. Die gute und schlechte Nachricht in Sachen Replays: Endlich darf auch
zurück gespult (Crashes are fun!) werden, aber jemand hat auf den "Speichern"-Button vergessen. Die Steuerung via PS3-Controller wirkt manchmal schwammig, Realismus-Fans greifen also besser zu einem Force-Feedback-Lenkrad. Auch in Sachen Geräuschkulisse war
Codemasters tüchtig: 7.1 Uncompressed Audio, Baby!
Die Wagen verfügen über indiviudelles Motorbrummen, jeder Untergrund hört sich anders an und ein Crash tut auch in den Ohren weh. Einzig der für ein Rallye-Spiel
unpassende Kommentator stößt übel auf und dürfte wohl ein ziemlich plumper Marketing-Versuch sein, speziell US-Gamer anzusprechen. Leider kann der Mehrspieler-Modus weder in Sachen Umfang noch Spaß mit den Solo-Rennen mithalten: Einen Split-Screen-Modus gibt es nicht und somit bleiben nur System- und Online-Link übrig. Alle Rennen bestreitet man alleine auf der Strecke gegen die Bestzeiten der nicht sichtbaren Gegner. Gepaart mit nur geringer Variation der Rennevents
vermag der Online-Modus kaum mitzureißen.