Sehr gelungene Fortsetzung der X-Men Legends-Reihe mit noch mehr Superhelden!Superhelden sind - vor allem in Amerika - beliebter denn je. Comic-Verfilmungen wie
Spider-Man,
X-Men,
Hulk oder
The Punisher ziehen Millionen Kinobesucher in ihren Bann und die Welle an Nachschub reißt nicht ab:
Ghostrider,
Spider-Man 3,
300,
The Punisher 2 sowie eigene Filme für
Wolverine und
Magneto sind bereits in der Mache. Mit
Marvel: Ultimate Alliance hat
Raven Software seine Vorzeige-Superhelden-Games
X-Men Legends 1+2 nun auf das gesamte
Marvel-Universum ausgeweitet und lässt den Spieler auf einen beachtlichen Pool an Superhelden zurückgreifen. Ob die hohe Qualität der Vorgänger gehalten wird, deckt unser
Master-Review auf.
Strumpfhose vs. BlechkopfEs ist Nacht und der Himmel über London brennt. Seltsam maskierte Gestalten kämpfen in mehreren hundert Meter Höhe auf einem Luftschiff gegen angreifende Roboter in Mini-Jets. Explosionen erhellen das dunkle Firmament
» Gemeinsam sind wir stark. |
und schnell wird klar: Hier kämpft die Superhelden-Allianz gegen die Kräfte des bösen
Doctor Dooms.
Spider-Man,
Wolverine,
Captain America und
Thor teilen unter dem Kommando von
Nick Fury kräftig aus. Vom aufwändigen Renderintro aus geht es dann auch direkt in die Action. Wie in
X-Men Legends 1 + 2 übernimmt man aus der Vogelperspektive in bester
Hack'n'Slay-Manier die Kontrolle über vier Superhelden, von denen man einen direkt steuern kann. Die restlichen Verbündeten werden von der soliden KI gelenkt oder lassen sich jederzeit von anderen Spielern übernehmen.
Fortan schlägt, tritt und schießt man sich seinen Weg mit
etlichen Kombos, Superattacken und Waffen durch
fünf große Kapitel und trifft dabei nicht nur auf
über zwanzig spielbare Superhelden wie
Daredevil,
Blade,
Iceman,
Silver Surver oder die fantastischen Vier, sondern auch auf etliche Superbösewichte und deren treuen Untergebenen. Dementsprechend häufig trifft der Spieler auch auf
Zwischen- und Endgegner, welche besonders hartnäckig sind. Hochgradig demolierbare Umgebungen unterstreichen bei diesen wilden Gefechten die immense Zerstörungskraft der Superhelden und -schurken.
Gewohntes Gameplay aufgemotztDie Steuerung geht dabei leicht von der Hand und ermöglicht das intuitive Einsetzen von normalen Angriffen und Spezialattacken. Neu hinzu gekommen sind Minigames a lá
God of War, in denen man auf größere Gegner klettert
» Human Torch heizt seinen Feinden ein. |
und diese mittels vorgegebener Tasteneingabe entwaffnet oder niederstreckt. Ein einfaches HUD hält stets Informationen über die Lebensenergie- und Heldenkraft-Reserven der Mitstreiter bereit. Diese werden ürigens nicht wie in den Vorgängern und genreverwandten Titeln wie
Baldur's Gate: Dark Alliance durch rote und blaue Tränke aufgefüllt, sondern durch von besiegten Gegnern freigelassene Energiekugeln.
Neben neuer Power hinterlassen die Feinde noch
Helden-Münzen und Erfahrungspunkte. Durch beides können die Spielerfiguren aufgerüstet werden, um so stärker, ausdauernder oder energiereicher zu werden oder aber neue Spezialfertigkeiten zu erlernen. Weniger komfortabel gestalten sich leider die Menüs, um diese Werte und Zahlungseinheiten zu verteilen. Man muss schon genau in die Legende schauen, um zu wissen, welche Taste nun welche Funktion übernimmt, was das Ganze nicht intuitiv sondern umständlich gestaltet.
Talk to meEin besonderes Lob geht an das Leveldesign. Dieses ist abwechslungsreicher und einfallsreicher als in den Vorgängern und sorgt so für stetige Motivation weiterzuspielen, obwohl das zu Grunde liegende Gameplay
recht monoton ausgefallen ist. So wartet jede Welt mit
unterschiedlichen Gegnern und Umgebungen auf, die teils sehr abgefahren sind. Vor allem der Vergnügungspark Murdeworld des verrückten Genies
Arcade sticht hier hervor. Des Weiteren kämpft man sich unter anderem noch durch
Valhalla,
Mephistos Reich und sogar unter Wasser gibt es ordentlich auf die Mütze. Zu den Kämpfen kommen noch einige kleine, aber
nicht immer anspruchslose Rätsel hinzu.
Um den Spielablauf zusätzlich aufzulockern, gibt es zwischen den Missionen allerlei Gelegenheiten, Schwätzchen mit verschiedenen Charakteren zu führen, die alles Mögliche über ihr Leben, die Mission oder Freunde und Feinde zu berichten haben. Wie die Vorgänger punktet der Titel hier durch
unterhalsame Dialoge und witzige Einlagen. Im Zusammenspiel mit der soliden Superhelden-Story und einigen
aufwändigen Rendersequenzen ein echtes Eldorado für Superhelden-Fans.
Grafisch nur Current-GenGrafisch sieht man dem Titel leider an allen Ecken und Enden an, dass er eigentlich für Current-Gen-Konsolen programmiert wurde. Optisch schaut
Marvel: Ultimate Alliance daher wie ein – immerhin sehr schickes – Xbox-Spiel
mit besseren Texturen aus. Wirklich gelungen sind die zahlreichen Spezialeffekte, Charaktermodelle aus der Vogelperspektive und insgesamt sehr farbenfrohe Optik. Weniger gelungen sind die Animationen, Nahaufnahmen der Modelle sowie generelle Detailschwäche der Umgebungen. Konstanter der Sound: Zur jeweiligen Stage passende Hintergrundmusiken, wuchtige Effekte und professionielle Sprecher für die Helden.
Auch beim
Spielumfang gibt es keinen Grund zum Klagen. Je nachdem, wie ausführlich man sich mit den zumeist optionalen Gesprächen, Neben- und Spezialmissionen der einzelnen Helden beschäftigt, beträgt die Spielzeit rund
15 bis 25 Stunden. Drei Schwierigkeitsgrade sorgen für ein ausgewogenes Spielerlebnis für alle Spielernaturen. Wer nicht alleine zocken möchte, der schließt einfach ein bis drei weitere Controller an seine Xbox 360 an oder sucht sich per Xbox Live Kumpanen für eine
Koop-Session.