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Genji: Days of the Blade  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 14.06.2007
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Magere Fortsetzung eines durchschnittlichen Action-Adventures.

Bereits vor zwei Jahren versuchte das Sony-interne Entwicklerstudio Sony Japan mit Genji eine echte Konkurrenz zu Capcoms Vorzeigeserie Onimusha zu schaffen. Ebenfalls als Samurai kämpfte man sich im feudalen Japan durch Dämonenhorden und hinderte finstere Herrscher daran, die Menschen zu unterdrücken. Qualitativ reichte Genji allerdings nicht annähernd an die Capcom’schen Schwertschwinger heran. Mit Genji: Days of Blade soll sich dies nun ändern. Wir haben den Titel getestet und verraten im Master-Review, warum die Sony-Dämonenjäger abermals versagen.

Dämonenkillendes Quartett
Eigentlich sollte das Land nach Yoshitsune und Benkeis Erfolg im ersten Teil der Reihe ja längst von Dämonen gesäubert sein. Doch wie das Böse so will, erscheinen finstere Dämone mir nichts, dir nichts einfach wieder
» Spielt sich leider nur mit Yoshitsune flott.
aus dem Nichts und hüllt das Land erneut in Chaos. Nicht schwer zu erraten, dass abermals der Spieler die Rolle der Helden übernimmt und abwechselnd als Yoshitsune oder Benkei die Verteidigung der Menschen startet. Verstärkung bekommt das kampferprobte Duo von der hübschen Kriegerin Shizuka sowie einem weiteren mysteriösen Kämpfer. Alle vier Recken sind spielbar – je nach Spielabschnitt jederzeit auswechselbar oder fest vorgegeben - und unterscheiden sich durch bestimmte Spezialfertigkeiten und den Kampfstil.

Der flinke Yoshitsune kann an Wänden entlang laufen und einen Doppelsprung vollführen, während er sich mit zwei Schwertern durch die Monsterhorden metzelt. Der gemächliche Benkei besticht durch brachiale Kraft, welche es ihm ermöglicht, einen riesigen Baumstamm als Waffe zu schwingen. Die agile Shizuka hingegen wirkt sehr gebrechlich, überzeugt allerdings durch die hohe Reichweite ihrer an Seilen geführten Klingen, mit denen sie sich auch über Abgründe schwingen kann. Der mysteriöse vierte Charakter schließlich schwingt einen mächtigen Speer und kann Energiewellen auf Feinde schleudern.

Kämpft er noch oder schläft er schon?
Am zu Grunde liegenden Gameplay hat sich gegenüber dem ersten Teil nichts geändert. Immer noch bewegt man seine Spielfigur durch verschiedene Levels, metzelt Monster, sucht diverse Schlüssel und löst kleinere Rätsel.
» Grafisch muss sich Genji 2 nicht verstecken
Alle naselang gibt es darüber hinaus Bossfights zu überstehen. Leider spielt sich Genji: Days of Blade mit allen Charakteren außer Yoshitsune extrem träge. Die Figuren wirken fast so, als würden sie in Zeitlupe agieren, was die Fights ermüdend und absolut undynamisch macht. Spektakuläre Kombos oder echte Finessen sucht man ebenfalls vergebens.

So beschränken sich die Auseinandersetzungen mit den zahlreichen Gegnertypen auf langweiliges Buttonmashing und gelegentliche Block- und Ausweichmanöver, welches auf Grund der extra lahm agierenden Helden und extrem miesen Kamera oft in purem Frust endet. Hinzu kommen die bereits aus dem Vorgänger bekannten, langweiligen Triggerevents. Hat man eine Energieleiste durch das Vermöbeln von Feinden gefüllt, kann man in eine Art Trance-Zustand wechseln, in dem durch das Drücken eingeblendeter Tasten umstehenden Feinden enorme Schäden zugefügt wird. Leider nervt dieses Feature bereits nach kurzer Spielzeit. Da retten auch die teils sehr schöne Optik, prachtvolle Rendersequenzen und der gelungene, fernöstliche Soundtrack nicht mehr viel.
Pro
Prachtvolle Rendersequenzen und schicke Grafik
Vier spielbare Charaktere ...
Contra
... von denen drei extrem träge sind
Misslungenes Konzentrations-Feature
Öde Fights
Katastrophale Kamera
Fazit
Leider ist es den Entwicklern nicht gelungen, die Schwächen des Vorgängers auszubügeln und die Genji-Reihe näher an das offensichtliche Vorbild Onimusha heran zu bringen. Während Capcoms Vorzeigeschnetzeleien von Titel zu Titel echte Verbesserungen bringen, macht Genji: Days of Blade sogar noch einen Schritt zurück. Selten habe ich eine dermaßen verkorkste Kamera erlebt wie im vorliegenden Titel und auch die Bewegungsabläufe aller Charaktere außer Yoshitsune sind dermaßen langsam geartet, dass man fast schon einschläft bei den zahlreichen Fights. In Kombination sorgen diese Missgeschicke für mehr Frust statt Lust beim Spielen. Lediglich die wieder einmal gut eingefangene Atmosphäre, die teils bildhübsche Grafik und die ordentliche Musikuntermalung vermögen Genji: Days of Blade zumindest für japanophile Gesellen einigermaßen interessant zu machen. Kurzum: Wer gute Spielbarkeit über eine ansprechende Optik und Atmosphäre stellt, macht einen großen Bogen um Genji: Days of Blade.