Abgedrehter gehts nicht: Rayman kämpft mit Wiimote und Nunchuk gegen debile Aggro-Hasen.Das Jump'n'Run-Genre hat so einige seltsame Kreaturen hervor gebracht: Der Bierbauch schwingenden Neandertaler
Chuck Rock oder der Superhelden-Wurm
Earthworm Jim sind neben dem springenden Klemptner
Mario nur einige Vorzeige-Exemplare. Sehr beliebt war auch stets der arm- und beinlose Rayman, dessen Extremitäten nur neben seinem Körper zu schweben scheinen. Wir haben seinen ersten Auftritt auf der Nintendo Wii gestet und decken im folgenden
Master-Review die Stärken und Schwächen auf.
WaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhWer bei
Rayman Raving Rabbids ein neuartiges, abermals gelungenes Jump'n'Run mit innovativer Steuerung erwartet, der wird enttäuscht. Der neueste Streich von
Michael Ancel ist etwas, wofür die Nintendo Wii wie geschaffen scheint:
eine waschechte
Minispiel-Sammlung. Die "Story" ist dementsprechend schnell erklärt:
Rayman und seine Freunde werden von wild gewordenen Hasen entführt und in eine Arena gesperrt, wo sie zur Belustigung der debilen Karottenfresser an diversen Wettbewerben teilnehmen müssen. Als Belohnung für jeden Level gibt es einen
Pümpel. Zu einer Leiter zweckentfremdet ermöglichen genug davon letztendlich die Flucht durch ein Fenster.
Doch bis dahin ist es ein langer Weg, der nicht nur die Armmuskulatur, sondern auch das Zwerchfell erheblich belastet. Jede Stage besteht aus fünf abgedrehten Minispielen, von denen zunächst vier frei gewählt werden können, bevor es in einem abschließenden um den begehrten Pümpel geht. Eingeleitet wird jedes Minigame durch eine
witzige Ingamesequenz, in der die durchgeknallten Hasen ihren ganzen Charme ausspielen während sie rumbrüllen, wild um sich schlagen oder einfach nur in bester
Looney Toons-Manier verletzt werden.
Schreiende Hasen und schwitzende SpielerNachdem die Bauchmuskeln durch heftiges Lachen vorbereitet wurden, geht es mit Nunchuk und Wiimote ans Eingemachte. Die Spiele machen vollen Gebrauch vom neuartigen Eingabesystem und erfordern von wildem Herumfuchteln
» Hasen können nicht fliegen ... |
über taktvollem Schwingen bis hin zu präzisem Zielen sämtliche Bewegungsarten der Wiimote. Einige Spiele wie beispielsweise das Warzenschweinrennen greifen gar auf klassische Steuerung zurück. So beschleunigt man hier mit dem B-Button, währen der Analogstick des Nunchuk zum Lenken dient.
Die spaßigen
Spiele zeigen sich äußerst abwechslungsreich und bieten von wilden Rennen, Rhythmusspielen, Flugpassagen, Fitness- und Reaktionstests, Geschicklichkeitseinlagen bis hin zu Lightgun-Shooter-ähnlichen Spielprinzipen alles was das Herz begehrt. Im Solomodus freigespielte Titel können anschließend
mit bis zu vier Spielern gegeneinander und teils auch im Team bestritten werden. Wer alle Minispiele mit Freunden spielen möchte, muss also wohl oder übel zunächst den Solomodus bestreiten, was gerade bei einem Partyspiel, welches erst mit mehreren Spielern sein volles Potenzial entfaltet, natürlich ungünstig ist.
Skurile Optik und schräge TöneTechnisch gibt sich
Rayman: Raving Rabbids keine Blöße. Die
Comicgrafik ist auf hohem Niveau und begeistert durch ein abgefahrenes, sehr schräges Design und perfekte Animationen. Die Bedienung funktioniert durchgehend sehr gut
» Party-Stimmung am Strand. |
und ist für jedes einzelnen Spiele optimiert. Ob nun per Nunchuk, Wiimote oder Analogstick - alles ist nach einer kurzen Einführung vom Spiel gut zu händeln. Ebenfalls überzeugend: Der
Sound. Typische Cartoongeräusche, irre schreiende Hasen und schräge Hintergrundmusik passen wie die Faust aufs Auge.
Der Umfang befindet sich mit
rund 70 Minispielen in einem sehr guten Rahmen und sorgt vor allem mit ein bis drei Freunden für viele vergnügte Stunden vor dem Fernseher. Solisten freuen sich neben der Kampagne über Highscore-Jagden und freispielbare Extras wie Kostüme, Videos und Soundtracks. Zu guter Letzt noch ein Wörtchen zum Schwierigkeitsgrad: Dieser schwankt je nach Herausforderung erheblich und bietet oftmals einen Nährboden für Frustanfälle. Mit etwas Übung ist allerdings jede Aufgabe zu bewältigen. Wirklich unverzeihlich ist allerdings ein
schwerwiegender Bug in der Mitte des Spiels (siehe folgender Absatz).
Bugs BunnyJe nach Glück oder Pech des Spielers kann es in der Hälfte des Spiels zu einem schwerwiegenden Bug kommen. In einem Minispiel, in dem Radios aktiviert werden müssen, um Hasen zum Tanzen zu bringen versagt die Bedienung. So kann es passieren, dass die Wiimote während des Spiels nicht mehr auf die eingegebenen Befehle reagiert. Wie in diversen Foren in Erfahrung zu bringen war, lässt sich dieser Bug durch das Umschalten der Wii in den 60Hz-Modus umgehen - was auch in unserer Testversion (welche die Verkaufsversion darstellt) funktionierte. Besitzern älterer TVs bleibt allerdings nur langes Rumprobieren übrig. Weder das Resetten/Neuladen des Spiels noch ein Austausch der Wiimote oder das Entfernen des Nunchuck sorgen im 50Hz-Modus für Abhilfe bei diesem Problem.