Ordentliches Kriegs-Spiel ohne wirklich herausragende Eigenschaften.
Dritter WeltkriegIn nicht all zu ferner Zukunft kommt es, wie es kommen musste: Die Ölreserven der Erde sind endgültig erschöpft, die Menschen sitzen auf dem Trockenen und zwei große Parteien – die
Western Alliance sowie
» Mit dem Jeep durch die Front! |
die
Redstar Coalition –
kämpfen um jeden Tropfen des schwarzen Goldes. Dieses düstere Zukunftsszenario, das sich wohl niemand von uns wünscht, nimmt Entwickler Kaos als Hintergrund-Setting für seinen neuesten Ego-Shooter
Frontlines: Fuel of War. In diesem wird vorwiegend online gegen und
mit bis zu 31 Gleichgesinnten um die Vorherrschaft übers Öl gekämpft.
Dazu nimmt man im Team strategisch wichtige Punkte auf den weitläufigen Maps ein, um seine Frontlinie nach vorne zu verlagern. Statt wie in üblichen Zonen-Modi aus anderen Spielen können in Frontlines immer nur die vordersten Frontpunkte erobert werden. Gewonnen hat jenes Team, welches als erstes
die gesamte Karte eingenommen hat. Einen anderen Spiel-Modus als "Frontlines" gibt es leider nicht. Wer also auf Capture the Flag oder Deathmatch-Sessions gespannt war, wird enttäuscht. Dafür sind die leider nur
acht Karten immerhin in ihrer Gestaltung schön abwechslungsreich gelungen.
Breites WaffenarsenalUm Krieg zu führen darf das entsprechende Equipment natürlich nicht fehlen. Je nach gewählter Soldatenklasse (vom einfachen Soldaten bis hin zum Special Ops-Mitglied) startet man mit unterschiedlichen Waffen ins Gefecht.
Neben Standardballermännern wie Maschinen- und Sturmgewehren, Pistolen, Shotguns und Raketenwefer sind es vor allem ferngesteuerte Kampfdrohnen, die sich
wohltuend vom Shooter-Einerlei abheben. So steuert man fliegende Drohnen in feindliche Stellungen und nimmt diese mit Raketen unter Beschuss oder fährt mit ferngesteuerten Sprengstoff-Autos unter Panzer, um diese in die Luft zu jagen. Abschüsse entlohnen den Spieler mit
Spezialequipment wie Streubomben oder stationären Geschützen.
Dabei orientiert sich der Titel nicht nur an realen Waffenvorbildern, sondern bietet auch
futuristisches Kriegsgerät wie EMP-Systeme zum Lahmlegen elektronischer Geräte. Natürlich gibt es auch große Fahrzeuge wie Jeeps, Personentransporter, Panzer und sogar Hubschrauber. Diesen fehlt es allerdings an einer optimalen Bedienung, auch wenn man sich mit der Zeit an die
Tücken der Steuerung gewöhnt.
Problem-EngineTrotz klarem Online-Fokus bietet
Frontlines: Fuel of War auch eine
Solo-Kampagne inklusive rudimentärer Story und Zwischensequenzen. Hier kämpft man auf der Seite der
Western Alliance gegen
» Explosionen gibt es in Frontlines am laufenden Band. |
die bösen Russen und stürzt sich in recht abwechslungsreich gestaltete Gefechte: Beispielsweise als Scharfschütze oder Panzerfahrer. Die sieben umfangreichen Missionen sind bis auf die
miese KI der Feinde gut gelungen und bieten Spielspaß für rund sechs Stunden. Warum die Kampagne allerdings nicht kooperativ gespielt werden kann, bleibt ein Rätsel.
Weniger gelungen ist die technische Umsetzung des Spiels. Die Unreal Engine 3 stellt abermals ihr schwieriges Handling unter Beweis und
schöpft in punkto Grafikproblemen aus dem Vollen. Slowdowns, leichtes Tearing, Kantenflimmern, Objekt- und Texturpopups sowie eine unschöne Nebelbildung in der Entfernung sind alle mit von der Partie. Ebenfalls sehr nervig: Will man nach dem Ableben das Schlachtfeld neu betreten, muss man eine mehrsekündige Ladezeit über sich ergehen lassen. Auch gibt es Verbindungsprobleme zu beklagen. Versöhnlich stimmen hier nur die Größe der Schlachtfelder sowie fette Explosions-Effekte. Deutlich besser der Sound: Dieser überzeugt durch eine solide Musikuntermalung, gute deutsche Sprecher sowie knallige Waffensounds.