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Call of Duty 3  
» Autor: Christian Kellner
» Datum: 29.12.2006
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Auch auf Nintendos Sprössling überzeugt der dritte Teil der Weltkriegsreihe – die übersensible Steuerung erweist sich hingegen als Rohrkrepierer.

Frankreich 1944, am – nach Stalingrad – zweiten großen Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges: Alliierte Soldaten drängen die Wehrmacht schrittweise zurück. Amerikaner, Kanadier, Briten und Polen unternehmen gemeinsame Anstrengungen und rücken Richtung deutscher Grenze vor. Ganz im Gegensatz zu Call of Duty 2 wird in Call of Duty 3 lediglich in Frankreich Blut vergossen. Ob der Titel nach der gelungenen Version für die Xbox 360 auch auf Nintendos Wii überzeugen kann, soll folgendes – inhaltlich großteils übernommenes – Master-Review klären.

Kehrt, marsch!
Wie auch schon aus den Vorgängern bekannt, gilt es in Call of Duty 3, einzelne, mehr oder weniger miteinander verwobene Missionen an den unterschiedlichsten Schauplätzen in Frankreich zu erfüllen. Insgesamt
» Fire in the hole!
zwölf mal rückt ihr aus, um schlussendlich in die alles entscheidende Schlacht um das Städtchen Cambois zu ziehen. Auf dem Weg dorthin werden wie gewohnt Geschütze gesprengt, feindliche Bunker gestürmt, improvisierte Festungen gegen Scharen von Angreifern verteidigt sowie Gefangene befreit.

Größtem Interesse kommt an dieser Stelle freilich die Implementierung der Wii-Steuerung zu, welche leider als nicht gänzlich gelungen bezeichnet werden darf. Vor allem die hohe Sensibilität sowie das Fehlen eines "Nullpunktes" führen des Öfteren zu einem schnellen Ableben und fehlgeschlagenen Zielversuchen (Stichwort: "Tontaubenschießen").

Nahkampfmonster
Neben den klassischen Infanterieabschnitten dürfen in Call of Duty 3 auch Fahrzeuge sowie Geschütze und Mörser nicht fehlen. Selbst das polnische Panzerbataillon ist in einer äußerst
» Auf Panzerunterstützung darf man zählen.
gelungenen Tigerjagd vertreten. Wie auch schon in der Xbox 360-Version müssen Standardaktionen wie das Anbringen von Sprengsätzen oder Drehen von Geschützen mithilfe vordefinierter Wiimote- und Nunchuk-Bewegungen durchgeführt werden. Dies nutzt sich ebenso wie auf den anderen Plattformen jedoch schnell ab und verkommt zur zahnlosen Pflichtübung, ohne tatsächlich einen spielerischen Mehrwert zu bieten.

Aber auch die Deutschen haben dazugelernt: Während flankierende Ausfälle und gewitzte Granatenwürfe nach wie vor zum Standardrepertoire gehören, werdet ihr in einigen Sequenzen von Feinden im Nahkampf angegriffen. Durch abwechselndes Hin- und Herbewegen von Nunchuk und Wiimote sowie abschließendem Gewehrkolbenschlag setzt ihr dem Treiben jedoch schnell ein Ende.

Der Krieg in seiner ganzen "Pracht"
Abgesehen von den interaktiven Minigames herrscht jedoch grundsätzlich Altbekanntes auf dem Schlachtfeld vor: Die stark gescripteten Missionen lassen selten
» Immer schön in Deckung bleiben!
bis nie Langeweile aufkommen und die Vielzahl der intelligenten Gegner fordert euch bisweilen bereits auf dem zweiten Schwierigkeitsgrad. Auch Abwechslung wird groß geschrieben: So dürft ihr zuweilen alternative Routen ins Feindesland wählen, welche in weiterer Folge unterschiedliche Herangehensweisen verlangen.

Habt ihr euer kümmerliches Soldatenleben ausgehaucht, dürft ihr jederzeit an einem der Checkpoints fortsetzen. Diese sind größtenteils fair gesetzt und vermeiden besonders frustrierende Wiederholungsversuche. Ein großes Manko stellt jedoch die Tatsache dar, dass die zum Teil ausufernd langen Zwischensequenzen nicht abgebrochen werden können. Zu mäkeln gibt es auch an der Kollisionsabfrage: Von Zeit zu Zeit drängt sich einer eurer Kameraden mit solcher Vehemenz zwischen euch und ein Hindernis, dass ihr aller Bewegungsfreiheiten beraubt werdet. Abwarten und Tee trinken lautet in solchen Fällen – leider – die Devise.

Action nur solo
Technisch gibt sich das Programm die erwarteten Blößen: In erster Linie stechen die matschigen und verwaschenen Texturen hervor, während Spieler- sowie Waffenmodelle annehmbar aussehen. Der Sound kann hingegen auch auf Nintendos Konsole überzeugen – trotz fehlender 5.1-Unterstützung: Wuchtige Granateinschläge und kerniges Mündungsfeuer erfreuen das Militaristenherz.

Multiplayerfreunde aufgepasst: Call of Duty 3 bietet keine Mehrspieleroption – nicht einmal im Splitscreen mit Freunden vor einem TV. Warum diese Chance ausgelassen wurde, bleibt wohl ein Geheimnis der Entwickler.
Pro
Gelungene Massenschlachten
Tolle Atmosphäre
Stimmige akustische Untermalung
Contra
Wenig gelungene Steuerung
Nervende Minigames
Technische Defizite (Kollisionsabfrage)
Fehlender Multiplayermodus
Fazit
Call of Duty 3 ist auch auf Nintendos Wii ein gelungener Weltkriegsshooter, welcher den großen (NextGen-)Brüdern jedoch in zahlreichen Bereichen hinterher läuft. Als größte Enttäuschung darf sicherlich die übersensible Steuerung mittels Wiimote und Nunchuk genannt werden – Sicherheit kommt damit im Gegensatz zur hervorragenden Controllersteuerung für andere Konsolen nicht auf. Ebenso stößt das komplette Fehlen eines Multiplayermodus sauer auf – Splitscreenschlachten müssten doch wahrlich im Bereich des Möglichen gelegen haben. Ansonsten erwartet den Spieler jedoch klassische Call of Duty-Kost: intensive Massenschlachten in langen, spannend gescripteten Missionen sorgen locker für zehn bis zwölf Stunden Unterhaltung. Wer jedoch eine andere Konsole besitzt, sollte sich den Kauf des jüngsten Sprosses für den/die Wii überlegen – hier haben die Konkurrenten mehr zu bieten.