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Resistance: Fall of Man  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 27.03.2007
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Insomniac steuert einen der besten Konsolen-Ego-Shooter aller Zeiten zum Launch der PlayStation 3 bei.

Entwickler Insomniac ist eher für familienfreundliche Action-Jump'n'Run-Kost wie Ratchet & Clank und die Spyro-Reihe bekannt. Mit diesen beiden Serien feierte der amerikanische Entwickler große Erfolge auf PlayStation 1 & 2 und scharte eine große Fangemeinde um sich. Dass zum Launch der PlayStation 3 ausgerechnet ein brutaler Ego-Shooter vom einst so friedfertigen Entwickler kommt, ist dann doch ein wenig verwunderlich. Ob die Mannen aus dem kalifornischen Burbank auch bei einer ernsten Thematik ein sicheres Händchen für Spielspaß beweisen, verrät unser Master-Review.

Der Untergang der Menschheit
Keiner weiß woher sie kommen, keiner weiß wer sie sind, nur eines ist gewiss: Die Chimera wollen die Menschheit vom Planeten Erde verdrängen. Der Ursprung dieser assimilierenden Spezies ist irgendwo in
» Die Chimera sind unangenehme Zeitgenossen.
Russland zu suchen. Von dort aus bahnt sich die grausame Rasse unaufhaltsam ihren Weg Richtung Europa, um sämtliches menschliches Leben auszulöschen und schon bald der Herrscher über den Planeten zu sein. Das Geschehen findet dabei im Jahre 1951 statt. Die Amerikaner wollen dem blutigen Treiben nicht länger tatenlos zusehen und entsenden Truppen nach England, um den dort eingekesselten Widerstandskämpfern Hilfe zu leisten und gegen die Bestien vorzugehen.

So beginnt die in einem alternativen Universum angelegte Story von Resistance: Fall of Man. Die Geschichte an sich ist dabei natürlich alles andere als genial, baut allerdings durch eine sehr atmosphärische Erzählweise mittels schwarz/weiß-Artworks sowie zahlreichen gelungenen Ingame-Zwischensequenzen gekonnt Spannung auf. Der Spieler schlüpft in die Rolle des GIs Nathan Hale, welcher zur ersten Angriffswelle der Amerikaner gehört. Ohne langes Gerede wird der Spieler mitten in den Krieg gegen die Chimera geworfen und muss sich zunächst nur mittels Standard-Gewehr – einem Karabiner mit Granatwerfer – seiner digitalen Haut erwehren.

Fiese Feinde
Die Bedienung geht dabei sofort leicht und intuitiv von der Hand – hält sie sich doch an gegebene Shooter-Standards. Rennen, springen, ducken, zielen, schießen und nachladen! All dies sollte man beherrschen, um sich den
» Nathan Hale ist der Held der Geschichte.
sehr aggressiv und bis auf einige KI-Aussetzer nicht gerade dumm handelnden Chimera zu widersetzen. In seinem Kampf gegen die fiesen Bestien trifft man auf allerlei Abarten selbiger. Die meiste Zeit hat man es mit den Hybriden zu tun, welche den Menschen noch am ähnlichsten sind und mit unterschiedlichen Waffen das Feuer auf den Spieler eröffnen. Größere und stärkere Varianten trifft man im späteren Spielverlauf.

Am ungefährlichsten sind die Knechte, welche wie Zombies auf Hale zugeschlürft kommen, um ihm anschließend im Nahkampf an die Gurgel zu gehen. Sollte es soweit kommen, lassen sich die entstellten Gruselwesen nur durch beherztes Schütteln des SixAxiS-Controllers wieder loswerden. Ferner trifft man in Schwärmen auftretende Kriecher, Roller und Springer, die durch ihre schiere Masse Widersacher einfach überrennen. Spektakulär geht es im Kampf gegen größere Feinde wie die mechanischen Pirscher, riesigen Titanen oder spinnenartigen Witwenmacher zu. Hier bedarf es oft etlicher Magazine, bevor die Feinde in riesigen (Blut-)Explosionen zu Grunde gehen.

Um die Ecke geballert
Natürlich entsteht bei soviel Kontrahenten ein immenser Bedarf an Waffen und Munition. Hier stellt Resistance: Fall of Man dem Spieler gleich ein ganzes Arsenal abgedrehter, multifunktionaler
» Die Optik besticht durch eine hohe Sichtweite.
Feuerwaffen
zur Verfügung – ganz ohne lästige Tragelimits wie sie seit Halo in Mode gekommen sind. Als konventionell können besagtes Sturmgewehr inklusive Granatwerfer, die doppelläufige Schrotflinte, das Scharfschützengewehr inklusive Bullet-Time-Modus, Splittergranaten sowie der zielsuchende Raketenwerfer angesehen werden. Wirklich interessant wird es allerdings erst bei den Geheimwaffen der US-Armee sowie den Feuerknüppeln der Chimera. Darunter befinden sich so nützliche Kriegswerkzeuge wie der Bohrer, dessen Geschosse sich ihren Weg durch Wände bahnen oder die Bulls-Eye Laserkanone, welche mittels Peilsender markierte Ziele verfolgt.

Neben konventionellen Handgranaten stehen noch flächendeckende Benzinbomben sowie Igel-Granaten zur Verfügung. Letztere springen vor der Detonation in die Luft und verteilen im 360 Grad-Radius tödliche Nadelgeschosse. Das Hailstorm-Gewehr verschießt an Wänden abprallende Geschosse oder lässt im zweiten Feuermodus ein schwebendes Geschütz frei. Sehr nützlich beim Stellen von Fallen präsentiert sich der Bio-Minen-Werfer, während der Bohrer beim Alternativ-Feuer ein schützendes Energiefeld vor dem Spieler aufbaut. Neben diesen elf Waffen lassen sich beim zweiten Spieldurchgang noch weitere, geheime Ballermänner freischalten.

Abwechslungsreiches Geballer
Damit die Abwechslung bei all der Schießerei nicht zu kurz kommt, hat sich Insomniac schwer ins Zeug gelegt, um die Levels interessant und unterschiedlich zu gestalten. Neben den zahlreichen Gegnertypen weiß vor
» Online geht es mit bis zu 40 Spielern rund!
allem das Leveldesign zu begeistern. Hier wechseln sich groß angelegte Schlachten mit zahlreichen verbündeten Truppen geschickt mit eher ruhigeren, spannungsgeladenen Erkundungstouren unterirdischer Bunker und Labors der Chimera ab. Auch haben es sich die Entwickler nicht nehmen lassen, Fahrzeuge ins Spiel zu integrieren. Neben Panzer und Jeep stechen hier vor allem gekaperte Pirscher-Roboter aus der Masse hervor, die stark an die steuerbaren Kampfroboter aus Ratchet: Gladiator erinnern. Mittels Maschinengewehr und Raketen nimmt man es hier mit ganzen Feindarmeen auf.

Für weitere Abwechslung sorgen Minenfelder und Sprengfallen, welche man durch geschickte Ausweichmanöver überwinden muss. Das Geschehen wird immer wieder von kurzen Zwischensequenzen aufgelockert. Der Umfang von Resistance: Fall of Man befindet sich in der Solo-Kampagne mit zehn bis zwölf Stunden zum ersten Durchspielen im soliden Genre-Bereich. Dank sehr forderndem Schwierigkeitsgrad und leider teilweise etwas zu mau verteilten Checkpoints kann es auch mal länger dauern. Anfänger und Leute, die einfach nur gemütlich ballern möchten, sollten unbedingt zunächst auf Easy starten, da der Titel bereits im mittleren Schwierigkeitsgrad richtig heftig wird – besonders gegen Ende hin.

Online-Armee
Optisch gibt sich der Launch-Titel keine Blöße. Extrem weitläufige Areale mit entsprechender Sichtweite, sehr gute Charaktermodelle, die vor allem in den Ingame-Zwischensequenzen voll zur Geltung kommen, detaillierte
» Hin und wieder kämpft man an der Seite von Verbündeten.
Umgebungen und coole Waffeneffekte verbucht der Titel auf der Habenseite. Etwas schwachbrüstig hingegen wirken Explosionen – hier können sich die Entwickler bei Tom Clancy's Ghost Recon: Advanced Warfighter 2 oder Lost Planet: Extreme Condition noch so einiges abschauen. Ebenfalls gelungen, die Akustik: Professionelle deutsche Sprecher, satte Waffensounds und sich dem Geschehen anpassende Hintergrundmusik wissen zu gefallen. Wer nach all dem Solo-Geballer immer noch nicht genug hat von der prallen Action, der darf sich offline mit bis zu drei oder online mit bis zu 39 anderen Mitspielern in zahlreichen Spielmodi messen. Außerdem bietet der Titel einen Kooperativ-Modus für zwei Spieler im Split-Screen.

Bei den Competition-Modi werden aus anderen Games bekannte Spieltypen wie (Team-)Deathmatch, Capture the Flag, Umwandlung (Last Man Standing), Kernschmelze (Checkpoints erobern) und Durchbruch (gegnerische Basis einnehmen) geboten. Sowohl die Menschen als auch die Chimera sind spielbar. Zweitere besitzen eine Art Rauschmodus, welcher ihnen das Sehen durch Wände erlaubt und kurzeitig das Lauftempo erhöht. Zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten für die elf Maps (die meisten davon in unterschiedlichen Größen), lagfreies Spielen, ein vorbildliches Ranglistenspiel mit umfangreichen Statistiken und Auszeichnungen für besondere Leistungen, Freundeslisten sowie Clan-Unterstützung zeigen außerdem, das PlayStation Network bei guter Programmierung Microsofts kostenpflichtigem Xbox Live in nichts nachstehen muss.
Pro
Sehr gutes Leveldesign
Viele einfallsreiche Waffen
Zahlreiche gut agierende Gegnertypen
Sehr gute Technik
Überragende Mehrspieler-Optionen
Sauber inszenierte Geschichte ...
Contra
... die an sich leider recht uninteressant ist
Koop-Modus nur offline spielbar
Knauserige Checkpoint-Setzung
Vereinzelte KI-Aussetzer
Fazit
Resistance: Fall of Man hat alles, was einen hervorragenden, klassischen Ego-Shooter ausmacht. Einen Sack voll einfallsreicher Waffen, zahlreiche fordernde Gegnertypen, sehr gutes Leveldesign, einen abwechslungsreichen Spielablauf und einen vorbildlichen Online-Modus. Hinzu gesellen sich die sehr gute Grafik, ein hervorragender Netzcode, der lagfreies Spielen mit bis zu 40 Gamern erlaubt, sowie eine gelungene Akustik. Resistance ist feinste Balleraction mit spannenden Momenten von der ersten bis zur letzten Minute. Die Spielzeit von zehn bis zwölf Stunden geht für einen Shooter in Ordnung – wer mehr will kann sich jederzeit im Mehrspieler-Modus austoben oder bei weiteren Durchgängen geheime Waffen freischalten. Das gemeinsame Bestreiten der Kampagne mit einem Freund im Splitscreen ist ebenfalls sehr spaßig. Schade nur, dass dieser Modus lediglich offline zur Verfügung steht. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt sind die recht weit auseinander gelegenen Checkpoints, was vor allem beim hohen Schwierigkeitsgrad gegen Ende hin zu einigen Frustmomenten führen kann – Einsteiger sollten daher unbedingt zuerst auf Easy ins Gefecht ziehen. Allerdings vermögen es diese kleinen Patzer nicht, das überragende Gesamtpaket herunterzuziehen, so dass Resistance: Fall of Man ein echter Pflichtkauf für alle PlayStation 3-Besitzer ist.