Wunderbar skurriles Jump'n'Run mit einmaliger Optik und abgefahrenem Soundtrack.Wenn Japanern beim Erfinden neuer Videospiele die Fantasie durchgeht, dann kommen solch obskure Kreationen wie hüpfende italienische Klempner mit Schnurrbart, alles aufrollenden Katamaris oder fleißige Pikmins dabei heraus. Wer glaubte mittlerweile alles gesehen zu haben, der hat seine Rechnung ohne die
LocoRocos gemacht. Was es genau mit diesen drollig-debilen Wesen auf sich hat, steht wie immer im passenden
Master-Review.
LocoRoco? WTF?! LocoRoco. Eine Charakterkreation, bei der man beim ersten Anblick wohl nur ungläubig den Kopf schütteln kann und sich fragt, wer bloß auf eine solche Idee gekommen ist. Prinzipiell handelt es sich dabei um
gelantineartige Kugeln mit lachenden Gesichtern, die durch Symbiose wachsen. Doch damit nicht genug. Die Wesen sind jederzeit dermaßen gut gelaunt, dass sie ohne Unterlass fröhliche Lieder zum Besten geben. Allerdings wird die heile Welt der
LocoRocos von bösen Miesmachern bedroht, die nicht nur wesentlich schlechter aufgelegt sind als die friedfertigen Singkugeln, sondern diese gar in ihrer Existenz bedrohen.
Die nicht minder seltsamen schwarzen Wesen mit den fiesen Gesichtern fressen nämlich mit Vorliebe die knuffigen Gute-Laune-Drops. Natürlich kann nur der Spieler den
Frieden in den bunten LocoWelten wiederherstellen. Um die bösen
Mojas zu vertreiben, muss dieser so viele gutmütige Lebewesen wie möglich sammeln und am Ende jeder Stage ein LocoHaus errichten. Getreu dem Motto:
Erhöhe die LocoRoco-Zahl und sorge für Weltfrieden!
OMFG!! Gufufufufu!Bereits im Hauptmenü fällt der wohl hübscheste und
knuffigste 2D-Grafikstil seit Erfindung des Pixels auf. Mit minimalistischen Mitteln und superben Animationen werden die drolligen Kugelwesen in Kombination mit dem
» Der Knuddelfaktor ist einfach extrem. |
unglaublich positiv gestimmten Japano-Soundtrack zum Leben erweckt. Die Spielansicht ist stets von der Seite, was LocoRoco im Grunde zu einem
klassischen Jump'n'Run macht. Allerdings hebt sich der Titel durch die
ungewöhnliche Bedienung von der Konkurrenz ab. Statt die quirligen Zeitgenossen direkt zu steuern kippt man mit den L- und R-Buttons lediglich das Bild nach links oder rechts, was die Protagonisten ins Rollen versetzt.
Abgründe und Vorsprünge können durch Springen erklommen werden, welches mittels gleichzeitigem Drücken der Schulterbuttons ausgelöst wird. Bewegliche Plattformen, auf denen man
LocoRocos befördern kann, und Lianen, welche sie in Tarzan-Manier schwingen lassen, fehlen natürlich genauso wenig wie kleinere
Rätseleinlagen. Die recht selten auftretenden Feinde können durch Anspringen besiegt oder zumindest kurzzeitig betäubt werden. Richtig rasant geht es in Eislevels, Luftströmen und auf Förderbändern zu. Hier flitzen die kleinen Racker blitzschnell durch die Umgebungen und erinnern dabei stark an die 2D-
Sonic-Titel.
Waaahaaaaaaaa!Durch das Einsammeln von Blüten wächst das gesteuerte
LocoRoco weiter, so dass es im Verlauf des Levels einen immer größeren Umfang annimmt. Hin und wieder kommt es dann vor, dass es durch diverse Lücken und Spalten
nicht mehr hindurchkommt. Hier sorgt allerdings der Kreisbutton für Abhilfe. Wird dieser gedrückt, so
teilt sich die Kugel in zahlreiche kleine LocoRocos auf, die problemlos durch jede Ritze schlüpfen. Hierbei sollte man allerdings darauf achten, die kleinen Racker zusammenzuhalten und keinen zu verlieren.
Gerät eines der Wesen zu weit aus dem Blickfeld des Spielers, wird es kurzerhand von einem bösen
Moja gefressen. Daher sollte nach dem Durchqueren enger Passagen möglichst schnell wieder alle zu einem großen
LocoRocos transformiert werden. Dies geschieht abermals mit Hilfe des Kreis-Buttons und unter lautem Geschrei der kleinen Viecher. Der Schwierigkeitsgrad des Titels ist insgesamt recht niedrig angesetzt, was die ganze Angelegenheit sehr entspannend macht. Der Reiz von
Sonys neuestem Vorzeigegame liegt auch weniger im Bestehen besonders schwieriger Herausforderungen oder dem Besiegen kniffliger Bossgegner, sondern vielmehr im Suchen und Sammeln.
LocoRoco makes you smileNeben der Gute-Laune-Atmosphäre wissen vor allem die vielen versteckten Secrets des Titels zu motivieren. Wer einfach auf schnellstem Wege durch die Levels rollt, wird höchstens die Hälfte der versteckten Kullertierchen
» Andere Farbe, andere Singstimme. |
finden. Außerdem warten die Freunde der
LocoRocos - die
MuiMuis - darauf, vom Spieler gefunden zu werden. Auf diesem Wege lassen sich unter anderem neue Minispiele und LocoHaus-Teile freispielen. Letztere sind zudem durch das Singen eines Ständchens bei diversen Bewohnern des
LocoReichs erwerbbar. Dazu benötigt man an Schlüsselstellen der Levels allerdings eine bestimmte Anzahl an
LocoRocos, was ordentlich zur Motivation beiträgt, diese zu finden.
Gewonnene Hausteile können abseits des Hauptspiels zum Bauen einer Behausung für die Protagonisten genutzt werden. Diesen Bonus muss man sich als eine Art
The Incredible Machine Light vorstellen. Es gilt, verschiedene Teile und Vorrichtungen so zu platzieren, dass ein ungelenkter
LocoRoco auf einer bestimmten Bahn umherwandelt und so an weitere Bonusteile herankommt. Ein abwechslungsreicher Spaß, der dem größten Kritikpunkt des Titels etwas entgegen wirkt:
Der Umfang des Hauptspiels ist mit gerade einmal
fünf Welten à acht Levels nicht all zu Enorm ausgefallen.