Pack die Simulation in den Tank: Anspruchsvoller Realismus-Renntitel beeindruckt mit riesigem Umfang.Microsoft schickte sich bereits in der letzten Konsolengeneration an, das PlayStation-Aushängeschild für realistische Fahrsimulation -
Grand Turismo - zu matchen. Zwar sind die Rennserien im Grunde kaum vergleichbar und verfügen jeweils über andere Stärken, doch eines ist ihnen gemein: Der Anspruch auf höchsten Realismus in Sachen Grafik, Fahrphysik sowie Simulation des Renngeschehens. Während der nächste Auftritt von Gran Turismo noch ein gutes Stück in der Zukunft liegen dürfte, erschien
Forza Motorsport 2 vor kurzem. In unserem
Master-Review erfahrt ihr alles, was man wissen muss.
110% Realismus Forza Motorsport 2 stellt die wohl anspruchsvollste Simulation des Rennsports auf der Xbox 360 dar und steht vergleichbaren Titeln in kaum einem Bereich nach.
Über 300 lizenzierten Fahrzeuge » Das Schadensmodell in vollem Einsatz. |
und ein umfangreicher Karriere-Modus lassen das Herz eines jeden Motorölfans höher schlagen. Der Fuhrpark wurde deutlich erweitert und reicht von alltäglichen Straßenfahrzeugen über exotische Paradiesvögel bis hin zu höchst raren Boliden, auf die selbst Michael Schumacher ein Weilchen warten müsste. Im Gegensatz dazu wurde das Streckenangebot vom ersten Teil fast unverändert übernommen.
Erneut stehen Rennkurse im Mittelpunkt, Stadt- oder Fantasie-Kurse bilden die klare Minderheit.
Die Karriere stellt das Herzstück des Einzelspieler-Erlebnisses dar: Eine Unzahl von verschiedenen Events wartet nur darauf, freigespielt zu werden. Dabei gilt es diverse Rennen zu absolvieren, um entsprechend Geld zu verdienen, welches man sofort wieder in die nächstbesseren Klassen investiert. Die Entwickler setzen dabei eine
hohe Affinität zum Motorsport voraus, denn die Karriere verläuft linear aufbauend und wird vor allem Neueinsteiger zu Beginn einiges an Geduld abverlangen. Wer sich einen Arcade-Racer erhofft, sollte vor dem Kauf zuerst ein paar Proberunden drehen.
110% Tuning Forza Motorsport 2 setzt verstärkt auf die "Pimp my ride"-Atmosphäre, die man aus den
Juiced- oder
Need for Speed Underground-Reihen kennt. Allerdings wird auch hier ein ganz
neues Niveau an Qualität und Quantität erreicht:
» Dank aufschlussreicher Telemetrie auf's Podest? |
In kaum einem anderen Spiel ist es möglich, die Autos derart stark zu tunen oder sogar
mit eigenen Logos und Grafiken zu personalisieren. Dem Spieltrieb sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Die Entwickler haben via Xbox Live sogar dafür gesorgt, dass besonders hübsche Fahrzeuge in einer Art
Marktplatz angeboten oder aber auch die schönsten Bilder von den eigenen Auto-Kunstwerken ins Internet gestellt werden dürfen.
Das Modifizieren der Fahrzeuge beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Optik. Jede Änderung hat eine sofortige Auswirkung auf die Performance des Autos: Mehr Leistung, bessere Bremsen, höhere Traktion und noch zahlreiche andere
Daten fließen direkt in die Simulation ein. Wer schlussendlich am Podest ganz oben stehen will, muss zuerst den richtigen Riecher für das Customizing des eigenen Fuhrparks beweisen. Auch bei der Steuerung stehen klar physikalische und realistische Aspekte im Vordergrund. Während zu Beginn der Lernkurve die Boliden übersensibel und bockig wirken, so
präzise lenken sie sich, wenn man den Bogen erst einmal raus hat. Wer ein gutes Lenkrad sein Eigen nennt, hat abermals Grund zur Freude.
110% Mehrspieler Neben den bereits angesprochenen Community-Features zum Austausch der schönsten Autos via Xbox Live setzten die Entwickler vor allem auf einen
polierten Mehrspieler-Modus,
» Macht auch im Online-Modus eine gute Figur. |
der neben der Karriere besonders zum Spielspaß beiträgt. Offline dürfen zwei Spieler per Splitscreen um die Wette rasen und per LAN bzw. Xbox Live können
bis zu acht Spieler gleichzeitig antreten. Sollten sich einmal nicht so viele Freunde einfinden, so sind die restlichen Startplätze mit (kompetenten) KI-Fahrern auffüllbar.
Apropos KI: Generell muss man den Entwicklern von
Turn 10 zugestehen, dass sie sich redlich um eine gute künstliche Intelligenz der CPU-Fahrer bemüht haben. Mit viel Sorgfalt wurden die
gegnerischen Stärken und Schwächen ausbalanziert. Zwar erscheint es immer noch etwas unfair, dass einen andere Fahrer ungleich leichter von der Strecke drängen können, dafür fühlt man jedoch einen persönlichen Touch bei den Gegnern. Manche lassen sich schnell überholen, einige drängeln und selten aber doch gibt's auch
Ausritte in die Botanik - nur auf der Ideallinie klebende Konkurrenten gehören zum Glück der Vergangenheit an.
110% Technik Grafisch ist
Forza Motorsport 2 im realistischen Bereich anzusiedeln. Ganz so umwerfend wie etwa bei der
Project Gotham Racing-Reihe sieht die Optik jedoch nicht aus. Darüber hinaus wirkt alles eine Spur "zu dunkel",
» Die Nordschleife, das Mecca des Rennsports. |
in schattigen Abschnitten fehlt oft der notwendige Durchblick. Auch auf eindrucksvolle
Cockpit-Perspektiven muss man verzichten. Die Kurse orientieren sich stark an Rennstrecken und wirken dadurch mitunter zwar sehr real, aber eben auch "steril" und "leer". Wer auf lauschige Stadtkurse hofft, muss seine Erwartungen ebenfalls nach unten korrigieren. Dafür überzeugt die durch absolut nichts aus der Ruhe zu bringende Grafik-Engine, welche stets für eine
flüssige Framerate sorgt.
In Sachen Surround-Sound bleibt alles im grünen Bereich, einzig die Motoren- und Fahrgeräusche wirken phasenweise eintönigt. Dafür entschädigen jedoch über 300 Fahrzeuge, die modifiziert, getunt und per
aufwändigem Schadensmodell verschrottet werden dürfen.
360 mal pro Sekunde fragt
Forza Motorsport 2 die Physikdaten des Renngeschehens ab: Ein Spitzenwert, der für ungewohnt hohen Realismus in der Simulation sorgt. Wer will, darf die
Telemetrie-Daten während der Fahrt einblenden und so Rücksschlüsse auf den eigenen Fahrstil ziehen. Ein netter Foto-Modus, sowie
speicherbare Replays eignen sich vorzüglich dazu, die eigenen Skills auch gebührend in der Community zur Schau zu stellen.