Der schnellste Igel aller Zeiten gibt sein Wii-Debüt – und weiß dabei durchaus zu gefallen.Selbst der größte Sonic-Fan wird zugeben müssen, dass die letzten 3D-Teile der Franchise alles andere als herrausragend waren. Mit dem ersten Abenteuer des blauen SEGA-Maskottchens auf Nintendos neuer Konsole wurde versucht, sich wieder mehr auf die alten Stärken der Sonic-Spiele zu konzentrieren. Ob dieser Schritt gelungen ist und was es sonst noch alles zum Wii-Debüt der Videospielikone zu wissen gibt, erläutert unser Master-Review auf’s Genaueste.
Tausend und eine Nacht ... und es hat Zoom gemacht! Die Storyline war noch nie der stärkste Punkt der Sonic-Franchise, dennoch wartet
Sonic und die geheimen Ringe wenigstens nicht mit der klassischen "Dr. Eggman gegen den Rest der Welt"-Geschichte auf.
Stattdessen muss Sonic
die sieben Weltringe finden, um einen bösen Flaschengeist names
Erazor zu besiegen. Das aktuelle Abenteuer des Igels spielt im Orient, oder besser gesagt im Märchenuniversum von Tausend und einer Nacht. Sonic wurde in die Welt des Buches versetzt um
Erazor von seinem Plan, aus der Fantasiewelt in die Reale einzudringen, abzuhalten.
Um dies zu bewerkstelligen rast man durch
acht Schauplätze mit jeweils an die 100 Missionen. Diese stellen einen vor Aufgaben à la "Komme in einer bestimmten Zeit ins Ziel", "Sammle eine bestimmte Anzahl an Ringen" oder "Besiege eine gewisse Anzahl an Gegnern". Die Missionen müssen zum Fortsetzen der Story nicht alle gelöst werden, aber je mehr Levels bewältigt werden, desto
mehr Extras und spezielle Fertigkeiten schaltet man frei. Letztere kann man Sonic vor jeder Mission in begrenzter Menge zuteilen. Dazu gehören Power-Ups wie höhere Geschwindigkeit, Angriffsboni oder ein erhöhtes Startkapital an Ringen.
Speedlimit: Schallgeschwindigkeit! Das Erlangen und Rumprobieren mit verschiedenen Fähigkeiten stellt sich als eine motivierende Angelegenheit dar, welche den Titel auch nach dem Beenden der eigentlichen Storyline weiter spielenswert macht.
Dies wird zum Teil auch dadurch beeinflusst, dass man am Ende jedes Abschnitts ein Ranking bekommt – wer auf allen Levels das höchste Ranking erzielen will, wird einige Zeit beschäftigt sein. Gesteuert wird das Spiel mit quergehaltener Wiimote, ähnlich wie bei
Tony Hawk’s Downhill Jam oder
Excite Truck. Sonic bewegt sich von alleine während die Kamera ihm von hinten folgt.
Man steuert lediglich seine Laufrichtung durch Kippen der Wiimote. Die 1-Taste wird zum Bremsen betätigt, ein Druck auf die 2-Taste lässt den bekannten Igel zum Springen ansetzen und durch ein Kippen nach hinten läuft Sonic rückwärts. Um Gegner zu bekämpfen lässt man Sonic durch ruckartige Vorwärtsbewegungen der Fernbedienung in die Luft springen und so seine klassische
Spin-Attacke ausführen. Vorher muss der Gegner allerdings mit der automatischen Zielerfassung angewählt werden.
Man gewöhnt sich schnell an die Handhabung des Spiels, allerdings reagiert die Wiimote oft nicht so gut wie gedacht. Vor allem bei den Angriffsbewegungen kommt es manchmal zu Aussetzern, was sich natürlich negativ auf's Verhalten der Spielfigur auswirkt. Die meiste Zeit hat man allerdings volle Kontrolle über Sonic, lediglich der
teils unübersichtliche Levelaufbau, gepaart mit leider immer noch existierenden Kameraproblemen, lässt manche Passagen zu regelrechten
Trial and Error-Abschnitten verkommen, was für unnötigen Frust sorgen kann.
Die Schönheit des Geschwindigkeitsrausches Wer keine Lust mehr auf die Storymissionen hat, kann sich mit Freunden in kleineren Mehrspieler-Partygames amüsieren. Insgesamt erwarten einen
an die 40 Minispiele in bester Mario Party-Tradition, die für ein Zusatzfeature eines
eigentlich auf Einzelspieler ausgerichteten Titels enorm gut gelungen sind. Allerdings müssen einige der Minispiele erst im Storymodus freigeschaltet werden. Trotzdem stellt
Sonic und die geheimen Ringe auch einen guten Multiplayer-Titel dar. Grafisch gehört das neue Sonic-Spiel sicherlich zu den aktuell bestausstehendsten Wii-Titeln.
Die einzelnen Spielabschnitte sind ungemein hübsch und aufwändig gestaltet und dank einer superflüssigen, schnellen Framerate versetzt einen das Spiel immer wieder in einen
Geschwindigkeitrausch. Dazu gesellen sich wunderschöne Lichteffekte sowie viel Liebe zum Detail.
Akustisch untermalt wird der Titel durch die Sonic-übliche Rockmusik, die leider nicht wirklich zum Orientsetting passt. Dazu kann man wahlweise die englische oder japanische Sprachausgabe einschalten – eine deutsche sucht man allerdings vergebens. Dafür gibt es
gut übersetzte Untertitel. Die im Comic-Stil gehaltenen Zwischensequenzen hauen sicherlich niemanden vom Hocker, sind aber liebevoll und detailliert gestaltet und vermittlen gekonnt die Atmosphäre der "Buchwelt". Übrigens werden Sonic-Fans auch liebgewonnene Charaktere wie Tails in der Orientwelt wiedertreffen, allerdings in in einer recht ungewohnten Rolle. Lasst euch also überraschen ...