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Master-Review:   » drucken    » versenden

Heavenly Sword

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 27.09.2007
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Der PS3-Hoffnungsträger gehört ganz sicher zu den schönsten, aber leider nicht zu den besten Spielen unserer Zeit.

Die PlayStation 3 ist nun – zumindest in Amerika – ein Jahr auf dem Markt und langsam aber sicher kommt der Spielenachschub so richtig ins Rollen. Vor allem September und Oktober bieten mit Warhawk, Singstar, Eye of Judgement, Lair, Folklore, Ratchet & Clank: Future Tools of Destruction und Heavenly Sword gleich sieben interessante Exklusiv-Titel für die hungernde PS3-Gemeinde. Letzterers haben wir in unserem aktuellen Master-Review unter die Lupe genommen.

Nariko vs. the Army of Evil King Bohan
In Heavenly Sword ist der Name Programm. Alles dreht sich um ein himmlisches Schwert – ein magisches Artefakt –, welches seit Generationen von einem Clan beschützt wird. Die Legende besagt, dass der Träger
» Es geht rund in Heavenly Sword!
dieses Schwertes ungeheuere Macht erlangt, allerdings letztendlich unter dessen Kraft sein Leben lassen muss. So kommt es, wie es kommen musste: Als der Clan des himmlischen Schwertes eines Tages vom grausamen König Bohan angegriffen wird, sieht die junge Kriegerin Nariko keinen anderen Ausweg, als sich der Kraft des Schwertes zu bemächtigen, um der schieren Übermacht Bohans Armee entgegen zu treten.

Auch wenn das Ganze nun nicht gerade nach einer epischen Storyline klingt, so vermag die Geschichte rund ums himmlische Schwert, den bösen König Bohan und sexy Nariko von der ersten bis zur letzten Sekunde zu fesseln. Dies liegt an der überragenden Inszenierung der Geschehnisse, welche die beeindruckendsten und lebensechtesten virtuellen Figuren, die jemals ein Videospiel hervorgebracht hat, bieten. Auch die Kulissen, vor denen das Drama seinen Lauf nimmt, suchen Ihresgleichen im Videospiel-Sektor und lassen sogar einige Filme alt aussehen.

Hollywood meets PS3
All dies verdanken die Spieler nicht nur der hauseigenen Grafik-Engine von Entwickler Ninja Theory, sondern vor allem den schauspielerischen Leistungen der Akteuere. So wurden Mimik und Gestik echter
» Die Abschnitte mit Kai sind leider öde.
Schauspieler – allen voran Andy Serkins, der sich als Gollum und King Kong einen Namen in Hollywood machte - mittels Motion Capturing auf die Polygonfiguren übertragen, um diese so lebensecht wie möglich darzustellen. Dank extrem hoch detaillierter Figuren ist das Ergebnis vor allem in den zahlreichen Großaufnahmen der Zwischensequenzen kaum noch von einem Renderfilm zu unterscheiden. Hinzu kommen ein filmreifer Soundtrack sowie professionelle deutsche Sprecher. Dank Blu-Ray-Kapazität befinden sich auf der Disc wahlweise auch noch etliche andere Sprachen zur Auswahl.

Aber nicht nur in den Filmschnipseln zeigt die PS3 was sie zu leisten vermag. Die Spielgrafik steht den Sequenzen in nichts nach und bietet neben fein animierten Helden und Schurken schicke Effekte und nie gesehene Kulissen. Doch leider ist auch Heavenly Sword nicht frei von technischen Macken. So kommt es während des Voranschreitens immer wieder zu kleinen Rucklern und Tearing. Beides stört zwar das eigentliche Spielgeschehen nicht, kratzt jedoch am sonst so überragenden technischen Gesamtbild.

Und spielerisch?
Wo Inszenierung und Technik voll aufdrehen, hinkt das eigentliche Gameplay leider gnadenlos hinterher. Während das Kampfsystem noch überzeugen kann, fällt die Qualität des Titels in punkto
» Die Kulissen sind wunderschön.
Leveldesign, Umfang und Abwechslung leider rapide ab
. Doch eines nach dem anderen: Das Kampfsystem orientiert sich teils an Referenzen wie God of War und Ninja Gaiden, spielt sich allerdings sehr eigenständig. So dienen zwei Buttons zum Vollführen zahlloser Kombos, während Stillstehen den vollautomatischen Block-Modus aktiviert. In diesem können feindliche Attacken durch einen gut getimten Button-Druck gekontert werden.

Das Heavenly Sword bietet drei verschiedene Arten der Führung. Im Standard-Modus teilt Nariko schnelle Angriffe auf kurze Distanz mit zwei Klingen aus. Der Reichweite-Modus verwandelt das Schwert in Kettenklingen, die durch ganze Gegnerscharen pflügen und sogar Geschosse abwehren können. Im dritten Modus, der Stärke-Stellung, formt die rothaarige Amazone aus beiden Klingenteilen ein Großschwert, welches sich zwar nur langsam, dafür aber extrem kraftvoll führen lässt. Zwischen allen drei Modi kann jederzeit mittels R1- und L1-Triggern umgeschaltet werden, was zusätzliche Kombinationsmöglichkeiten erlaubt.

Langweilige Kai
Natürlich stellen sich Nariko im Verlauf des Spiels zahllosse Schurken in den Weg. Von leichten Geplänkeln mit ein paar Soldaten bis hin zum brachial inszenierten Endkampf gegen eine ganze Armee
» König Bohan ist absolut beeindruckend.
bietet der Titel alles. Leider fühlen sich die Fights alle viel zu ähnlich an, was vor allem an den sich kaum unterscheidenden Gegner-Typen liegt. Auch fordern die Kämpfe den Spieler zu wenig und lassen sich meist durch einfaches Button-Mashing + Ausweichmanöver bestreiten. Lediglich die gelungenen Bossfights wissen hier positiv hervorzustechen.

Um zusätzliche Abwechslung ins Spiel zu bringen, bietet Heavenly Sword einen zweiten Charakter. Die kleine Kai hilft Nariko mit athletischen Fähigkeiten und einer Armbrust im Kampf gegen den finsteren Tyrannen. Leider sind diese Abschnitte als öde ausgefallen, da man im Grunde ständig nur Pfeile in Zeitlupe und mittels Sixaxis-Steuerung (optional auch per Analog-Stick) in Gegner lenkt. Oft geschieht dies sogar von einer fest vorgegeben Position aus, so dass man sich nicht einmal bewegen kann. Zu allem Übel wirken diese Abschnitte auch noch elendig in die Länge gezogen, so dass man sich schon fast zwingen muss, weiterzuzocken.

Leveldesign wo bist du?
Ein weiterer dicker Kritikpunkt ist das Level-Design von Heavenly Sword. Das Programm ist eine absolut lineare Aneinanderreihung kleiner Arenen, in denen man gegen mehrere Feindwellen antritt.
» Nicht nur Klingen kommen zum Einsatz.
Verbunden sind diese durch kurzes Laufen durch atemberaubende Kulissen und spektakuläre, aber teils unfaire Trigger-Events. Bei letzteren hilft öfters nur Auswendiglernen der Tastenkombinationen – glücklicherweise bewahren sehr faire Checkpoints vor Frust. Echte Jump'n'Run-Einlagen oder anspruchsvolles Leveldesign gibt es nicht. Fast schon peinlich sind einige Rätseleinlagen, in denen es immer nur gilt, entfernte Gongs mit Wurfgeschossen zu treffen.

Auch in Sachen Umfang bekleckert sich Heavenly Sword nicht mit Ruhm. Gerade einmal rund fünf Stunden wird es die meisten Zocker kosten, das Game zu beenden. Einen Mehrspieler-Modus gibt es nicht. Lediglich ein höherer Schwierigkeitsgrad und etliche freispielbare Extras wie Making Ofs, Artworks und Interviews motivieren zum erneuten Durchspielen. Alles in allem bekommt man hier allerdings nur sehr wenig Spiel für sein Geld.
Pro
Geniale Inszenierung
Beeindruckende Grafik
Kinoreife Musik und Synchronisation
Gutes Kampfsystem
Gelungene Bossfights
Umfangreiches Bonus-Material
Contra
Schwaches Level-Design
Geringer Umfang
Peinliche "Rätsel"
Öde Kai-Abschnitte
Kämpfe fühlen sich alle gleich an
Ruckler und Tearing
Unfaire Trigger-Events
Fazit
Heavenly Sword ist ein absolut beeindruckendes Spiel, welches den Spieler mit lebensecht wirkenden Polygonfiguren und einer dramatischen Inszenierung von Anfang bis Ende zu fesseln vermag und dessen Zwischensequenzen seinesgleichen suchen. Leider kann das eigentliche Gameplay nicht mit den hohen Standards der Inszenierung mithalten. Heavenly Sword sieht – trotz einiger Technikproblemchen – wahnsinnig gut aus, spielt sich aber nur leicht überdurchschnittlich. Während die Kämpfe sehr viel Spaß bereiten, sind es vor allem die geringe Abwechslung, das Leveldesign, die miesen Rätseleinlagen und die öden Abschnitte mit Kai, welche den Gesamteindruck stark trüben. Statt wie in God of War das Gefühl zu bekommen, sich durch wirklich zusammenhängende Gebiete zu laufen, springen, kämpfen und fliegen, wird man in Heavenly Sword von einem abgegrenzten Areal ins nächste geschubst, um eine Feindwelle nach der anderen niederzumähen – oder eben abzuballern. Vor allem letztere Abschnitte wirken stark in die Länge gezogen und und erwecken den Eindruck, als hätte man sonst nicht die knapp fünf Stunden Spielzeit hinbekommen. Unter dem Strich bleibt also ein audiovisuelle beeindruckendes, rein spielerisch allerdings nur leicht überdurchschnittliches Erlebnis.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action • Action-Adventure
Publisher
SCEE
Entwickler
Ninja Theory
Website
www.heavenlyswo...
Release
21. September 2007
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User-Bewertung
84
10 Bewertungen
1 Review
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