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Master-Review:   » drucken    » versenden

Virtua Tennis 3

» Autor: Georg Gruber
» Datum: 30.03.2007
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Wenig ambitionierte, jedoch solide sowie unterhaltsame Arcade-Tennis-Action für die PS3.

Virtua Tennis 2 war wohl jener Spielhallenklassiker, der in den letzten Jahren am fleißigsten mit Credits gefüttert wurde. Pfiffiges Gameplay, großartige Präsentation sowie lizenzierte Namen aller Größen des Tennis-Sports ließen bei Fans die Herzen höher schlagen und bei Sega die Kassen ordentlich klingeln. Dass es nur eine Frage der Zeit war, bis die Reihe den Sprung auf PS3 und Xbox 360 machte, lag auf der Hand. Ob das aktuelle Virtua Tennis 3 den bereits beeindruckenden zweiten Teil abermals überflügeln kann, klärt unser Master-Review im folgenden Tie Break.

Never change a winning franchise
Bereits der zweite Teil der Reihe besaß, bis auf seltsame Macken (z.B. nur 1 Satz-Matches, die es jetzt zum Glück nicht mehr gibt) eine sehr unterhaltsame Gameplay-Formel und zählt
» Auf dem heiligen Rasen.
auch heute noch zu den besten Titeln des Genres. Größte Neuerung im dritten Ableger der Erfolgsserie stellt der World Tour-Modus dar. Mit dem überschaubaren Charakter-Editor darf nach Herzens Lust ein eigener Tennis-Crack kreiert werden, der sogleich beginnt, die Weltrangliste von Platz 300 an aufzurollen. Apropos Weltrangliste: An die 20 Profi-Spieler sind lizenziert, also den Vorbildern wie Federer oder Nadal nachempfunden und stehen für heiße Matches zur Verfügung.

Im Laufe der Karriere bestreitet das eigene Tennis-Ass Turniere in allen Herren Länder. Die Arenen wie etwa von den Wimbledon Championships oder Roland Garros zeichnen sich dabei mit viel Liebe zum Detail aus. Man merkt auch deutlich die Spuren des Spielhallenautomaten, wobei die Schauplätze fast noch schöner als in der Arcade-Version aussehen. Interessanterweise hat Entwickler AM2 ausbaufähige Skills integriert, die aber nicht durch die Matches, sondern (teils extrem absurde/witzige) Mini-Games aufgebaut werden müssen. Somit verfügt Virtua Tennis 3 über einen kleinen Simulationscharakter, der dem Titel sehr gut steht.

Lop Wars am Centre Court
Die Spielereigenschaften wie z.B. Zielgenauigkeit steigert man durch Umschießen von Kegel, während Schnelligkeit durch Ausweichen vor Riesentennisbällen inkl. Aufsammeln von überdimensionalen Erdbeeren
» Fruchtige Mini-Games direkt aus Japan.
(Japan lässt grüßen) trainiert wird. Die Idee, Curling und Tennis in einem Mini-Spiel zu verbinden, sprengt sowieso jede Vorstellungskraft und stellt puren Humor dar. Dadurch wird die teils montone Karriere jedoch abermals gestreckt, was den Spielspaß etwas dämpft. Beim Gameplay hingegen zeigt Virtua Tennis 3 serientypische Stärken und Schwächen. Zu den Highlights zählen sicherlich die heißen Grundlinienduelle sowie die diversen Bewegungsanimationen, an denen man sich kaum satt sehen kann. Sie sind überaus flüssig und sehr real ausgefallen, darüber hinaus gibt es davon vielfältige Varianten.

Der Arcade-Titel von Sega krankt jedoch erneut an genau den gleichen Stellen, wie der direkte Vorgänger. Ans Netz vorzurücken und einen schönen Volley zu platzieren gelingt äußerst selten bzw. gestaltet sich unverhältnismäßig schwierig für ein ansonsten recht einfach zu beherrschendes Gameplay. Lops sind immer noch die Secret Weapons of the Tennis Luftwaffe, denn mit diesen kann man sich aus (fast) jeder misslichen Lage - viel zu billig - befreien. Wer im Multiplayer-Modus, für bis zu vier Spieler, schon einmal probiert hat, nur Lops zu spielen, weiß wovon hier die Rede ist - sieht jedenfalls verdammt komisch aus.

Technisch knapp am Doppelfehler vorbei
Zwar spendierten die Entwickler eine stabile Framrate und eine 1080p-Auflösung, die sich auf jeden Fall sehen lassen kann, doch rund um das eigentliche Spielgeschehen hat sich leider herzlich wenig getan.
» Wie im TV oder?
Die paar zaghaften Versuche von Sega, etwas mehr Leben in die Bude zu bringen, scheitern durch die Bank. Die Charaktere mögen real aussehen, jedoch auf den zweiten Blick fallen viele unschöne Kanten, Grafikschnitzer und Ungereimtheiten auf. Die Arenen sind top modelliert, aber die Spieler sehen eher verunstaltet denn echt aus. Dazu gesellen sich noch aufgesetzt wirkende Zwischensequenzen, die wie Dialoge zwischen Zombies aus diversen Survival-Horror-Titeln wirken. Etwas mehr Feinschliff wäre hier unbedingt angebracht gewesen.

Über die Möglichkeit den Sixaxis-Controller der PS3 per Bewegungssensor zur Steuerung der Tennis-Profis zu verwenden sollte man auch lieber kein Wort verlieren - funktioniert nämlich in dieser Form nur unbefriedigend und man kehrt innerhalb von Minuten zum gewohnten (und sehr guten) Steuerschema zurück. Zwar verfügt die PS3-Version über einen spaßigen Offline-Mehrspieler-Modus, doch wer online zocken möchte, schaut durch die Finger. Umso mehr verwunderlich, wenn man sich vor Augen führt, dass die inhaltlich identische Xbox 360-Fassung sehr wohl via Xbox Live umfangreiche Online-Funktionalität bietet. Sega muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass hier die PS3-Kunden benachteiligt wurden.
Pro
Solide 1080p-Grafik
Großartige Sportarenen
Unterhaltsames Arcade-Tennis
Vorbildliche (alte) Steuerung
Multiplayer bis zu vier Spieler
Contra
Monotone Karriere
Kaum Innovationen
Teils unschöne Grafikschnitzer
Schwache (neue) Sixaxis-Steuerung
Kein Online-Modus für PS3
Fazit
Wer Virtua Tennis 3 spielt, wird unweigerlich bereits nach kurzer Zeit zum Schluss kommen, dass sich im Vergleich zu den Vorgängern der Serie wenig geändert hat. Einerseits ist das höchst begrüßenswert, denn die Arcade-lastigen Matches glänzen durch hohes Tempo, durchaus gute Präsentation in 1080p-Auflösung sowie gewohnt spritzigem Gameplay. Andererseits scheint es fast so, also ob es sich Sega gar zu bequem gemacht hat. Echte Innovationen oder gar Abwechslung muss man mit der ganz großen Lupe suchen. Selbst die durchwegs spaßigen Mini-Games sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Letztendlich gleicht sich das Gameplay von Virtua Tennis 3 dann doch zu stark dem des (sehr spaßigen) zweiten Teils. Entwickler AM2 liefert eine absolut solide Umsetzung des Tennis-Klassikers ab, die es durchaus mit den Genre-Konkurrenten wie z.B. Top Spin 2 aufzunehmen vermag. Jedoch drücken Schnitzer in der Präsentation, eine unspektakuläre Karriere sowie der fehlende Online-Modus die Wertung dann doch merklich nach unten. Schade, denn damit vergibt Sega im letzten Satz alle Matchbälle zugunsten der Konkurrenz. Wer ein solides, unterhaltsames Arcade-Tennis auf der PS3 sucht oder die Virtua Tennis-Reihe noch nicht kennt und keine Online-Ambitionen hat, sollte jedoch auf jeden Fälle zugreifen.
Infos
Erhältlich für
Genre
Sport
Publisher
Sega
Entwickler
AM2
Website
www.virtuatenni...
Release
23. März 2007
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