Realitätsgetreue Snooker/Billiard-Simulation auf dem technischen Stand der Last Generation.Wohl jeder hat schon in einem Billiard-Cafe oder einer Spielhalle Bekanntschaft mit den grünen Tischen und Queues gemacht. In unseren Breiten handelt es sich bei dieser Sportart (noch) nicht um ein Massenphänomen. Ganz anders sieht es da auf den Britischen Inseln aus: Man mag es kaum glauben, aber Snooker/Billiard ist der im Fernsehen am zweitmeisten gesehene Sport (gleich nach Crick... natürlich Football). Entwickler
Blade Interactive lebt offenbar ganz gut von den Spielumsetzungen und erfreut Sportfreunde mit der aktuellen 2007er-Auflage von
World Snooker Championship. Ob man den Queue gegen das Gamepad eintauschen sollte, klärt unser
Master-Review.
Die Lizenz zum Einlochen Sega veröffentlicht bereits seit einigen Jahren das offizielle Spiel des Snooker-Sports. So verwundert es kaum, dass der Titel für Fans eine echte Versuchung darstellt. Angefangen bei den 104 Stars,
» Schaut einfacher aus, als es ist. |
zahlreichen Bewerben sowie 20 Turnieren bis über Qualifikation sowie Kommentatoren hat Entwickler
Blade Interactive alles reingepackt, was einen guten Lizenztitel ausmacht. Ein biederes Tutorial, das jedoch wertvolle Tipps für die Grundlagen des Sports liefert, führt aber auch absolute Anfänger in die Welt des Billiards ein. Um sich mit den Regeln der Varianten von Snooker, Pool, Hybrid sowie Golden Cue vertraut zu machen, ist auch ein tieferer Blick in das beiliegende Booklet emfehlenswert.
Das Hauptmenü bietet direkten Zugang zu den Spielmodi Championship, Quick Play sowie On- und Offline Versus für zwei Freunde. Neu in der 2007er-Version: Erstmals darf auch an speziellen
Trick Shot-Events teilgenommen werden. Der Gameplay-Fokus liegt klar auf der Karriere, welche man mit selbst kreierten Protagonisten bestreitet. Im Laufe der Turniere baut der eigene Alter Ego die Fähigkeiten auch tüchtig aus: Wer fleißig trainiert, wird später bei den Trick Shots seine Mitbewerber gewiss beeindrucken. Richtig fit sollte man auch auf jeden Fall sein, denn die KI von
Blade Interactive hat es in sich. Der teils extrem anspruchsvolle Schwierigkeitsgrad lässt den Gegner bereits bei kleinsten Fehlern etwas unfair den Tisch abräumen.
Auf dem Niveau der Last Generation Das Hauptaugenmerk des Entwicklungsteams lag offensichtlich auf der akuraten und möglichst realen Darstellung der Sportsimulation.
Im Vordergrund steht somit die Ballphysik, die für sich betrachtet überzeugt.
» Anstoß einer Snooker-Partie. |
Dagegen sind die Präsentation sowie Grafik unter die Räder gekommen. Abgesehen von den Gesichtern der Stars, welche durchwegs mit den realen Vorbildern mithalten können, gibt es in
World Snooker Championship 2007 nichts, das optisch auch nur im Ansatz beeindruckt. Alles in allem gleicht der Titel der praktisch identen PS2-Fassung, die ebenfalls unter heftigem Motion Blur leidet. Umso unverständlicher, dass die Framerate häufig spürbar unter 30 fps fällt.
Die Mimik der Spieler wirkt dafür recht natürlich und gibt das aktuelle Geschehen am Tisch authentisch wieder. Ebenfalls positiv anzuführen: Die Replays, anhand derer man die gesamte Partie analysieren darf. Beim Snooker interessiert der Soundtrack herzlich wenig und so kommt der
Sega-Titel auch fast ohne Musik aus. Unangenehm fallen jedoch die
quasselnden Kommentatoren auf. Wer schon einmal Billiard im TV gesehen hat, weiß, dass hier nicht viel geredet wird - doch die CPU-Kommentare wollen gar kein Ende nehmen und bieten darüber hinaus wenig Informatives. Lob gibt es noch für den zwar schlichten jedoch gut umgesetzten Online-Modus, der erfreulich lagfrei läuft.