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Virtua Fighter 5  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 01.04.2007
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Gewohnt komplexe Prügel-Simulation in Next-Generation-Optik mit neuen Charakteren.

Prügelspiele gibt es etliche. Seit dem Sprung in die dritte Dimension wird das Genre seit Jahren von großen Serien wie Tekken, Dead or Alive und Soul Calibur dominiert. Doch trotz all dem Spielspaß welchen diese Titel bieten erreicht keines die spielerische Tiefe und Komplexität von Segas Virtua Fighter-Reihe. Eben jene wagt nun nach dem überragenden PS2-Prügler Virtua Fighter 4: Evolution auf der PlayStation 3 den Sprung in die dritte Generation. Ob Virtua Fighter 5 das hohe Niveau der Vorgänger halten kann, verrät wie immer unser Master-Review.

Wer ist der weltbeste Fighter?
In Virtua Fighter 5 treffen abermals die besten Kämpfer aus aller Herren Ländern aufeinander, um den absoluten Champ unter ihnen zu ermitteln. Neben altbekannten Recken wie
» Eine Floßfahrt, die ist lustig...
Akira, Jacky, Jeffrey und der Ninja Kage-Maru bietet das fünfte Turnier zwei neue Teilnehmer. Zum Einen ist dies die kleine Chinesin Eileen, welche durch ihre geringe Größe und einen athletischen Kampfstil die Feinde ins Schwitzen bringt, zum Anderen der mexikanische Wrestler El Blaze. Dieser entpuppt sich allerdings nicht als schwerfällige Fettpackung mit lahmen Bewegungen sondern erinnert eher an eine männliche Version der schnellen Dead or Alive-Kämpferin La Mariposa – nicht zuletzt wegen der gesichtsbedeckenden Maske.

Solisten bekommen in drei verschiedenen Modi gewohnt reichhaltige Kost geboten. So kann man sich im aus jedem Prügelspiel bekannten Arcade-Modus mit immer stärker werdenden KI-Gegnern messen oder im Dojo neue Moves trainieren sowie seine Taktiken verfeinern. Herzstück des Titels ist allerdings der Quest-Modus. Dieser bietet dem Spieler die Möglichkeit, in verschiedenen virtuellen Spielhallen gegen KI-Persönlichkeiten anzutreten.

Build your Charakter
Je nach gewählter Arkade gilt es gegen unterschiedlich fähige KI-Kontrahenten anzutreten. Der Quest-Modus beinhaltet hunderte KI-Feinde mit unterschiedlichem Skill-Levels, Kampftaktiken und
» Im Dojo übt man neue Moves.
Lieblingscharakteren, die das Gefühl gegen einen echten Gegner anzutreten ziemlich gut simulieren. Neulinge sollten ihr Glück daher erst einmal in die Spielhallen für Anfänger versuchen sich anschließend langsam an die größeren Brocken heran wagen. Wer genügend Kämpfe absolviert, bekommt die Gelegenheit an Turnieren teilzunehmen, welche nach dem K.O.-System ausgefochten werden.

Besonders motivierend ist der Quest-Modus dadurch, dass sich durch erfolgreiches Absolvieren bestimmter Fights und Turniere Geld und Items freischalten lassen. Mit Hilfe der freigespielten Objekte können die 17 Charaktere stark in ihrem Äußeren verändert und den individuellen Vorlieben angepasst werden. Das erspielte Geld kann in neue Klamotten, Frisuren und diverse Gimmicks wie Sonnenbrillen oder Waffen (nur zur Zierde getragen) investiert werden.

Versus-Godness
Wirklich interessant wird es natürlich erst, wenn man gegen einen menschlichen Kontrahenten in den Ring steigt. Hier entfaltet das sehr tiefgängige Kampfsystem sein volles Potenzial und bietet sowohl
» Die Charaktermodelle sind sehr detailliert.
Anfängern als auch Profis ein annähernd perfektes Beat'em Up-Erlebnis. Obwohl nur drei Buttons (Schlagen, Treten, Blocken) sowie das Digikreuz zum Steuern der Charaktere benötigt werden, gibt es pro Charakter etliche Moves und Kniffe, die es zu beherrschen gilt. Hohe und tiefe Tritte/Schläge, Contermanöver, Wandmoves und Ausweichbewegungen sind da nur die Spitze des Eisberges.

Ebenfalls sehen lassen kann sich das Stagedesign. Wichtig für den Kampf ist hier vorrangig die Größe der Arenen – muss man beim Kämpfen doch stets darauf achten, nicht aus dem Ring gedrängt zu werden. Alternativ lassen sich allerdings auch Zäune um die Stages einschalten, so dass bis zum bitteren K.O. oder Ablauf einer vorher eingestellten Zeit gefightet wird.

Technischer Sieg nach Punkten
Grafisch gibt sich Virtua Fighter 5 keine Blöße und verweist sogar Kollege Dead or Alive 4 in die Schranken. Die Charaktere überzeugen durch extrem viele Polygone und eine im Genre nur durch Fight Night Round 3
» Akira gehört zu den anspruchsvollsten Charakteren.
geschlagene Detailtiefe. Hier werden sogar die Hautporen in Nahaufnahmen sichtbar. In punkto Hintergründen gibt es derzeit kein schöneres Beat'em Up. Vor allem die Kämpfe auf einem Floß, welches über einen Fluss durch ein malerisches Gebirge schippert, sind hier sehr beeindruckend.

Weniger bombastisch der Sound: Hier werden nur recht mäßige Tracks geboten und auch die Soundeffekte hätten – wie bereits bei den Vorgängern – etwas wuchtiger ausfallen können. Zu guter Letzt noch die schlechteste Nachricht: Zwar bietet Virtua Fighter 5 gegeneinander einen Haidenspaß, allerdings nur offline. Ein Online-Modus steht abermals nicht zur Verfügung.
Pro
Ausgereiftes Kampfsystem
17 optisch veränderbare Charaktere
Top Grafik
Motivierender Quest-Modus
Gute Lernkurve
Contra
Mäßiger Sound
Fehlender Online-Modus
Fazit
Bis auf die Abstinenz eines Online-Modus enttäuscht Virtua Fighter 5 die hohen Erwartungen der Fans nicht. Der Titel bietet gewohnt astreine Beat'em Up-Unterhaltung und trotz gerade einmal drei Buttons und einem Steuerkreuz ein dermaßen tiefes Kampfsystem wie es kein Genre-Kollege vorzuweisen hat. Der umfangreiche Solo-Modus motiviert durch das Freischalten neuer Objekte, welche anschließend zum Bearbeiten des eigenen Kämpfers herangezogen werden können. Somit liefert Virtua Fighter 5 das wohl umfangreichste optische Modifizieren der Fighter aller Beat'em Ups. Das volle Potenzial entfaltet der Titel natürlich erst im Versus-Modus gegen einen gleichgesinnten Freund. Dank etlicher Moves, Kombos und Tricks gewinnen die Kämpfe an echter taktischer Tiefe und erfreuen jeden Genre-Puristen. Doch auch Anfänger werden mit simplem Button-Mashing und dem Herausfinden neuer Moves sehr viel Spaß an Segas neuestem Streich haben. Alles in allem ein rundum gelungenes Game, welches sich kein PlayStation 3-Besitzer mit Hang zu wilden Prügeleien entgehen lassen sollte.