Nintendo hat alles reingepackt, was Melee gut machte und dann noch ein paar Extras!
Umfang ist Trumpf Super Smash Bros. Brawl ist wohl der größte
Nintendo-Franchise-Release aller Zeiten und zugleich ein nie dagewesener Fanservice. Dieser Titel stellt sprichwörtlich das
Nonplusultra in Sachen Evolution dar: Bis zum Abwinken wurden Features wie Online-Modi und Leveleditor spendiert. Wer schon immer ein Kräftemessen im Kampf wie z.B. Sonic versus Mario oder Solid Snake versus Pikachu austragen wollte, kann dies nun tun. Es gibt so viele Steuerungsvarianten, dass die Entwickler sogar den Einsatz des GameCube-Controllers ermöglicht haben. Praktisch jeder Wunsch, den ein Fan der vorangegangenen Titel der Reihe auch nur haben konnte, scheint erfüllt worden zu sein.
Nintendo hat erstmals eine Dual Layer DVD
mit rund 8GB bis zum Rand gefüllt, denn
Brawl ist so riesig und umfangreich ausgefallen, dass die üblichen 4GB nicht ausgereicht haben. Man spürt auch deutlich, dass dieser Platz nicht nur mit Full Motion Videos zugepflastert sondern verdammt viel Inhalt auf die Disc gebeamt wurde. Dabei hat sich zum direkten Vorgänger
Super Smash Bros. Melee im Grunde wenig geändert. Vor allem im Gameplay wurde nach dem Motto "Warum denn was reparieren, was gar nicht kaputt ist?" kaum angetastet.
Super Smash Bros. 3.0 Das ist einerseits positiv, denn die Reihe war stets beliebt und sehr erfolgreich. Zu den starken Seiten von
Brawl gehören das
einmalige Fighting Feeling, welches zwar simple, aber doch interessante Steuerungskniffe
» Wario schlägt Kirby in die Flucht. |
bietet und vor allem im Mehrspielermodus (für bis zu vier Spieler) alle Trümpfe ausspielt. Man kann
aus praktisch allen Nintendo Franchises einen Charakter wählen, um damit im Solo-Abenteuer (Story Modus) oder gegen Freunde in einer der zahlreichen den Nintendo-Titeln entlehnten Arenen anzutreten. Wem das noch nicht genug ist, baut sich im Leveleditor eigene Stages.
Andererseits gibt es auch Negatives: Wer die Vorgänger kennt, wird sich die berechtigte Frage stellen, ob das Update wirklich Sinn macht. Irgendwie beschleicht einen das Gefühl, von Windows XP auf Windows Vista upzugraden, obwohl man mit dem Vorgänger noch immer sehr zufrieden ist. Neueinsteiger berührt dies weniger, denn die werden einfach vom gigantischen Umfang begeistert sein. Doch gerade wer
Melee am GameCube lange Zeit gespielt hat und die Reihe liebt und kennt, wird dieses Gefühl des "Hat sich wirklich grundlegend etwas geändert, was mich auch heute noch fasziniert?" beschleichen.
Nintendo liebt dich - fast schon zu viel Die Entwickler beweisen überall ihre Liebe zum Detail. Jeder noch so kleinen Aspekt von
Super Smash Bros. Brawl wurde unter den wachsamen Augen von Masahiro Sakurai
bis zum Overkill aufpoliert.
» Jeder nur erdenkliche Gegner ist mit von der Partie. |
Es gibt so viel zu tun und zu sehen sowie unzählige Kampfanimationen inkl.
jeder nur erdenklichen Steuerungsmethode: Wii Fernbedienung mit/ohne Nunchuck, Classic oder GameCube Controller, wobei alle Buttonbelegungen an die eigenen Wünsche anpassbar sind. Es scheint so als hätten die Entwickler alles reingepackt, was ihnen eingefallen ist, um nur ja kein Risiko einzugehen, einen Fan zu verärgern.
Nur beim neuen Story Modus, welcher köstlicherweise "Subraum Emissär" (Subspace Emissary) getauft wurde, kommt
ein Hauch von frischem Wind in
Brawl auf. Es ist der erste echte Versuch, eine Handlung ins das Spielgeschehen einzubetten, was jedoch nicht voll gelingt. Der Modus beinhaltet alle Zutaten eines modernen Side Scrolling Jump'n'Runs/Adventures, jedoch fallen Gegner sowie Leveldesign großteils uninspiriert aus. Somit stellt der Solo-Modus kaum mehr als eine recht lange, von den Entwickler zwangsweise vorgeschriebene
Durststrecke für das Freischalten aller Charaktere dar.
Sieg nach Punkten In Sachen Präsentation zählt
Brawl zu den beeindruckenderen Titeln auf der Wii. Grafisch hat sich
Nintendo ordentlich bemüht, einen sehr hübschen Eindruck zu hinterlassen. Es gibt zahlreiche Rendervideos inkl.
» Zu viert macht es noch mehr Spaß. |
einem kurzen Trainingsvideo, welches das rudimentäre Kontrollschema erläutert. Die Arenen sind zwar nicht die größten, aber wissen durch zahlreiche verspielte Details zu überzeugen.
Animationen und Soundeffekte gibt es sowieso bis zum Abwinken und Features wie die Jukebox, in der man
sämtliche Soundtracks anhören darf, sind äußerst nette Boni. Vor allem die Klanguntermalung ist mit
zahlreichen Remixes und neuen Arrangements bekannter Melodien exzellent ausgefallen.
Vor der Wii-Konsole könnenbis zu vier Spieler Platz nehmen und endlich darf man auch online gegen Freunde zocken.
Nintendo hat sich aber nicht erweichen lassen und zieht abermals das
Friend Code System beinhart durch. Dafür dürfen sich ebenfalls bis zu vier Spieler via Nintendo Wi-Fi Connection online eine auf die Mütze geben. Die Entwickler haben
technisch ihre Hausaufgaben gut gemacht, dennoch sollte man über einen schnellen Breitbandanschluss verfügen, denn ganz ohne Lags geht's leider nicht zur Sache. Die Ruckler fallen aber nie wirklich störend auf und tun dem Spielspaß kaum einen Abbruch.