Mit Motorstorm liefert Evolution einen 1A-Off-Road-Arcade-Racer ab, der leider in den Disziplinen Umfang und Ladezeiten kränkelt.Neben dem äußerst gelungenen Ego-Shooter
Resistance: Fall of Man ist
Motorstorm der zweite große Hoffnungsträger aller PlayStation 3-Erstkäufer. Die Offroad-Raserei von
WRC-Entwickler
Evolution soll neben einer bombastischen Grafik vor allem spielerisch neue Maßstäbe setzen. Ob dieses Unterfangen gelang oder der vermeintliche Toptitel zur Grafikdemo verkommt, klärt unser
Master-Review.
Willkommen zu Motorstorm!Bereits das Intro in feinster HD-Auflösung, bestehend aus Film- und Ingame-Sequenzen, versprüht ein angenehmes
Next Generation-Gefühl. Mit rockiger Musik unterlegte, äußerst rabiate Rennen bieten dem
» Heiße Off-Road-Rennen sind der Kern von Motorstorm. |
Spieler einen ersten Vorgeschmack auf das, was ihn im Game erwartet. Einige Minuten später sitzt man bereits selbst hinter dem Steuer einer der zahlreichen Boliden und brettert über die steinig-matschigen Pisten des Mount Valley mitten in der Wüste Arizonas. In diesem Umfeld werden übrigens alle Rennen von
Motorstorm ausgetragen.
Die Bedienung läuft dabei wahlweise ganz klassisch über die Analogsticks und Buttons oder mittels Bewegungssensoren des Sixaxis-Controllers. Letzteres ist allerdings wenig vorteilhaft und sollte eher als nette Spielerei statt echter Alternative zum klassischen Eingabemechanismus gesehen werden.
Motorstorm spielt sich sehr arcdig, legt dennoch Wert darauf, gewisse Realismus-Grenzen einzuhalten. So sind es vor allem die
verschiedenen Bodenbeschaffenheiten, welche man möglichst akkurat umgesetzt hat. Die wenigen gefestigten Streckenabschnitte lassen sich ohne größere Mühe überwinden und auch felsiger Untergrund bieten noch einen relativ guten Halt. Kritischer wird es bei Schotter, sandigem oder gar matschigem Untergrund. Hier geraten die Vehikel zunehmend ins Rutschen, was ständiges Gegensteuern und
behutsames Beschleunigen, Boosten und Abbremsen vom Spieler verlangt.
Vorbildlicher FuhrparkJe nach Fahrzeug lassen sich verschiedene Untergründe unterschiedlich gut meistern. Zur Auswahl stehen diverse
Motorräder, Rallywagen, Quads, Buggys, Renntrucks und sogar LKW. Diese unterscheiden
» Bloß nicht die Balance verlieren. |
sich nicht nur in punkto Bodenhaftung sondern auch in Disziplinen wie Beschleunigung, Handling und Gewicht. Letzteres ist vor allem für dichtes Gedränge und Rammmanövern wichtig. So schiebt ein LKW so ziemlich jedes andere Fahrzeug problemlos von der Strecke, während Motorräder im dichten Verkehr grundsätzlich den Kürzeren ziehen, dafür aber mit ihren Sprungfertigkeit glänzen.
Der Solopart von
Motorstorm ist in
21 Turniere, die jeweils bis zu vier Einzelrennen bieten, unterteilt. Meistert man ein Turnier, erhält man ein Ticket, welches neue Rennen freischaltet. Obwohl es insgesamt nur acht Strecken gibt, kommt so schnell keine Langeweile auf. Dies liegt zum Einen an den zahlreichen unterschiedlichen Fahrzeugen und zum Anderen an den
perfekt designten Strecken. Während man im Verlauf des Solomodus auf Grund von Vehikelrestriktionen innerhalb der einzelnen Turniere gezwungen ist, sämtliche Fahrzeugklassen ein Mal zu verwenden, sorgen die Pisten mit ihren zahlreichen verschiedenen Wegen für echtes Off-Road-Feeling.
Klasse statt MasseDie meisten Strecken bieten
mehrere Hauptrouten, welche sich im Pistenverlauf immer wieder kreuzen. Außerdem gilt es etliche Abkürzungen zu entdecken sowie die beste Route für die unterschiedlichen Fahrzeugtypen zu finden.
» PS-Starke Boliden wühlen sich durch den Dreck. |
Natürlich geht es auf den Strecken nicht wie am Nürburgring zu. Neben Kurven und Geraden sind es vor allem die zahllosen
Sprungschanzen, Hindernisse, Steilkurven, tödlichen Klippen und tiefen Abhänge, die den Titel weitaus rabiater als andere Rennspiele wirken lassen. Hier sollte man schon Bescheid wissen, was einen nach der nächsten Kurve erwartet, um nicht als glühender Feuerball zu enden.
Doch selbst wenn man sich wieder einmal bei einem Sprung verschätzt oder eine tiefe Klippe runtersegelt, bedeutet dies nicht automatisch das Aus. Wie in
Burnout wird man nach
spektakulären Crashs (die natürlich ganz stylisch in Zeitlupe gezeigt werden) beliebig oft wiederbelebt, was lediglich wertvolle Sekunden kostet – Arcade-Racing at it's best eben!
Killeroptik und -ladezeitenGrafisch zieht der Titel sämtliche Next Generation-Register und zeigt eindrucksvoll was die PlayStation 3 zu leisten vermag. Detaillierte, stufenweise zerstörbare Fahrzeuge mit wild gestikulierenden Fahrern, wunderschöne
» Ja, es sieht wirklich so gut aus! |
Strecken mit einer tollen Weitsicht sowie
geniale Matsch- und Dreckeffekte verwöhnen das Auge. Hinzu gesellt sich ein
brachialer Soundtrack mit bekannten Bands wie
Slipknot,
Nirvana und
Wolfmother sowie sehr gelugene Motorgeräusche und Soundeffekte. Soviel Pracht hat allerdings ihren Preis: Dieser wird in Form von sehr langen Ladezeiten gezahlt , die durchaus auf die Nerven gehen können.
Fast nochmal soviel Spaß wie im Solo-Modus bereitet Motorstorm online. Hier tritt man mit
bis zu zwölf Spielern gegen menschliche Kontrahenten an und lässt diese Staub fressen. Das einfache Lobby- und Statistikensystem funktioniert hierbei sehr gut, hätte allerdings durch ein paar mehr Features wie einen Chat oder ein ausführlicheres Punktesystem aufgewertet werden können. So zählen auch gute zweite und dritte Plätze als Niederlage im Profil, was der erbrachten Leistung nicht gerecht wird. Ein Split-Screen-Modus für Offline-Duelle gegen Freunde wird leider ebenfalls nicht geboten.