Leider nicht ganz so gut wie auf der Xbox 360, aber immer noch ein echter Taktik-Knaller.Nach einer langen Portierungs-Zeit spendiert uns Ubisoft einen der besten Taktik-Shooter nun auch endlich für die PlayStation 3. Die Rede ist nicht von Ghost Recon: Advance Warfighter 2, welches immer noch für die PS3 konvertiert wird, sondern von Rainbow Six Vegas. Wie sich die acht Monate der Portierung auf das fertige Produkt ausgewirkt haben, verrät wie immer unser
Master-Review.
Adieu Dingo ChavezDie jahrelangen Ermittlungen haben sich bezahlt gemacht: Top-Terroristin Irene Morales ist aufgespürt und harrt in einer mexikanischen Grenzstadt ihrer Verhaftung durch die
Rainbows, als ein
Hinterhalt das Dreiergespann rund um den neuen Teamleader Logan Keller aufreibt. Die Kollegen zurücklassend kann sich der Antiterror-Jungstar aus der Falle retten, um schnurstracks einen neuen Auftrag zugewiesen zu bekommen: Paramilitärische Spezialeinheiten haben sich im Sündenpfuhl Las Vegas breitgemacht und drohen mit dem Exitus der gesamten Stadt. Zeit, sich auf alte Tugenden zu besinnen und persönliche Rachegelüste hintanzustellen.
In klassischer
Ego-Perspektive macht ihr nun Jagd auf das subversive menschliche Ungeziefer und kämpft euch
im grandios inszenierten Las Vegas von Casino-Komplex zu Casino-Komplex. Die Aufgabengebiete umspannen dabei in erster Linie die Sicherung von Geiseln, Entschärfung von Bomben aber auch die Suche nach Informationen über Hintergründe der beinahe kriegerische Ausmaße annehmenden Auseinandersetzung.
Wir sind das TeamUnvorstellbar wäre ein Taktik-Shooter ohne die Führung von Kollegen. Auch
Rainbow Six: Vegas verfügt über ein
intuitives Team-Feature: Rudimentäre Befehle wie "Dorthin gehen" oder "Hier abseilen"
» Im Dreiergespann vor Ort. |
werden ebenso mit dem A-Knopf ausgelöst wie die gründlich vorbereitete Stürmung eines Raumes. Soll die Infiltration leise von statten gehen, empfiehlt sich darüber hinaus die
Festlegung des Aggressivitätsmodus sowie die Verwendung von Schalldämpfern, von denen ihr glücklicherweise reichlich im Gepäck habt. Auch die bereits aus der
Tom Clancy's Splinter Cell-Reihe bekannte
Snake Cam sowie Wärme- und Nachtsichtgeräte dürfen im Antiterrorismuseinsatz natürlich nicht fehlen.
Schnell stellen sich auf diese Weise Muster ein, mit welchen ihr auf bestimmte Situationen reagiert: Zwei Türen zum selben Raum legen eine Stürmung von zwei Seiten nahe, während im "offenen Feld" geschickte Flankenzüge zum Erfolg führen. Hilfreich in diesem Zusammenhang ist nicht nur die
hervorragende Künstliche Intelligenz eurer Kameraden sondern in ebensolchem Ausmaß das schon in
Tom Clancy's Ghost Recon: Advanced Warfighter ausreichend erprobte
Deckungsfeature: An ebenen Flächen "dockt" ihr mithilfe des linken Triggers an, um in weiterer Folge aus der sicheren Deckung heraus die Reihen der Feinde gezielt zu lichten.
SpecOps sighted!Unterschiedliche Missionsziele und Umgebungen erfordern selbstverständlich
unterschiedliche Bewaffnung – und auch hier geizt
Rainbow Six:Vegas nicht mit Optionen: Neben einer Reihe von
» Kollege Jung entspannt sich. |
klassischen SMGs und Assault Rifles dürft ihr sogar zu großkalibrigen Maschinen- aber auch Scharfschützengewehren greifen. Daneben stehen mit einer Auswahl an Granaten und Sprengstoffen auch allen angehenden Pyrotechnikern zahlreiche Wege offen, die bereits auf dem normalen Schwierigkeitsgrad
teils fordernden Missionen zu bestehen.
In erster Linie liegt dies an der
Gewitztheit eurer Gegenüber: Ihr werdet flankiert, mittels Sperrfeuer von Standgeschützen am Boden gehalten und gezielt mit Rauch- und Blendgranaten unter steten Aktionsdruck gesetzt – allzu lange an einem Ort zu verweilen ist somit nicht zu empfehlen. Immerhin sind die
zahlreichen Checkpoints fair gesetzt, entscheidende Stellen lassen sich somit ohne lange Wiederholungspassagen meistern.
Abruptes Ende FTW?Nach etwa
acht bis zehn Stunden Spielzeit habt ihr nicht nur ein taktisches Actionfeuerwerk allererster Güte sondern leider auch einen der übelsten Cliffhanger der Videospielgeschichte hinter euch
gebracht. Immerhin bietet der Titel noch zahlreiche andere Spiel-Modi. Sowohl online als auch per Splitscreen und System Link dürft ihr
kooperativ auf Terroristenjagd gehen oder in den zahlreichen Versus-Spielmodi eure virtuellen Konterfeis in die Schlacht schicken. Zur Verbesserung des Alter Ego wird wieder einmal das
P.E.C. (Persistent Elite Creation) genannte Klassensystem herangezogen, welches eure Leistungen überwacht und in weiterer Folge Ränge und neue Waffen sowie Ausrüstungsgegenstände freischaltet.
Technisch hat sich die lange Wartezeit auf die PS3-Version kaum ausgezahlt. Das Spiel sieht nicht besser aus als auf der Xbox 360, ja ist dieser in punkto Kantenflimmern sogar unterlegen. Auch
die Framerate macht einen nicht ganz so flüssigen Eindruck wie jene der Xbox 360-Variante. Wichtig ist zudem, dass man seinen HD-TV auf 720p einstellt. Im 1080i-Modus wirkt die Grafik verschwommen. Beim Online-Spiel müssen wie auf der X360 nicht nur grafisch einige Abstriche gemacht werden, sondern auch in punkto Umfang. So unterstützt der Titel auf der PS3
nur 14 statt 16 Spielern und man wird im Menü vergeblich den Punkt "Benutzerdefiniertes Spiel" suchen – obwohl dieser in der Anleitung erwähnt wird. Immerhin kann man
weitestgehend lagfreies Onlinegaming genießen und dank Freundeslisten (welche direkt vom PS3-Dashboard übernommen werden) Spiele von Kumpels jederzeit joinen. Ebenfalls löblich: Die kostenlosen Zusatz-Inhalte der X360-Version wurden direkt in die PS3-Variante integriert.