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Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 18.07.2007
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Leider nicht ganz so gut wie auf der Xbox 360, aber immer noch ein echter Taktik-Knaller.

Nach einer langen Portierungs-Zeit spendiert uns Ubisoft einen der besten Taktik-Shooter nun auch endlich für die PlayStation 3. Die Rede ist nicht von Ghost Recon: Advance Warfighter 2, welches immer noch für die PS3 konvertiert wird, sondern von Rainbow Six Vegas. Wie sich die acht Monate der Portierung auf das fertige Produkt ausgewirkt haben, verrät wie immer unser Master-Review.

Adieu Dingo Chavez
Die jahrelangen Ermittlungen haben sich bezahlt gemacht: Top-Terroristin Irene Morales ist aufgespürt und harrt in einer mexikanischen Grenzstadt ihrer Verhaftung durch die Rainbows, als ein
» Der Sündenpfuhl LV.
Hinterhalt das Dreiergespann rund um den neuen Teamleader Logan Keller aufreibt. Die Kollegen zurücklassend kann sich der Antiterror-Jungstar aus der Falle retten, um schnurstracks einen neuen Auftrag zugewiesen zu bekommen: Paramilitärische Spezialeinheiten haben sich im Sündenpfuhl Las Vegas breitgemacht und drohen mit dem Exitus der gesamten Stadt. Zeit, sich auf alte Tugenden zu besinnen und persönliche Rachegelüste hintanzustellen.

In klassischer Ego-Perspektive macht ihr nun Jagd auf das subversive menschliche Ungeziefer und kämpft euch im grandios inszenierten Las Vegas von Casino-Komplex zu Casino-Komplex. Die Aufgabengebiete umspannen dabei in erster Linie die Sicherung von Geiseln, Entschärfung von Bomben aber auch die Suche nach Informationen über Hintergründe der beinahe kriegerische Ausmaße annehmenden Auseinandersetzung.

Wir sind das Team
Unvorstellbar wäre ein Taktik-Shooter ohne die Führung von Kollegen. Auch Rainbow Six: Vegas verfügt über ein intuitives Team-Feature: Rudimentäre Befehle wie "Dorthin gehen" oder "Hier abseilen"
» Im Dreiergespann vor Ort.
werden ebenso mit dem A-Knopf ausgelöst wie die gründlich vorbereitete Stürmung eines Raumes. Soll die Infiltration leise von statten gehen, empfiehlt sich darüber hinaus die Festlegung des Aggressivitätsmodus sowie die Verwendung von Schalldämpfern, von denen ihr glücklicherweise reichlich im Gepäck habt. Auch die bereits aus der Tom Clancy's Splinter Cell-Reihe bekannte Snake Cam sowie Wärme- und Nachtsichtgeräte dürfen im Antiterrorismuseinsatz natürlich nicht fehlen.

Schnell stellen sich auf diese Weise Muster ein, mit welchen ihr auf bestimmte Situationen reagiert: Zwei Türen zum selben Raum legen eine Stürmung von zwei Seiten nahe, während im "offenen Feld" geschickte Flankenzüge zum Erfolg führen. Hilfreich in diesem Zusammenhang ist nicht nur die hervorragende Künstliche Intelligenz eurer Kameraden sondern in ebensolchem Ausmaß das schon in Tom Clancy's Ghost Recon: Advanced Warfighter ausreichend erprobte Deckungsfeature: An ebenen Flächen "dockt" ihr mithilfe des linken Triggers an, um in weiterer Folge aus der sicheren Deckung heraus die Reihen der Feinde gezielt zu lichten.

SpecOps sighted!
Unterschiedliche Missionsziele und Umgebungen erfordern selbstverständlich unterschiedliche Bewaffnung – und auch hier geizt Rainbow Six:Vegas nicht mit Optionen: Neben einer Reihe von
» Kollege Jung entspannt sich.
klassischen SMGs und Assault Rifles dürft ihr sogar zu großkalibrigen Maschinen- aber auch Scharfschützengewehren greifen. Daneben stehen mit einer Auswahl an Granaten und Sprengstoffen auch allen angehenden Pyrotechnikern zahlreiche Wege offen, die bereits auf dem normalen Schwierigkeitsgrad teils fordernden Missionen zu bestehen.

In erster Linie liegt dies an der Gewitztheit eurer Gegenüber: Ihr werdet flankiert, mittels Sperrfeuer von Standgeschützen am Boden gehalten und gezielt mit Rauch- und Blendgranaten unter steten Aktionsdruck gesetzt – allzu lange an einem Ort zu verweilen ist somit nicht zu empfehlen. Immerhin sind die zahlreichen Checkpoints fair gesetzt, entscheidende Stellen lassen sich somit ohne lange Wiederholungspassagen meistern.

Abruptes Ende FTW?
Nach etwa acht bis zehn Stunden Spielzeit habt ihr nicht nur ein taktisches Actionfeuerwerk allererster Güte sondern leider auch einen der übelsten Cliffhanger der Videospielgeschichte hinter euch
» Befehl zum Sturm.
gebracht. Immerhin bietet der Titel noch zahlreiche andere Spiel-Modi. Sowohl online als auch per Splitscreen und System Link dürft ihr kooperativ auf Terroristenjagd gehen oder in den zahlreichen Versus-Spielmodi eure virtuellen Konterfeis in die Schlacht schicken. Zur Verbesserung des Alter Ego wird wieder einmal das P.E.C. (Persistent Elite Creation) genannte Klassensystem herangezogen, welches eure Leistungen überwacht und in weiterer Folge Ränge und neue Waffen sowie Ausrüstungsgegenstände freischaltet.

Technisch hat sich die lange Wartezeit auf die PS3-Version kaum ausgezahlt. Das Spiel sieht nicht besser aus als auf der Xbox 360, ja ist dieser in punkto Kantenflimmern sogar unterlegen. Auch die Framerate macht einen nicht ganz so flüssigen Eindruck wie jene der Xbox 360-Variante. Wichtig ist zudem, dass man seinen HD-TV auf 720p einstellt. Im 1080i-Modus wirkt die Grafik verschwommen. Beim Online-Spiel müssen wie auf der X360 nicht nur grafisch einige Abstriche gemacht werden, sondern auch in punkto Umfang. So unterstützt der Titel auf der PS3 nur 14 statt 16 Spielern und man wird im Menü vergeblich den Punkt "Benutzerdefiniertes Spiel" suchen – obwohl dieser in der Anleitung erwähnt wird. Immerhin kann man weitestgehend lagfreies Onlinegaming genießen und dank Freundeslisten (welche direkt vom PS3-Dashboard übernommen werden) Spiele von Kumpels jederzeit joinen. Ebenfalls löblich: Die kostenlosen Zusatz-Inhalte der X360-Version wurden direkt in die PS3-Variante integriert.
Pro
Geniale Inszenierung
Gelungene und intuitive Steuerung
Umfangreicher Multiplayermodus (coop, vs.)
Sehr gute KI
Superbe Optik (Licht, Animationen)
Contra
Zu kurz
Optische Abstriche im Multiplayer
Xbox 360-Version besser
Fazit
Es ist schon fast etwas traurig, dass die Entwickler auch in einer achtmonatigen Anpassungszeit nicht die selbe technische Qualität auf die PlayStation 3 zaubern, wie sie es bei der Xbox 360-Version taten. Die Grafik ist nicht merklich schlechter, dennoch fällt einem beim direkten Vergleich heftigeres Kantenflimmern auf. Auch bemerkt man beim konzentrierten Spielen eine minimal ungeschmeidigere Framerate. Ebenfalls ärgerlich ist der nicht ganz so ausgereifte Mehrspieler-Part – ich spreche hier vor allem vom Menüpunkt "Benutzterdefiniertes Spiel", den ich bis heute nicht finden konnte. Auch die Reduzierung auf maximal 14 Spieler ist mir ein Rätsel, schafft der Launch-Shooter Resistance: Fall of Man doch problemlos 40 Kombatanten gleichzeitig. Doch keine Sorge. Rainbow Six Vegas ist trotz dieser Schnitzer auch auf der PlayStation 3 ein hervorragendes Taktik-Shooter-Erlebnis, welches durch seine genial inszenierte Kampagne und immer noch sehr umfangreichen Online-Optionen sowohl Solisten als auch Mehrspieler-Fans in seinen Bann zieht. Bedenkenlos zuschlagen darf hier jeder, der sich fürs Genre interessiert und keine Xbox 360 sein Eigen nennt.