Gewohnt geniale Free-Roaming-Kost von Rockstar in coolem 80er-Setting mit vielen Verbesserungen.Rockstar hat mit der GTA-Reihe eine der mächtigsten Franchises dieser Erde auf seiner Seite. Dementsprechend hoch sind natürlich auch die Erwartungen an jeden neuen Teil der äußerst erfolgreichen Serie. Bisher konnte jeder erschienene Ableger die hohen Erwartungen erfüllen. Ob dies auch dem zweiten PSP-Vertreter
Grand Theft Auto: Vice City Stories gelingt, deckt unser Master-Review auf.
Vom ehrlichen Soldaten zum dubiosen ZuhälterEigentlich wollte Protagonist
Vic Vance nur ein ehrliches Leben als Soldat führen, um vom verdienten Sold seinen kranken Bruder und die drogenabhängige Mutter über die Runden zu bringen. Doch wie die Dinge so ihren
» Schnelle Autos im Sonnenuntergang. |
Lauf nehmen, gerät er unter Einfluß seines kriminellen Sergeants auf die
schiefe Bahn und wird aus der Armee geschmissen. Fortan nimmt er allerlei Aufträge von Kleinkriminellen an und arbeitet sich unter der Obhut des Spielers in die oberen Ränge der kriminellen Köpfe
Vice Citys vor. Drogenhandel, Diebstahl, Mord, Erpressung und Zuhälterei sind schließlich immer noch die lukrativsten Geschäftsmodelle, um es in einem
Grand Theft Auto-Game möglichst schnell zu viel Geld zu bringen.
Dementsprechend bekannt gestaltet sich auch das Gameplay. Die detaillierte Stadt
Vice City lässt sich zu Fuß, in diversen Fahrzeugen sowie Booten und – erstmals auch auf der PSP auch aus der Luft frei bereisen. Auf der Übersichtskarte markierte Auftraggeber halten Missionen bereit, welche durch die
typischen, mit GTA-Humor geprägten Zwischensequenzen ein- und ausgeläutet werden und die Story vorantreiben. Diese lebt wie in den Vorgängern vor allem durch ihre sehr gute Inszenierung, witzigen Dialoge und die abgedrehten Charaktere.
Gewalt löst alle ProblemeNatürlich geht es in den zahllosen Aufträgen für allerlei dubiose Gestalten selten glinflich zu. Wie gewohnt sind die
Missionen sehr abwechslungsreich und verlangen neben reichlich Fahren und Schießen auch Mal das
» Jetskies feiern ihre Premiere in VC Stories. |
Verladen von Waren per Gabelstabler oder das Zertrümmern von Einrichtungsgegenständen vom Spieler. Die Steuerung bleibt dabei ebenfalls der Serie treu, was leider nicht immer ein Vorteil ist. Während sich die Fahrzeuge gewohnt rutschig, aber mit ein bisschen Übung durchaus gut steuern lassen, bereitet vor allem das Ballern wieder Kopfzerbrechen. Die
automatische Zielerfassung funktioniert auch im x-ten Ableger der Serie
alles andere als zufriedenstellend und ist vor allem auf kurze Distanz fast katastrophal.
Auch das Ballern aus Autos gestaltet sich nach wie vor als fingertechnischer Drahtseilakt. Aufgrund des etwas beschränkten PSP-Steuerungslayouts ist es schier unmöglich, gleichzeitig zu fahren und dabei gezielt aus den Seitenfenstern zu ballern. Spiele wie
Scarface: The World is Yours zeigen mittlerweile, wie sich dieses Problem einfach in den Griff kriegen lässt; nämlich durch eine Lock-On-Funktion. Im Verbund mit nach wie vor
fehlenden Checkpoints vor und während der Missionen und dem gewohnt fordernden Schwierigkeitsgrad sorgen diese Problemchen für GTA-typischen Frust.
Überragend dank FreiheitDoch was sind solche Wehwehchen schon gegen das
überragende Gameplay eines
Rockstar-Titels? Fast alles, was die Vorgänger groß machte, ist - im Gegensatz zu Liberty City Stories - auch in
Vice City Stories enthalten. Plus ein sehr motivierendes neues Feature: Das
Aufbauen eines eigenen Verbecherimperiums. Gebäude lassen sich nämlich nicht einfach nur kaufen, sondern erstmals auch selbst einrichten, verwalten und aufrüsten. So kann man beispielsweise aus einer leer stehenden Bude mit den entsprechenden Finanzmitteln ein Drogenlabor machen, was die täglichen Einnahmen erhöht. Durch das Erfüllen von eher simpel gehaltenen Aufträgen für diese Etablisements lassen sich die Finanzen und Tageseinnahmen zudem kräftigen.
Da
Vic jedoch nicht der einzige Kriminelle in der Stadt ist, haben es feindliche Gangs stets auf seine Einrichtungen abgesehen, was das
regelmäßige Verteidigen und Reparieren der eigenen Geschäfte nach sich zieht. Natürlich ist es ebenfalls möglich, gegnerische Gebäude zu überfallen, auszuräuchern und anschließend durch einen eigenen Laden zu ersetzen. Ebenfalls praktisch: Um die Einrichtungen im Besitz des Spielers tummeln sich Handlanger, welche als Kampfunterstützung angeheuert werden können. Weiterer Komfortfaktor: Einnahmen müssen nicht mehr umständlich manuell vor den Etablisements abgeholt werden, sondern fließen jeden Abend automatisch aufs virtuelle Konto.
GTA rocks!Technisch hat Rockstar noch mehr aus der PSP herausgeholt als im Vorgänger. Zwar kämpft auch
Grand Theft Auto: Vice City Stories mit den typischen Merkmalen der Engine wie Popups, Slowdowns und Ruckler,
» Die Grafik ist schön, hat aber Macken. |
allerdings wird dies durch die
riesige Spielwelt und die
liebevoll gestalteten Umgebungen mehr als wett gemacht. Ein noch deutlich überragenderes Bild zeigt sich wie immer beim Sound:
Etliche lizensierte Musiktracks, verteilt auf acht Radiosender inklusive lustigen Moderatorenkommentaren und Talkshows, sorgen für die passende Musikbegleitung. Die englischen
Sprecher wurden abermals professionell gewählt und bieten eine filmreife Synchronisation der abgedrehten Figuren.
Ebenfalls wieder mit dabei: Der
Mehrspielermodus. Wie bereits in
Grand Theft Auto: Liberty City Stories kann man hier mit bis zu fünf Gleichgesinnten in zehn verschiedenen Spielmodi gegeneinander oder im Team antreten und zeigen, wer in der Stadt das Sagen hat. Von simplen Ballereien, Rennen und Capture the Flag-ähnlichen Modi bis hin zu Beschütze und Missionen, die das Schützen und Klauen voraussetzen ist hier alles abgedeckt. Leider funktionieren die Mehrspielermodi nur per direktem Wi-Fi-Connect – ein
Internetmodus wurde abermals nicht integriert. Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass an der deutschen Fassung des Spiels die Zensurschere gesetzt, wurde. Blut ist dieses Mal sogar ganz entfernt worden und das Treten am Boden liegender Opfer ist nicht möglich.