Einwandfreie Portierung der Reihe auf die PSP mit den gleichen Schwächen der Vorgänger.
Terror auf dem stillen HügelSilent Hill. Dieses verlassene Dörfchen steht seit vielen Jahren für gruseligste Unterhaltung in der Videospiel-Branche. Angefangen auf der PlayStation 1 dann auf der Playstation 2 bis hin zur Xbox ist nun auch ein Ableger für
» Dagegen ist London gar nichts. |
die PlayStation Portable erschienen. Dabei war die Entwicklung des Spiels alles andere als leicht. Zunächst als eine Art Resident Evil-Klon angedacht, verschwand der Titel lange Zeit in der Versenkung. Dann besonnen sich die Entwickler nach zahlreichem Negativ-Feedback auf alte Stärken der Reihe und hielten sich möglichst dicht an die Vorgänger.
Herausgekommen ist nicht nur das erste, sondern auch ein extrem gelungenes Survival-Horror-Spiel für die PlayStation Portable,
welches es mit den Konsolen-Titeln aufnehmen kann aber auch deren Schwächen teilt. Doch beginnen wir von vorne: Als Trucker
Travis verschlägt es den Spieler in das entlegene Örtchen Silent Hill, in dem er ein Mädchen aus einem brennenden Haus rettet. Kennern der Serie wird dieses Kind mit dem Namen Alessa nur all zu gut bekannt sein ... Silent Hill Origins ist also, wie der Name schon vermuten lässt, ein Vorgänger zum ersten Teil der Reihe.
Schlimme SacheSerientypisch steuert man
Travis aus der
Third-Peron-Perpektive und mithilfe von fest eingestellten Kamerawinkeln durch die mysteriöse Kleinstadt. Dabei kommt man im Verlauf der
» Hinter dem Spiegel lauert das Grauen. |
spannend erzählten Geschichte so allerlei schlimmen Geheimnissen auf die Spur, die weit über die Grenzen des menschlichen Verstandes hinaus gehen. Silent Hill ist nämlich das Portal zu einer bizarren Parallelwelt bizarre Gestalten ihr Unwesen treiben. Um im Spiel voran zu kommen muss man stets zwischen dem "normalen" Silent Hill und dieser Parallelwelt wechseln, was über Spiegel geschieht. Natürlich wird dies exzessiv für die
insgesamt gut ausgefallenen Rätsel benutzt, so dass beispielsweise Gegenstände in der einen Welt gefunden und in der anderen Welt eingesetzt werden müssen.
Friedlich geht es dabei natürlich selten zur Sache. Die bizarren Bewohner von Silent Hill wollen dem Spieler ständig an den Kragen. Doch was ein echter Trucker ist, der weiß sich zur Wehr setzen. So kann der Held Feinde mit bloßen Händen oder allerlei Utensilien wie Rohren, Skalpellen oder Fernsehgeräten schlagen oder gar bewerfen. Auch richtige Waffen wie eine Pistole können gefunden werden.
Krampfige Kämpfe, krasse AtmosphäreAllerdings leidet Silent Hill Origins unter den selben Schwächen wie sämtliche Vorgänger. Dies betrifft vor allem die
Kämpfe, welche sich nicht nur äußerst träge, ungenau und unübersichtlich spielen. Sobald mehrere Gegner
» Was geht hier nur vor sich? |
gleichzeitig erscheinen geht es teilweise auch ziemlich unfair zur Sache. Ein neues Feature, welches Waffen bei Benutzung abnutzen und schließlich zerbrechen lässt, kommt dem Spieler dabei nicht gerade entgegen. So wird man schnell auf die Idee kommen, Gegner einfach zu umgehen. Da die meisten sich nur sehr langsam bewegen und man nicht in anderen Räume verfolgt wird, ist dies weitaus leichter und komfortabler als sich der Bedrohung zu stellen.
Doch es waren nie die Kämpfe die ein Silent Hill ausgezeichnet haben, sondern die
extrem dichte Atmosphäre. Und auch
Silent Hill Origins weiß hier die volle Punktzahl einzuheimsen. Hält man sich an die Empfehlungen des Entwicklers und spielt den Titel in einem abgedunkelten Raum mit Kopfhörern steht dieser seinen Konsolenpendants atmosphärisch in nichts nach. Wer sich gerne gruselt, kommt hier voll auf seine Kosten und wird sich obgleich der extrem abgedrehten Monster und der bizarren Parallelwelt oft fragen: "Was zur Hölle?!"
Psychoterror für die HosentascheEine extrem dichte Atmosphäre setzt in gewisser Weise natürlich auch eine entsprechende technische Umsetzung voraus. Hier gibt sich Silent Hill Origins ebenfalls keine Blöße. Die Grafik ist extrem detailliert ausgefallen
» Leider immer noch nicht gut: Die Kämpfe. |
und erfreut durch sehr gute Lichteffekte, detaillierte Charaktermodelle und eine tolle künstlerische Gestaltung. Noch einen obendrauf setzt allerdings die Soundkulisse. D
ie Musik- und Geräuschkulisse ist ebenso genial ausgefallen wie die pervers anmutenden Soundeffekte einiger Monster. Hinzu gesellt sich eine professionielle englische Sprachausgabe.
Für PSP besonders wichtig: Die Ladezeiten. Da das Spiel wie seine Vorgänger in kleine Areale aufgeteilt wurde, wären lange Ladezeiten vernichtend gewesen. Glücklicherweise haben sich die Entwickler bei Konami ausreichend mit der PSP-Hardware beschäftigt, so dass
zwischen den einzelnen Bildschirmen blitzschnell geladen wird. Ebenfalls kurz ist leider auch die Spielzeit ausgefallen. Silent Hill Origins ist mit rund sechs bis acht Stunden Umfang nicht sonderlich umfangreich ausgefallen.