Trockene und umständliche Fantasy-Taktiererei vor beliebtem Dungeons & Dragons-Hintergrund.
Wahl der GefährtenAm Anfang eines jeden D&D-Abenteuers steht die Wahl des Helden. Alte Rollenspiel-Hasen werden sich hier sofort wohl fühlen, bietet der Titel doch umfangreiche Möglichkeiten seinen Charakter zu generieren.
» Die Menüs sind unübersichtlich. |
Verschiedene Rassen wie Menschen, Zwerge, Elfen und Halborks stehen ebenso zur Auswahl wie zahlreiche Klassen. Leider ist es nicht möglich, mehrklassige Charaktere zu stellen – eigentlich ein Markenzeichen des D&D-Systems. Anschließend gilt es Skillpunkte zu verteilen und zu entscheiden, ob der Recke lieber stark und dumm, klug und schwach oder eine Mischung aus beidem ist.
Hat man
seinen Helden aus den zahlreichen Möglichkeiten zusammengeschustert, warten noch fünf weitere Recken darauf gestaltet zu werden, um diesen zu begleiten. Wem das alles zu zeitaufwändig oder komplex erscheint, darf alternativ auf einen Pool vorgefertigter Streiter zurückgreifen. Ist die Auswahl getroffen, erwartet den Spieler die erste große Ernüchterung: Statt durch ein Intro in der Kampagne begrüßt zu werden, findet man sich auf einer
lieblos gestalteten Übersichtskarte wieder. Mit Hilfe dieser besucht man Orte und nimmt Aufträge an. Die Hintergrundgeschichte ist hierbei genauso langweilig wie die gesamte Inszenierung des Titels. Wer auf spannende und interessante Dialoge, Zwischensequenzen oder Charaktere hofft, der sollte gleich die Finger von diesem Spiel lassen.
K(r)ampf in Dungeons gegen DrachenStatt den Spieler mit langwierigen Dialogen oder einer anspruchsvollen Geschichte zu belasten, konzentriert sich
Dungeons & Dragons: Tactics voll und ganz auf die
rundenbasierten Kämpfe gegen allerlei bekannte Monster » Nicht gerade eine Designgranate. |
aus dem D&D-Universum. Die Weltkarte dient quasi nur zum Handeln, Ausrüsten/Aufleveln seiner Charaktere und Besuchen des nächsten, questrelevanten Ortes. Leider ist das eigentliche Core-Gameplay, nämlich die rundenbasierten Fights gegen Fieslinge, ebenfalls nicht besonders gut gelungen. Zwar gelang es den Entwicklern, die komplexen
D&D-Regeln in ihrer 3.5-Version ins Spiel zu integrieren, allerdings macht die Umsetzung trotz ihrer vielen Möglichkeiten einfach wenig Spaß.
Sofort spürbar ist das
schlechte Handling. Die Vogelperspektive befindet sich viel zu dich am Geschehen und sorgt trotz umfangreicher Dreh- und Zoommöglichkeiten nie für die benötige Übersicht. Hinzu gesellen sich eine
träge Bedienung und
extrem umständliche Menüs. Ebenfalls stark zu wünschen übrig lässt das Missionsdesign. So müssen auf den teils viel zu weitläufigen Karten die Monster erst einmal gefunden werden, bevor es überhaupt zur Sache geht. Da die Heldengruppe nie als Ganzes sondern nur einzeln fortbewegt werden kann, eine sehr
zeitraubende und nervige Angelegenheit.
Undetaillierte DrachenAuf der technischen Seite bekleckert sich
Dungeon & Dragons: Tactics auch nicht gerade mit Ruhm. Die Charaktermodelle sind recht polygonarm, so dass sich Freund und Feind oft nur schwer zuordnen lassen.
» Der Klassiker: Zwerg gegen Ork. |
Außerdem wirken die Kampfanimationen billig und alles andere als spektakulär. Etwas mehr Mühe haben sich die Entwickler hingegen bei den
Zauber- und Lichteffekten gegeben. Diese können sich durchaus sehen lassen und kommen vor allem in düsteren Gewölben in Kombination mit Fackeln gut zur Geltung. Beim Sound macht das Spiel dank
guter Hintergrundmusik eine bessere Figur.
Neben dem umfangreichen Solo-Modus gibt es noch einen Mehrspieler-Part für bis zu
vier Helden per Ad-Hoc-Verbindung. Zur Auswahl stehen vier verschiedene Spiel-Modi, in denen man entweder gemeinsam auf Drachen- oder Monsterjagd geht oder sich gegenseitig die Rübe einschlägt. Besonders viel Spaß macht dies allerdings auch alles nicht, da sich hier die selben Schwächen wie im Solo-Spiel wiederfinden.