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Dungeons & Dragons: Tactics

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 25.10.2007
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Trockene und umständliche Fantasy-Taktiererei vor beliebtem Dungeons & Dragons-Hintergrund.

Wahl der Gefährten
Am Anfang eines jeden D&D-Abenteuers steht die Wahl des Helden. Alte Rollenspiel-Hasen werden sich hier sofort wohl fühlen, bietet der Titel doch umfangreiche Möglichkeiten seinen Charakter zu generieren.
» Die Menüs sind unübersichtlich.
Verschiedene Rassen wie Menschen, Zwerge, Elfen und Halborks stehen ebenso zur Auswahl wie zahlreiche Klassen. Leider ist es nicht möglich, mehrklassige Charaktere zu stellen – eigentlich ein Markenzeichen des D&D-Systems. Anschließend gilt es Skillpunkte zu verteilen und zu entscheiden, ob der Recke lieber stark und dumm, klug und schwach oder eine Mischung aus beidem ist.

Hat man seinen Helden aus den zahlreichen Möglichkeiten zusammengeschustert, warten noch fünf weitere Recken darauf gestaltet zu werden, um diesen zu begleiten. Wem das alles zu zeitaufwändig oder komplex erscheint, darf alternativ auf einen Pool vorgefertigter Streiter zurückgreifen. Ist die Auswahl getroffen, erwartet den Spieler die erste große Ernüchterung: Statt durch ein Intro in der Kampagne begrüßt zu werden, findet man sich auf einer lieblos gestalteten Übersichtskarte wieder. Mit Hilfe dieser besucht man Orte und nimmt Aufträge an. Die Hintergrundgeschichte ist hierbei genauso langweilig wie die gesamte Inszenierung des Titels. Wer auf spannende und interessante Dialoge, Zwischensequenzen oder Charaktere hofft, der sollte gleich die Finger von diesem Spiel lassen.

K(r)ampf in Dungeons gegen Drachen
Statt den Spieler mit langwierigen Dialogen oder einer anspruchsvollen Geschichte zu belasten, konzentriert sich Dungeons & Dragons: Tactics voll und ganz auf die rundenbasierten Kämpfe gegen allerlei bekannte Monster
» Nicht gerade eine Designgranate.
aus dem D&D-Universum. Die Weltkarte dient quasi nur zum Handeln, Ausrüsten/Aufleveln seiner Charaktere und Besuchen des nächsten, questrelevanten Ortes. Leider ist das eigentliche Core-Gameplay, nämlich die rundenbasierten Fights gegen Fieslinge, ebenfalls nicht besonders gut gelungen. Zwar gelang es den Entwicklern, die komplexen D&D-Regeln in ihrer 3.5-Version ins Spiel zu integrieren, allerdings macht die Umsetzung trotz ihrer vielen Möglichkeiten einfach wenig Spaß.

Sofort spürbar ist das schlechte Handling. Die Vogelperspektive befindet sich viel zu dich am Geschehen und sorgt trotz umfangreicher Dreh- und Zoommöglichkeiten nie für die benötige Übersicht. Hinzu gesellen sich eine träge Bedienung und extrem umständliche Menüs. Ebenfalls stark zu wünschen übrig lässt das Missionsdesign. So müssen auf den teils viel zu weitläufigen Karten die Monster erst einmal gefunden werden, bevor es überhaupt zur Sache geht. Da die Heldengruppe nie als Ganzes sondern nur einzeln fortbewegt werden kann, eine sehr zeitraubende und nervige Angelegenheit.

Undetaillierte Drachen
Auf der technischen Seite bekleckert sich Dungeon & Dragons: Tactics auch nicht gerade mit Ruhm. Die Charaktermodelle sind recht polygonarm, so dass sich Freund und Feind oft nur schwer zuordnen lassen.
» Der Klassiker: Zwerg gegen Ork.
Außerdem wirken die Kampfanimationen billig und alles andere als spektakulär. Etwas mehr Mühe haben sich die Entwickler hingegen bei den Zauber- und Lichteffekten gegeben. Diese können sich durchaus sehen lassen und kommen vor allem in düsteren Gewölben in Kombination mit Fackeln gut zur Geltung. Beim Sound macht das Spiel dank guter Hintergrundmusik eine bessere Figur.

Neben dem umfangreichen Solo-Modus gibt es noch einen Mehrspieler-Part für bis zu vier Helden per Ad-Hoc-Verbindung. Zur Auswahl stehen vier verschiedene Spiel-Modi, in denen man entweder gemeinsam auf Drachen- oder Monsterjagd geht oder sich gegenseitig die Rübe einschlägt. Besonders viel Spaß macht dies allerdings auch alles nicht, da sich hier die selben Schwächen wie im Solo-Spiel wiederfinden.
Pro
Umfangreiche Charaktererstellungs
-Möglichkeiten
Netter Soundtrack
Prinzipiell brauchbare Runden-Strategie ...
Contra
... die sich allerdings viel zu zäh spielt
Extrem trockene Präsentation
Unübersichtlich
Umständliche Menüs
Laue Story
Triste Grafik
Soundaussetzer
Fazit
Dungeons & Dragons: Tactics verfügt über all jenes, was ein rundenbasiertes Strategie-Rollenspiel nicht haben sollte: Sehr schlechte Inszenierung, unübersichtliche Kamera, dürftiges Missionsdesign, umständliche Menüs und einen extrem zähen Spielfluss. Zwar sind die D&D-Regeln gut umgesetzt worden und auch das Erstellen von Charakteren zeigt sich in einer Komplexität wie man sie von virtuellen Rollenspielen heutzutage nicht mehr gewohnt ist, allerdings bringt dies auf Grund der angesprochenen Patzer nur wenig. Somit bleibt der Titel ein Fall für absolute D&D-Fans, die unbedingt ein rundenbasiertes Abenteuer für die Hosentasche benötigen. Alle anderen greifen zu den hochkarätigen Alternativen Final Fantasy: Tactics, Jeanne D'Arc (US-Version) oder dem exzentrischen Metal Gear Ac!d 2. Wer hingegen mit japanischem Futter nichts anfangen kann, findet im soliden Der Herr der Ringe: Taktiken auch eine westliche Alternative im klassischen Fantasy-Setting für seine PSP.
Infos
Erhältlich für
Genre
Rollenspiele • Strategie-RPG
Publisher
Atari
Entwickler
Kuju Entertainm...
Website
www.de.atari.co...
Release
21. September 2007
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50
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1 Review
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