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Ratchet & Clank: Size Matters  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 14.05.2007
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Auch auf der PlayStation Portable überzeugen Ratchet & Clank auf ganzer Linie.

Die PlayStation 2 brachte in ihrer bisherigen Lebensspanne gleich drei bemerkenswerte Jump'n'Run-Serien hervor: Sly Racoon, Jak & Daxter sowie Ratchet & Clank. Während die Jak-Reihe mit Daxter bereits einen eigenen PSP-Ableger spendiert bekam, ziehen nun Lombax Ratchet und Roboter Clank mit ihrem eigenen Handheld-Abenteuer nach. Wir haben uns das actiongeladene Game angeschaut und präsentieren unseren Eindruck wie immer im Master-Review.

Urlaubsstress
Eigentlich wollten Ratchet & Clank nach ihrem letzten fellsträubenden Abenteuer im wohl verdienten Urlaub am Strand bei Sonne und Schirmchendrinks entspannen. Allerdings kommt es, wie es kommen
» Ratchet verkloppt Roboter.
muss: Garstige Roboterinvasoren fallen in das beschauliche Urlaubsörtchen ein und versetzen die Bewohner in Angst in Schrecken. Zu allem Überfluss hat es auch Oberversager Captain Quark in die Gegend verschlagen, so dass unsere Helden nicht nur blutrünstigen Metallklauen sondern auch nervtötenden Geschichten wiederstehen müssen.

In Storysquenzen greift der Titel auf Rendervideos und eine professionelle Vertonung zurück. Die Dialoge strotzen dabei nur so vor Ratchet-typischem Humor und sorgen vor allem bei Quarks Auftritten für einige Lacher. Die eigentliche Ingame-Technik zeigt sich nicht weniger eindrucksvoll und kommt nahe an die PlayStation 2-Geschwister heran. Eine farbenfrohe Optik mit abwechslungsreichen Umgebungen und fein ausmodellierten Figuren erfreuen das Auge. Serientypisch sind es aber wieder einmal die satten Waffeneffekte, die als besonders gelungen hevorgehoben werden müssen. Hier blitzt, raucht und explodiert es an jeder Ecke, dass es eine wahre Freude ist. Im Verbund mit entsprechend hochwertigen Soundeffekten und einem pompösen Soundtrack ergibt sich ein wahrlich beeindruckend audiovisuelles Handheld-Erlebnis.

Und es kommt doch auf die Größe an!
Wer jetzt nach dem für viele eher enttäuschenden Ratchet: Gladiator auch für Size Matters ein ähnlich ballerfokusiertes Gameplay befürchtet, der sei beruhigt. Der PSP-Ableger orientiert sich voll und ganz an den
» Shoot'n'Run.
Teilen 1-3
und bietet somit einen sehr ausgewogenen Mix aus wüsten Ballereien und Jump'n'Run-Einlagen. Dazu stehen dem technisch versierten Lombax Ratchet natürlich wieder dutzende Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung, welche unterschiedlichste Funktionen erfüllen.

Zunächst nur mit einer Laserwumme ausgestattet findet man während des Spielverlaufs schnell verheerendere Waffen wie Säurebomben, schrotflintenähnliche Rüttelkanonen, Flammenwerfer oder Raketengewehre. Abgedrehte Bewaffnungen wie kleine Killerroboter oder Bienenkörbe, die Feinde in der Nähe attackieren, sind natürlich auch wieder mit von der Partie. Sämtliche Waffen können wie bereits in den Vorgängern aufgelevelt werden, was sie in ihrem Munitions-Volumen und der Durchschlagskraft verbessert. Zusammen mit zahlreichen Gegnertypen werden die Kämpfe nie langweilig, was für abwechslungsreiche Action sorgt.

Zurück zu alter Form
Doch nicht nur die Action zeigt sich von einer sehr dynamischen Seite. Auch die Jump’n’Run-Einlagen sind dank der zahlreichen Gadgets extrem abwechslungsreich ausgefallen. So schwingt man sich mit
» Die Waffen lassen sich aufleveln.
Hilfe eines Kletterhakens über Abgründe, lässt Pflanzen durch fleißiges Begießen wachsen, um an ihnen empor zu klettern, oder beamt sich mittels Schrumpfkanone in elektronische Schlösser, um diese in Geschicklichkeits-Passagen zu knacken. Natürlich gibt es auch etliche klassische Plattformeinlagen, in denen man über Abgründe springt, vor riesigen Lasern flüchtet oder höher gelegene Areale erklimmt.

Für zusätzlichen Spielspaß sorgen Einlagen mit Clank. Wie aus den Vorgängern bekannt kann dieser blecherne Freunde um sich scharen und diese mittels einfachem System Befehle zum Angreifen von Gegnern oder Aktivieren diverser Schalter geben. Neu sind Weltraumabschnitte, in denen man den Roboter in bester Shoot’em Up Manier durchs Universum scheucht und Feinde unter Beschuss nimmt. Außerdem gibt es eine Clank-Arena mit spaßigen Minispielen – unter anderem eine Art Lemmings - in der man optional Extra-Credits zum Kauf neuer Waffen verdient.

Durchdachte Steuerung und Kameraprobleme
Ein großer Nachteil der PlayStation Portable gegenüber dem Vorhandensein eines Dual Shock 2-Controller der PlayStation 2 ist der fehlende zweite Analogstick. Dieser wird bei Ratchet & Clank auf der PS2 zum
» Endgegner sind oft riesig.
Nachjustieren der Third-Person-Kamera benötigt. Dennoch haben die Entwickler es geschafft, den Titel gut steuerbar für die PSP zu optimieren. Am besten entpuppte sich beim Testen eine fest hinter Ratchet fixierte Kamera sowie das Umsehen per Schultertasten, während der Analogstick zum Strafen und Vorwärts- sowie Rückwärtslaufen gebraucht wird.

Leider ist Ratchets neuestes Abenteuer nicht ganz so umfangreich ausgefallen wie die ersten drei Teile für die PlayStation 2. Geübte Spieler dürften nach acht Stunden den Abspann sehen. Anfänger und Gelegenheitsspieler können sich allerdings auf einige harte Passagen einstellen. Ratchet & Clank ist stellenweise sehr anspruchsvoll und verlangt dem Spieler einiges an Reflexen ab. Glücklicherweise gibt es fair gesetzte Checkpoints. Außerdem sorgt ein Multiplayer-Part mit klassischen Shooter-Modi für bis zu vier Spieler (auch online spielbar) für zusätzlichen Spielinhalt.
Pro
Gewohnt geniales Gameplay
Tolle Spielbarkeit
Extrem abwechslungsreich
Superbe technische Umsetzung
Online-Mehrspieler-Modus
Contra
Kameratücken
Etwas kurz
Fazit
Nach Daxter erwartet alle PSP-Besitzer mit Ratchet & Clank das nächste Top-Jump’n’Run. Auch wenn es hier wesentlich ballerlastiger zugeht als in Daxters Abenteuer, hat man sich nicht wie in Ratchet: Gladiator zu weit von seinen Plattformer-Wurzeln entfernt und bietet einen extrem abwechslungsreichen Mix aus Ballern und Geschicklichkeitseinlagen. Ganz so, wie man es aus den genialen Teilen 1-3 von der PlayStation 2 kennt. Das Aufleveln der zahlreichen schrägen Ballermänner sorgt darüber hinaus für reichlich Motiviation. Auch die Bedienung hat man gut hinbekommen, auch wenn der Komfort eines Dual Shock 2-Controllers nicht ganz erreicht wird. Technisch beweist Ratchet & Clank: Size Matters eindrucksvoll, was die PlayStation Portable zu leisten vermag. Schick designte Umgebungen, fein ausmodellierte Polygonfiguren und superbe Effekte betören das Auge, während ein pompöser Soundtrack und wuchtige Effekte die Gehörgänge verwöhnen. Lediglich der Umfang des Story-Modus bleibt zu kritisieren. Acht Stunden sind zwar eine akzeptable Spielzeit, vergehen aber gerade bei solche einem genialen Spiel viel zu schnell.