Mäßige Flugaction mit Drache Saphira für Fans der Kinovorlage.Das Gesetz des Hollywood-Blockbusters lautet seit vielen Jahren, dass es mindestens eine Videospielumsetzung zur Materie geben muss. Die letztjährige Fantasy-Großproduktion
Eragon erhielt neben einer soliden Heimkonsolen- und PC-Versoftung gleich noch zusätzliche Spiele für alle gängigen Handhelds. Wir haben uns die PSP-Version gekrallt und angeschaut. Was diese sich stark von der Heimkonsolenfassung unterscheidende Fassung taugt, deckt wie immer unser
Master-Review auf.
Böser Herrscher vs. junger HeldFinstere Tyrannei herrscht im vormals friedlichen Königreich
Alagaesia. Der grausame König
Galbatorix hält das Land mit Diktatur und blutrünstigen Gefolgsleuten in seiner Gewalt. Als eines
» Saphira ist die Heldin des Spiels. |
Tages der junge
Eragon ein
Drachenei findet, scheint sich jedoch eine
uralte Prophezeihung zu bewahrheiten. In Angst vor dem Ende seiner Herrschaft überzieht der grausame Tyrann das Königreich mit seinen rücksichtslosen Anhängern und Gestalten, um den aufstrebenden Helden ausfindig zu machen und zur Strecke zu bringen.
Lag in der Konsolefassung noch das Schicksal des Bauernjungen
Eragon in den Händen des Spielers, bekommt dieser im PSP-Spin Off ausschließlich die Kontrolle über die Drachendame
Saphira. So entpuppte sich der Titel beim Testen auch nicht als geradliniges Hack'n'Slay sondern
waschechte Flugaction, die nur lose an die Flugabschnitte der Konsolenvorlage angelehnt sind.
Eragon für die PlayStation Portable ist also ein komplett anderes Spiel, welches lediglich das Setting mit der Xbox 360 und PlayStation 2-Version teilt.
Königin der LüfteIm Gegensatz zu den schienenartigen Abschnitten des stationären Pendants kann man im PSP-
Eragon durch die großen Levels fliegen. Am besten lässt sich das Spiel daher auch mit den Drachenflügen aus
Drakan » Der MP-Modus ist umfangreich, aber nicht online spielbar. |
vergleichen. Feinde wie imperiale Soldaten und Urgals werden im Sturzflug unter Beschuss genommen, mit den Klauen gepackt und anschließend zwecks Lebensenergieregeneration verspeist oder mit diversen
Spezialwaffen und Zaubern ins Jenseits befördert. Außerdem kann
Eragon, wenn er auf Saphira reitet, Gegner mit Pfeil und Bogen aufs Korn nehmen. Bei den
Missionen hat man sich sichtlich Mühe gegeben, sie möglichst
abwechslungsreich zu gestalten. So fliegt man nicht nur von A nach B und tötet ständig die gleichen Gegnern, sondern muss hin und wieder auch bestimmte Personen beschützen, feindliche Bauten mit der Hilfe von riesigen Felsbrocken zerstören oder unsterbliche Monster zunächst betäuben und anschließend einen tiefen Wasserfall hinunter befördern.
Abseits der wenigen Hauptmissionen gibt es diverse
Arena-Herausforderungen, in denen man in klassischen Mehrspieler-Modi wie Deathmatch, Capture the Flag-Varianten oder Teamspielen gegen CPU-gesteuerte Drachenreiter antritt, um neue Ausrüstung für Drachen und Reiter freizuspielen. Schwer ist es, an dieser Stelle eine genaue Spielzeit zu schätzen. Wer sich lediglich auf die Hauptmissionen konzentriert, wird nicht lange mit dem Titel beschäftigt sein. Lässt man die Arena-Herausforderungen allerdings nicht links liegen, dann stimmt der Kosten-Nutzen-Faktor.
Triste Optik und schwammige BedienungLeider schafft es der Titel zu keiner Zeit, die Qualität eines Drakan oder anderen guten Flugaction-Spiels zu erreichen. So sind die Bedienung, das Auto-Lock-Feature sowie die Kamera selten optimal, was das Kämpfen
» Optisch enttäuscht der Titel. |
gegen verschiedene Gegner unnötig verkompliziert und fummelig wirken lässt. Neben den Bedienungsdefiziten gibt es noch andere technische Mankos zu beklagen. So wirkt die
Grafik unspektakulär und vergrault vor allem durch leblos wirkende Umgebungen und fade Texturen. Gegnermodelle sind darüber hinaus wenig detalliert und auch die Animationen selbiger wissen nicht zu überzeugen.
Lediglich Hauptdarstellerin Saphira weiß durch eine schicke Modellierung und gute Animationen zu überzeugen. Immerhin passt die akustische Untermalung. Der
pompöse Filmsountrack stimmt ebenso versöhnlich wie die ordentlichen Effekte. Abseits des Solo-Modus bietet das Spiel noch einen umfangreichen Mehrspieler-Part, der mit drei Gleichgesinnten in satten neun Spieltypen gezockt werden darf. Detaillierte Einstellungen für Spielzeit, Punktelimits, Teams und Power-Ups sorgen für individuell gestaltbare Matches – fehlende Mitspieler werden durch Bots ersetzt. Da ist es wirklich zu schade, dass der Titel
keinen Online-Modus sondern lediglich das Spielen über eine Ad-Hoc-Verbindung bietet.