Solides Drachenreiter-Abenteuer ohne große Schwächen oder Stärken.Kein Millionen-Blockbuster ohne passendes Videospiel. Dieser eisernen Regel bleibt auch
Eragon treu. Der Film, welcher das Erbe von
Der Herr der Ringe antreten will, bekommt mit dem gleichnamigen Videospiel ein Hack'n'Slay ganz im Stile von den
Der Herr der Ringe-Metzelspielen oder
Demon Stone spendiert. Verantwortlich für die Programmierung zeichnen abermals die
Stormfront Studios, welche bereits über jede Menge Erfahrung auf dem Sektor verfügen. Wir sind mit
Eragon und
Saphira ausgezogen, um einen bösen Magier in die Knie zu zwingen. Alles Weitere steht im
Master-Review.
Von Null auf HeldEigentlich ist
Eragon nur ein gewöhnlicher Bauernjunge. Durch einen Wink des Schicksals wird er allerdings zum Anführer des Widerstandes gegen einen tyrannischen König und somit zum Retter eines
» Die Außenlevels sind sehr schön. |
ganzen
Fantasy-Reiches. Diese recht bekannte Story wird in mit diversen Filtern verzierter Ingame-Grafik vor und nach den Missionen erzählt. Gerade bei einer Filmumsetzung hätte man sich hier allerdings Ausschnitte aus der Leinwandvorlage gewünscht, die man im gesamten Spiel vergebens sucht.
Das eigentliche
Gameplay zeigt sich traditionell für die
Stormfront Studios. In der Rolle des jungen
Eragon metzelt man sich mit zahlreichen Komboattacken durch insgesamt 18 Levels. Alternativ zum Schwert hilft ein Bogen beim Töten von imperialen Soldaten, Kulls und Urgals. Im Verlauf des Spiels lernt man darüber hinaus noch
allerlei Magietricks kennen, welche das Entzünden, Schubsen oder Ziehen von Gegnern ermöglichen oder eine magische Barriere um den Helden errichten. Außerdem lässt sich an einigen Schlüsselstellen in den sehr linearen Levels Drache
Saphira zur Hilfe rufen. Die Reptiliendame macht dann kurzen Prozess mit den anvisierten Gegnern oder Gebäudestrukturen.
Über den WolkenNeue Wege beschreiten die alteingesessenen Programmierer der
Stormfront Studios in den wenigen Levels in denen auf dem Rücken von Saphira Platz genommen wird. Hier ähnelt der Titel dem
» Auge in Auge mit dem Bösen. |
Actionspiel
Panzer Dragoon Orta - leider ohne dessen Qualität zu erreichen. So ist die Flugbahn des Drachen fest vorgegeben, lediglich das Ausweichen von Hindernissen und Bestimmen von Abzweigungen wird in die Hände des Spielers gelegt. Dabei gilt es natürlich, allerlei Feinde mit dem
Bogen und Saphiras Feueratem ins Visier zu nehmen. Insgesamt sind die Drachenabschnitte eine gesunde Abwechslung zum monotonen Gemetzel, ohne dabei wirklich zu begeistern.
Die Steuerung geht sowohl im Boden- als auch im Luftkampf gut von der Hand. Die wenigen wirklich wichtigen Kombos gehen schnell in Fleisch und Blut über und im Notfall reicht auch einfaches Buttonmashing um den Großteil des Abenteuers heil zu überstehen. Neben Standardgegnern warten noch
zwei Bosskämpfe auf den Spieler. Allerdings enttäuscht hier nicht nur die geringe Anzahl an Endkämpfen, sondern auch deren Qualität. So sind die Fights im Grunde simpel, aber zu sehr in die Länge gezogen.
Kurze QuestDamit beim rund sechs bis acht Stunden umfassenden Abenteuer kein Frust aufkommt wurden regelmäßige Checkpoints integriert. Außerdem bietet der Titel
drei Schwierigkeitsgrade, von denen allerdings keiner
» Bereitmachen zum Ausweichen! |
wirklich fordernd ist. Suchwillige Spieler können sich mit dem Erkunden der Areale nach versteckten Dracheneiern aufhalten. Diese schalten Bildergalerien und Making of-Videos frei. Auch an einen
Koop-Modus hat man gedacht. Wahlweise dürfen die Hauptmissionen zusammen mit einem gleichgesinnten an einer Konsole durchgespielt werden. Dieser schlüpft dann in die Rolle von
Brom beziehungsweise
Murtagh.
Technisch macht Eragon eine durchwegs gute Figur. Die Modelle sind für PS2-Verhältnisse detailliert, Effekte gehen in Ordnung und auch das typische Kantenflimmern hält sich in angenehmen Rahmen. Sehr
schick wirken vor allem weitläufige Areale wie das
Beor-Gebirge, die mit einer hohen Sichtweite und liebevoll gestalteten Naturschauplätzen auftrumpfen. Der Sound bedient sich bei der pompösen Filmmusik. Negativ hingegen fällt die Sprachausgabe auf: Unpassende, unfreiwillig komische Kommentare von mäßigen Sprechern trüben die Fantasy-Atmosphäre und nerven.