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Ace Combat X: Skies of Deception

» Autor: Georg Gruber
» Datum: 27.12.2006
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Der stählerne Adler macht auch auf der PSP eine gute Figur, ohne jedoch wirklich Neues zu bieten.

Die Ace Combat-Reihe genießt weithin den Status einer äußerst erfolgreichen Spieleserie und besitzt eine treue Fangemeinde. Immerhin sorgt Namco bereits seit der PSone für explosive Stimmung zwischen den Wolken. Der Erfolg geht dabei von einer charmanten fiktiven Story, gepaart mit einem guten Schuss Realismus und gelungener Grafik aus. Der letzte Teil glänzte nicht gerade durch Innovationen, ob Namco diesmal mit Ace Combat X: Skies of Deception auf der PSP mehr Abwechslung bietet, lest ihr in unserem Master-Review.

Die Story hat 'nen Triebwerksschaden
Obwohl sich die Reihe für unterhaltsame Stories rühmt, gibt sich der PSP-Ableger gerade hier schwerfällig. In Ace Combat X übernimmt der Spieler die Rolle eines Jet-Piloten, der für das fiktive Aurelia kämpft.
» Immer schön dran bleiben am Bogey.
Ziel des Abenteuers ist das Zurückdrängen der Luftangriffe durch die Gegenseite Leasath. In jeder Mission gilt es, dem Gegner ein Gebiet abzuluchsen. Dazwischen wird die Story mit wunderschön gezeichneten Bildern vorangetrieben. Da weder Überraschungen noch neue Rezepte vorkommen, leidet die Story heftig an Déjà vus aus vorangegangenen Teilen.

Während die Geschichte nicht mit großen Neuerungen glänzt, wurde das Gameplay doch sehr gut für die PSP umgesetzt. Serientypisch verfügt der Pilot über ein großes Arsenal an Fluggeräten und Bewaffnung. Die realistisch nachempfundenen Fighter Jets sind schön detailliert und steuern sich auch merklich unterschiedlich. Die Kombinationen aus Flugzeugen und Waffen führen darüber hinaus zu jeder Menge freischaltbarer Inhalte. Wer die Serie kennt und liebt, der wird sich mit den zahlreichen Ausstattungsstatistiken und -grafiken gleich wie zuhause fühlen und kann stundenlang an der Konfiguration der Jets herumtüfteln. Das Aufrüsten überfordert jedoch Neueinsteiger durch die teils hohe Komplexität – zum Glück schlägt jede Mission eine optimale Variante vor.

Multitasking über den Wolken
Namco hat erfreulicherweise die Missionen für die PSP angepasst. Durch kürzere Spielzeit je Einsatz ergibt sich ein weiterer angenehmer Effekt: Mehr mögliche Pfade in der Missionsstruktur stehen dem Spieler
» B52, not the cocktail.
zur Auswahl. Nach bereits wenigen Aufträgen bietet Ace Combat X drei Hauptstränge in der Handlung an. Je nach eigenem Gutdünken braust man nur so durch die Simulation, um ja schnell den Abspann zu sehen, oder lässt sich mehr auf die Storyelemente ein. Die Gesamtspielzeit beläuft sich jedoch auf kaum mehr als zehn Stunden.

Skies of Deception liefert seltsamerweise kaum Hinweise, wie die verschiedenen Gameplay-Mechaniken zusammenhängen. Für Genre-Fremde wurde nicht einmal ein Tutorial spendiert, offenbar schufen die Entwickler den Titel speziell für die eigene Hardcore-Zielgruppe. Einiges Wissen wird durchaus vorausgesetzt und die ersten Missionen glänzen mehr durch Rätselraten als Genuss. Die Steuerung hingegen wirkt recht intuitiv, da alle Buttons (Flugzeug, Waffen, Kommunikation, Karte etc.) irgendwie belegt sind, gibt es jedoch auch hier eine steile Lernkurve. Alles in allem ist den Entwickler die analoge Steuerung der Maschinen gelungen. Wer sich so gar nicht damit anfreunden kann, dem steht eine Arcade-lastigere (einfachere) Kontrolle zur Auswahl.

Premium Flugsimulation
Die Reihe hat vor allem durch die gut realisierten Simlationsaspekte einen gewissen Ruf auf den Konsolen zu verteidigen. In der PSP-Fassung kommt dies auch fast immer gut zur Geltung. Die Modi
» Ob die Landung noch was wird?
enttäuschen jedoch etwas, über Campaign/Story, Free Mission sowie Multiplayer reichen diese nicht hinaus. Hauptaugenmerk gilt sicherlich der Kampagne, die gewonnenen Missionen dürfen danach jederzeit separat nochmals nachgespielt werden. Mehrspieler dürfen sich ad-hoc mit bis zu vier Freunden mit PSPs zu heftigen Dogfights verabreden. Spaß kommt aber nur dann so richtig auf, wenn wirklich alle vier Spieler eine Partie bestreiten, da jeder Pilot eine spezifische Tätigkeit ausführt.

Das eigentliche Fluggefühl ist ausgezeichnet, wenn auch aufgrund des Realismus sehr simulationslastig. Vor der Mission kann zwar die Perspektive (Cockpit sowie Außen) verändert werden, besten Überblick bietet jedoch die HUD-Ansicht. Weiters gibt es umfangreiche und detaillierte Briefings sowie die Möglichkeit zum Fine Tuning der Jets. Fans der Reihe werden es schon wissen, die Luftkämpfe in Düsenjets gestalten sich etwas unspektakulärer als jene der Weltkriegskollegen mit Propellerantrieb. Wer also nur schnelle Dogfights sucht, wird etwas enttäuscht sein.

Flügel aus Stahl
Die einzelnen Missionen sind klar aufgeteilt und bieten entweder Bodenangriffe oder reine Luftgefechte. Zur Abwechslung dürfen auch Variationen wie Dogfight-, Eskort- oder
» Fire and forget.
Verteidigungsaufträge übernommen werden. Man wird das Gefühl jedoch nie ganz los, dass Namco zuviel Hauptaugenmerk auf die (eher unspektakulären) Bodenmissionen legte. Als zweischneidig entpuppt sich auch das vorgegebene Zeitlimit (je nach Mission unterschiedlich, jedoch maximal 20 Minuten). Einerseits steigert es die Spannung, andererseits setzt es den Spieler unnötig unter Druck, zumal gescheiterte Mission immer ganz von vorne begonnen werden müssen.

Das auf der PSP praktisch konkurrenzlose Ace Combat X überzeugt technisch auf ganzer Linie. Zwar kann es nicht ganz mit den großen Brüdern auf der PS2 mithalten, für einen Handheld bietet es aber schöne Grafik, solide Steuerung und gute Spielbarkeit. Wie auch auf den Wohnzimmer-Konsolen sind die Flugzeugmodelle sehr detailliert, die Bodenobjekte aus der Ferne optisch beeindruckend – aus der Nähe betrachtet leiden sie jedoch unter matschigen Texturen. Die Replays der Missionen begeistern dagegen mit spektakulären Kameraperspektiven. Auch die umfangreiche Ton- und Sprachausgabe überzeugt über weite Strecken.
Pro
Grafisch solide
Gute Flugzeugmodelle
Bemerkenswerte Atmosphäre
Umfangreiche Extras
Kurze Ladezeiten
Contra
Wenig Abwechslung
Kurze Spielzeit
Geringer Wiederspielwert
Wenig Einsteigerfreundlich
Kaum Mehrspieleroptionen
Fazit
Im Großen und Ganzen weiß Ace Combat X: Skies of Deception durch die gute Übersetzung von der PS2 auf die tragbare PlayStation zu gefallen. Zwar wünscht man sich etwas mehr Inhalt und die Steuerung könnte einen Tick präziser sein, dennoch stellt Namcos Flugtitel mit links die beste (und einzige?) Flugsimulation auf dem Sony Handheld dar. Wer anspruchsvolle Flugmissionen für unterwegs sucht, kommt an dem Titel wohl kaum vorbei. Neueinsteiger seien aber gewarnt, denn die durchaus steile Lernkurve gepaart mit Zeitlimit und fehlenden Savepoints innerhalb der Missionen können den Frustlevel durchaus in die Höhe schnellen lassen. Technisch überzeugt der Titel hingegen über weite Strecken. Auch der Mehrspieler-Modus (getestet mit zwei Spielern) läuft einwandfrei. Fans der Serie greifen also bedenkenlos zu, während allen übrigen die eine oder andere Probemission anzuraten ist. Insgesamt bietet Ace Combat X gute, wenn auch kurze, Unterhaltung für unterwegs und zwischendurch, an die Highlights der Wohnzimmerkonsole reicht Namcos Flugsimulation aber selten heran.
Infos
Erhältlich für
Genre
Flying
Publisher
SCEE
Entwickler
Namco Bandai Ga...
Website
www.acecombatga...
Release
01. Dezember 2006
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User-Bewertung
75
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