Der stählerne Adler macht auch auf der PSP eine gute Figur, ohne jedoch wirklich Neues zu bieten.Die Ace Combat-Reihe genießt weithin den Status einer äußerst erfolgreichen Spieleserie und besitzt eine treue Fangemeinde. Immerhin sorgt
Namco bereits seit der PSone für explosive Stimmung zwischen den Wolken. Der Erfolg geht dabei von einer charmanten fiktiven Story, gepaart mit einem guten Schuss Realismus und gelungener Grafik aus. Der
letzte Teil glänzte nicht gerade durch Innovationen, ob
Namco diesmal mit
Ace Combat X: Skies of Deception auf der PSP mehr Abwechslung bietet, lest ihr in unserem
Master-Review.
Die Story hat 'nen Triebwerksschaden Obwohl sich die Reihe für unterhaltsame Stories rühmt, gibt sich der PSP-Ableger gerade hier schwerfällig. In
Ace Combat X übernimmt der Spieler die Rolle eines Jet-Piloten, der für das fiktive Aurelia kämpft.
» Immer schön dran bleiben am Bogey. |
Ziel des Abenteuers ist das Zurückdrängen der Luftangriffe durch die Gegenseite Leasath. In jeder Mission gilt es, dem Gegner ein Gebiet abzuluchsen. Dazwischen wird die Story mit
wunderschön gezeichneten Bildern vorangetrieben. Da weder Überraschungen noch neue Rezepte vorkommen, leidet die Story heftig an Déjà vus aus vorangegangenen Teilen.
Während die Geschichte nicht mit großen Neuerungen glänzt, wurde das Gameplay doch sehr gut für die PSP umgesetzt. Serientypisch verfügt der Pilot über ein
großes Arsenal an Fluggeräten und Bewaffnung. Die realistisch nachempfundenen Fighter Jets sind schön detailliert und steuern sich auch merklich unterschiedlich. Die Kombinationen aus Flugzeugen und Waffen führen darüber hinaus zu
jeder Menge freischaltbarer Inhalte. Wer die Serie kennt und liebt, der wird sich mit den zahlreichen Ausstattungsstatistiken und -grafiken gleich wie zuhause fühlen und kann stundenlang an der Konfiguration der Jets herumtüfteln. Das Aufrüsten überfordert jedoch Neueinsteiger durch die teils hohe Komplexität – zum Glück schlägt jede Mission eine optimale Variante vor.
Multitasking über den Wolken Namco hat erfreulicherweise die Missionen für die PSP angepasst. Durch
kürzere Spielzeit je Einsatz ergibt sich ein weiterer angenehmer Effekt: Mehr mögliche Pfade in der Missionsstruktur stehen dem Spieler
zur Auswahl. Nach bereits wenigen Aufträgen bietet
Ace Combat X drei Hauptstränge in der Handlung an. Je nach eigenem Gutdünken braust man nur so durch die Simulation, um ja schnell den Abspann zu sehen, oder lässt sich mehr auf die Storyelemente ein. Die Gesamtspielzeit beläuft sich jedoch auf kaum mehr als zehn Stunden.
Skies of Deception liefert seltsamerweise kaum Hinweise, wie die verschiedenen Gameplay-Mechaniken zusammenhängen. Für Genre-Fremde wurde nicht einmal ein Tutorial spendiert, offenbar schufen die Entwickler den Titel speziell für die eigene Hardcore-Zielgruppe. Einiges Wissen wird durchaus vorausgesetzt und die ersten Missionen glänzen mehr durch Rätselraten als Genuss. Die Steuerung hingegen wirkt recht intuitiv, da alle Buttons (Flugzeug, Waffen, Kommunikation, Karte etc.) irgendwie belegt sind, gibt es jedoch auch hier
eine steile Lernkurve. Alles in allem ist den Entwickler die analoge Steuerung der Maschinen gelungen. Wer sich so gar nicht damit anfreunden kann, dem steht eine Arcade-lastigere (einfachere) Kontrolle zur Auswahl.
Premium Flugsimulation Die Reihe hat vor allem durch die gut realisierten Simlationsaspekte einen gewissen Ruf auf den Konsolen zu verteidigen. In der PSP-Fassung kommt dies auch fast immer gut zur Geltung. Die Modi
» Ob die Landung noch was wird? |
enttäuschen jedoch etwas, über Campaign/Story, Free Mission sowie Multiplayer reichen diese nicht hinaus. Hauptaugenmerk gilt sicherlich der
Kampagne, die gewonnenen Missionen dürfen danach jederzeit separat nochmals nachgespielt werden. Mehrspieler dürfen sich ad-hoc mit bis zu vier Freunden mit PSPs zu heftigen Dogfights verabreden. Spaß kommt aber nur dann so richtig auf, wenn wirklich alle vier Spieler eine Partie bestreiten, da jeder Pilot eine spezifische Tätigkeit ausführt.
Das eigentliche Fluggefühl ist ausgezeichnet, wenn auch
aufgrund des Realismus sehr simulationslastig. Vor der Mission kann zwar die Perspektive (Cockpit sowie Außen) verändert werden, besten Überblick bietet jedoch die HUD-Ansicht. Weiters gibt es umfangreiche und
detaillierte Briefings sowie die Möglichkeit zum
Fine Tuning der Jets. Fans der Reihe werden es schon wissen, die Luftkämpfe in Düsenjets gestalten sich etwas unspektakulärer als jene der Weltkriegskollegen mit Propellerantrieb. Wer also nur schnelle Dogfights sucht, wird etwas enttäuscht sein.
Flügel aus Stahl Die einzelnen Missionen sind klar aufgeteilt und bieten entweder Bodenangriffe oder reine Luftgefechte. Zur Abwechslung dürfen auch Variationen wie Dogfight-, Eskort- oder
Verteidigungsaufträge übernommen werden. Man wird das Gefühl jedoch nie ganz los, dass
Namco zuviel Hauptaugenmerk auf die (eher unspektakulären) Bodenmissionen legte. Als zweischneidig entpuppt sich auch das
vorgegebene Zeitlimit (je nach Mission unterschiedlich, jedoch maximal 20 Minuten). Einerseits steigert es die Spannung, andererseits setzt es den Spieler unnötig unter Druck, zumal gescheiterte Mission immer ganz von vorne begonnen werden müssen.
Das auf der PSP praktisch konkurrenzlose
Ace Combat X überzeugt technisch auf ganzer Linie. Zwar kann es nicht ganz mit den großen Brüdern auf der PS2 mithalten, für einen Handheld bietet es aber schöne Grafik, solide Steuerung und gute Spielbarkeit. Wie auch auf den Wohnzimmer-Konsolen sind die
Flugzeugmodelle sehr detailliert, die Bodenobjekte aus der Ferne optisch beeindruckend – aus der Nähe betrachtet leiden sie jedoch unter
matschigen Texturen. Die Replays der Missionen begeistern dagegen mit spektakulären Kameraperspektiven. Auch die umfangreiche Ton- und Sprachausgabe überzeugt über weite Strecken.