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Hitman: Blood Money  
» Autor: Stefan Kobald
» Datum: 12.06.2006
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Agent 47 wie man ihn kennt und liebt - ein fast perfekter Hitman!

Eidos Interactive setzt den bekannten und beliebten Hauptcharakter Agent 47 zum vierten Mal in den letzten sechs Jahren mit dem gewohnten Gameplay und Flair durch Blood Money in die raue Welt des Verbrechens. Nachdem die drei Vorgänger ziemlich in die Hose gingen, möchte der Entwickler nun alles richtig machen und den perfekten Hitman auf den Markt bringen. Ob der neueste und somit auch erste Teil für die Xbox 360 diesmal echte Anhänger gewinnen kann, klärt wie immer unser Master-Review.

Blutig und gnadenlos – Hitman eben
Auch im vierten Teil der Reihe sorgen besonders die verschiedenen Orte, an denen die Auftragsmorde stattfinden, für optische und spielerische Abwechslung. Das Entwicklerteam von IO
» Hitman hat seine Zielperson gefunden.
Interactive
wählte für Blood Money wieder zahlreiche interessante Schauplätze. Das Tutorial bringt den Spieler mit einer eigenständigen Mission auf einen kleinen Rummelplatz. Nach Beendigung dieser geht es nach Chile zum ersten Anschlag auf das Weingut eines Kartells. Doch nicht nur Drogenbarone müssen vor Agent 47 zittern, sondern auch andere Schurken. Jede Mission versprüht ihr eigenes Flair und muss mit jeweils einer anderen Vorgehensweise erfolgreich abgeschlossen werden.

Wie bereits beim Vorgänger erlebt man einen Großteil der Story in Form von Rückblenden, welche jeweils als eigener Auftrag gespielt werden dürfen. Da Agent 47 der bisher einzige perfekt geklonte Mensch ist, wird er selbst zur Zielscheibe und muss gegen Profis einer gegnerischen Verbrecheragentur antreten. Die komplexe Geschichte des Spiels wird zwischen den Aufträgen in Form von vorgerenderten Videosequenzen erzählt. Dabei dreht sich alles um eine geheimnisvolle Person im Rollstuhl sowie einen Reporter, die gemeinsam Aufträge aus vergangenen Zeiten des Agent 47 recherchieren.

Killer aus Leidenschaft
Spieler, welche die spannende Hitman-Serie nicht von Anfang an mitverfolgt haben, werden die Story nur schwer verstehen können. Erst gegen Ende verschmelzen die unzähligen
» Kein seltenes Bild: Der Agent beim Töten.
Puzzleteile
und ergeben Sinn. Das typische Trial & Error-Prinzip kommt auch in Blood Money ziemlich auffällig zum Einsatz. Besonders wenn man mit dem Auftragskiller auf einem der höheren Schwierigkeitsgrade zu morden beginnt. Was einen Hitman-Spezialisten sofort ins Auge stechen wird, ist folgendes: bereits in der zweiten Mission hat es der Assassine um ein Eck schwerer als bei den Vorgängern.

Schon ein kleiner Fehler kann die Ursache sein, dass man zahllose Verfolger am Hals hat, die sich größtenteils auch nicht mehr abschütteln lassen. Wer mit dem Schwierigkeitsgrad Anfänger die Jagd nach den ahnungslosen Zielpersonen macht, kann notfalls immer noch auf die blutige Rambo-Methode umsteigen, auch wenn darin natürlich nicht der Sinn des Spiels liegt. Ab der „normalen“ Stufe steht wieder die serientypische Schleicherei (ähnlich wie bei ) im Vordergrund. man sich in einer Mission ganz und gar nicht mehr aus, so darf der Spieler für eine Stange Bargeld hilfreiche Hinweise im Pause-Menü kaufen.

Blutiges Geld
Wie auch schon in den Vorgängern ist es nicht das Ziel, alles abzuknallen was sich bewegt. Ein wahrer Profi unter den Auftragsmördern bleibt während des gesamten Einsatzes unentdeckt, eliminiert die
» Leichen pflastern den Weg des Hitman.
Zielperson und entfernt sie sich ebenso unauffällig mit „sauberen“ Händen aus der Gefahrenzone. Einen fetten Pluspunkt verdient auch Blood Money in Sachen Abwechslung, denn die Missionen sind enorm detailliert ausgearbeitet worden. Versteckt man an bestimmten Stellen eine Bombe oder legt sich der Spieler aus sicherer Entfernung mit dem Scharfschützengewehr auf ein Dach? Erledigt man den Müllmann auf der anderen Straßenseite und streift sich dessen Kleidung über oder tötet der lautlose Agent gleich einen der Wachleute am Hintereingang?

Ein neues Feature für den Killer ist das Fake-Death-Serum, welches – wie der Name schon sagt - es erlaubt, den Tod einer Person vorzutäuschen. Zudem gibt es enorm viele Möglichkeiten z.B. in das Haus des Opfers unbemerkt einzudringen; man ist dann aber oft mit der Anzahl an Möglichkeiten leicht überfordert. Die Steuerung des neusten Hitman geht auch diesmal sehr intuitiv von der Hand. Je nach Situation werden Steuerungsmöglichkeiten eingeblendet, welche man mit drei unterschiedlichen Tasten auswählen kann. Leider ist das geräuscharme Killen - beispielsweise mit dem Draht - in manchen Situationen ein wenig unausgereift, denn nicht immer schnappt sich der Agent sein Opfer wie man es gerne hätte.

Hit him hard!
Das Interface sieht im Vergleich zu den drei Vorgängern etwas anders aus, wird aber nach kurzer Zeit genauso praktisch bedient wie gewohnt. Bedauernswerterweise hat man ebenso in Teil 4 auf eine
» Der Auftragskiller als Doktor.
praktische Minimap verzichtet, weshalb auch diesmal viel Zeit damit geopfert werden muss, zwischen der Karten- und Spielansicht zu switchen. Der Agent hat aber auch dazugelernt: in den Nahkämpfen wirkt der Hitman um einiges agiler und man kann seine Kontrahenten per Tastendruck entwaffnen oder gleich mit einem harten Schlag außer Gefecht setzen.

Grafisch konnte die Glacier Engine sehr überraschen. Wirklich glanzvoll und detailliert kommt unser Killer in der nächsten Konsolengeneration rüber. Die PC- sowie Xbox 360-Version gleichen sich in Sachen Grafik beinahe wie ein Ei dem anderen - allerdings nur dann, wenn alle Details ans Limit gesetzt und Kantenglättung sowie HDR-Rendering aktiviert wurden. Die neuen Pixelshader-Effekte sowie die hohe Auflösung lassen den Hitman sehr realistisch über den Bildschirm schleichen und selbst wenn sich zig verschiedene Figuren gleichzeitig auf dem Bildschirm tummeln, ist von Ruckeln überhaupt nicht die Rede. Besonders die Mission in New Orleans, bei der die Straßen mit Menschenmassen total überfüllt sind, kommt ohne Rucklern aus. Die Geräuschkulisse, deutschen Sprecher sowie Hintergrundmusik sind auch diesmal hervorragend geworden.
Pro
Geniales Missionsdesign
Berühmtes Hitman-Gameplay
Zahlreiche Lösungswege in den Missionen
Schauplätze mit vielen Vorangehensweisen
Atemberaubende Grafik dank Glacier Engine
Contra
Keine Minimap
Kaum Neuerungen
Story für Einsteiger etwas zu komplex
Fazit
Der Glatzkopf mit dem Strichcode im Nacken ist wieder zurück! Und wie bereits beim Einstand der Serie vor sechs Jahren besteht die Aufgabe erneut darin, den perfekten Mord zu begehen. Unzählige Möglichkeiten zur Lösung eines Auftrages, hervorragend ausgearbeitete Charaktere, einmalige Soundkulisse und natürlich eine atemberaubend realistische Grafik untermalen das Spielgeschehen im vierten Teil namens Blood Money. Diese Punkte garantieren nicht nur für eingefleischten Hitman-Fans, sondern auch Neulingen spannende Stunden vor der Konsole. Auch wenn die ein oder andere der zwölf Missionen teilweise sehr zäh zu knacken ist und sich ein Neustart nicht verhindern lässt, bleibt der Spaßfaktor sehr hoch und lang erhalten. An Neuerungen in Sachen Gameplay haben die Jungs von IO Interactive leider auch diesmal sehr gespart, denn hierbei veränderte sich im Endeffekt nichts. Trotzdem werden die Fans der Serie treu bleiben und sich rasch mit dem beinahe perfekten Missionsdesign anfreunden und auch den vierten Teil genießen. Neueinsteiger müssen sich mit der Story ein Weilchen vertraut machen, erleben aber einen ebenso hohen Spielspaß. 60 Euro gehen für die Konsolenversion des lautlosen Killers auf jeden Fall in Ordnung. Alle Stealth- und Action-Fans sollten zuschlagen!