Einfach anders: Wer hätte gedacht, dass Rollen so viel Spaß machen kann?In der Videospieleindustrie ist es mittlerweile gang und gäbe, eher den Weg eines regelmäßigen Updates denn einer Neuentwicklung zu gehen. Innovationen bleiben da oftmals auf der Strecke. Speziell
Electronic Arts macht keinen Hehl daraus und wirft im Jahresrythmus
FIFA und Co. auf den Markt. Doch gerade dieser Publisher hat auch ein Herz für alle, die auf der Suche nach unverbrauchtem Futter sind. Neben
We love Katamari für die PS2 fand so auch der PSP-Ableger
Me & My Katamari den Weg zu uns. Was die Handheld-Version des "etwas anderen" Titels bietet, klärt wie immer unser
Master-Review.
Wie der Vater, so der Sohn Nach den vorangegangenen Strapazen haben sich der King of All Cosmos und seine Familie einen Urlaub redlich verdient. Hierzu kommen sie auf die Erde und planschen vergnügt im Meer. Dumm nur, dass der König damit
eine Flutwelle » Der King of All Cosmos erklärt das Levelziel. |
auslöst, welche die gesamte Umgebung
überschwemmt. Ausbaden darf die Sache nun im wahrsten Sinne des Wortes sein Sohn, kurz
Prinz genannt. In dessen Rolle schlüpft man als Spieler und hat fortan den Auftrag, alle umliegenden Inseln
wieder aufzubauen und die ehemals darauf lebenden Tiere glücklich zu machen.
Dazu steht ihm sein ganz persönliches Eiland zur Verfügung, welches gleichzeitig auch als
überdimensionales Hauptmenü dient. Als erstes bekommt der Königssohn Besuch von einer Maus, die sich mit ihm in Form eines kleinen Tutorials an die Grundbegriffe erinnert. Mithilfe einer Kugel, dem namensgebenden Katamari,
rollt man in verschiedenen 3D-Welten
alles auf, was einem in den Weg kommt. Durch den Wegfall des zweiten Analogsticks gestaltet sich die Steuerung aber nicht ganz einfach. Kompensiert muss dieser durch die Buttons werden, was besonders zu Beginn für etwas Verwirrung sorgt. Mit ein wenig Übung rollt man den Katamari dann aber doch ganz gut durch die Levels.
Tiere und ihre Wünsche Nach und nach bekommt man Besuch von den verschiedensten Tieren, die natürlich alle ganz
individuelle Wünsche und Vorstellungen bezüglich ihrer neuen Heimatinsel haben. Während sich der Gepard eine ganz besonders schnelle Insel
» Anfangs nur Tennisball-groß … |
wünscht, steht der dicke Elefant eher auf große, massive Gegenstände. Demzufolge wählerisch sollte man eigentlich auch beim Aufsammeln der Objekte sein. In der Praxis scheitert das aber meist daran, dass so ziemlich
alles aufgerollt werden muss, um die vorgegebene Größe des Katamaris innerhalb des Zeitlimits zu erreichen. Die Tiere nehmen es einem aber zum Glück nicht übel.
Während der Ball zuerst nur einige Zentimeter groß ist, wächst dieser nach einigen aufgesammelten Objekten aber schnell an und dementsprechend ändert sich auch immer wieder
die Perspektive. So bleiben schnell Menschen, Autos oder ganze Häuser daran kleben, um im Endeffekt ganze Landstriche mit einer mehrere 100 Meter großen Kugel durch die Gegend zu rollen. Zwischendurch sorgen spezielle Herausforderungen für Auflockerung: Das Chamäleon möchte beispielsweise, dass man Gegenstände verschiedener Kategorien sammelt, das Kamel wiederum verlangt nach vielen wertvollen Objekten.
Alles im Überfluss Den Reiz an
Me & My Katamari machen einerseits die unzähligen aufrollbaren Gegenstände (insgesamt
über 2000) aus, wobei der aktuellste jeweils inklusive Name am linken Bildschirmrand angezeigt wird – jedoch nur auf Englisch.
» … wächst der Katamari schnell auf eine stattliche Größe an. |
Andererseits weiß man nie genau, welche Objekte man als nächstes aufzusammeln vermag und muss immer ein wenig
herumprobieren. Allseits präsent ist der allwissende, alles sehende und zu jeder Zeit einen lockeren Spruch auf den Lippen habende
King of All Cosmos. Die Gespräche zwischen ihm, den Tieren und dem Prinzen zaubern einem immer wieder ein Schmunzeln auf die Lippen und sind äußerst gelungen.
Dem steht die Insel des Prinzen in nichts nach, welche auch die eine oder andere Überraschung parat hat. Hier kann man nicht nur haarklein sämtliche aufgerollten Gegenstände
nachschlagen, sondern den Königssohn auch mit in den Levels verteilten Geschenken ausstatten – darunter bizarre Hüte, Masken und Kleidungsstücke. Ebenso versteckt sind die Cousins des Prinzen, welche alternativ zur Wahl stehen. Insgesamt gibt es also
genug Goodies, um immer etwas Neues zu entdecken.
Aus einem Guss Die kantige Grafik des Titels kann bestenfalls als zweckmäßig bezeichnet werden, fügt sich aber bestens in das
Gesamtkunstwerk Me & My Katamari ein. Auch der Soundtrack passt sehr gut in dieses Schema und deckt alles von "komplett
» Auch des Nächstens wird gerollt. |
merkwürdig" bis "ohrwurmverdächtig" ab. Derart
viel Detailliebe findet man selten in einem Spiel vor. Leider vermag es die Anzahl der zur Verfügung stehenden Szenarien nicht ganz, hier mitzuhalten – mehr als zehn unterschiedliche bekommt man nicht zu Gesicht. Aufgrund der zahlreichen Aufgaben hat man so schnell alles gesehen und wandelt immer öfter auf altbekannten Pfaden.
Zudem ist die Spielzeit mit etwa
acht Stunden eher niedrig angesetzt, was aber durch die zahlreichen freischaltbaren Inhalte etwas entschärft wird. Im Multiplayer-Modus treten bis zu
vier Spieler gegeneinander an. Dabei rollt man sich die Seele aus dem Leib und versucht, möglichst viele Gegenstände einzusammeln, wobei jeder unterschiedlich viele Punkte bringt. Nach dem Ablauf der Zeit rechnet das Programm ab. Daneben ist es möglich, drahtlos Geschenke und Objekte mit anderen Personen, die in Besitz des Titels sind,
auszutauschen.