Dungeon Siege reißt trotz einiger Mängel den Thron der PSP-Hack'n'Slays an sich.Fans von Hack'n'Slays kommen auf Sonys PSP durchaus auf ihre Kosten. Neben den gelungenen Exklusivtiteln der
Untold Legends-Reihe, wussten auch die Portierungen der Superhelden-Kloppereien
X-Men Legends 2: Rise of Apocalypse sowie
Marvel: Ultimate Alliance zu gefallen. Mit
Dungeon Siege: Throne of Agony hat nun eine alteingesessene PC-Marke den Sprung auf die PlayStation Portable gewagt. Was die Umsetzung taugt verrät unser
Master-Review.
GestrandedNachdem man sich für einen von drei Recken - Krieger, Magier oder Waldläuferin – entschieden hat, beginnt das Abenteuer wenig glorreich für unseren Helden. Nach einem Schiffbruch findet dieser sich nämlich umgeben von
» Der Krieger auf Beutefang. |
blutrünstigen Monstern in einem fernen Land wieder und muss auch prompt mit einer sehr bescheidenen Startausrüstung um sein Leben kämpfen. Dies geschieht, wie nicht anders zu erwarten, natürlich in
bester Hack'n'Slay-Manier. Mittels X-Button schlägt man anstürmende Feinde zurück, während die anderen Buttons frei mit Spezialfertigkeiten und Zaubern belegt werden dürfen.
Um hier mehr Raum für verschiedene Funktionen zu bieten, fungiert der R1-Trigger als Umschalt-Taste – L1 dient zum Einnehmen von Tränken. Erschlagene Widersacher geben nicht nur Erfahrungspunkte sondern lassen gleich säckeweise Items fallen, welche vom Helden angelegt und benutzt werden können. So erhöhen Rüstungsteile die Widerstandskraft des Helden, während Äxte, Schwerter und Speere das perfekte Werkzeug sind, sich garstige Widersacher vom Hals zu halten. Natürlich fehlen auch Handschuhe, Helme, Accessoirs, Stiefel, Ketten und Ringe nicht im Repertoir, so dass man auf einen
umfangreichen Ausrüstungsfundus zurückgreifen darf.
Vom Anfänger zum TodesritterZwar wird mit nur
drei Charakterklassen augenscheinlich weniger Auswahl als bei der Konkurrenz geboten, allerdings muss man hier genauer hinschauen. So können sich alle Klassen ab Level 30 und 60
» Auch Magier können zuschlagen! |
weiterentwickeln, was ihnen nicht nur eine neue Klassenbezeichnung sondern auch neue Fähigkeiten einbringt. So wird aus einem Kampfmagier beispielsweise auf Level 30 zunächst ein Hexer und anschließend auf Level 60 wahlweise ein Lich oder Todesritter. Alternativ dazu kann auch ein ehrenvollerer Weg gewählt werden, welcher den Recken zunächst zu einem weißen Zauberer und anschließend zum arkanen Helden oder Erzmagier macht.
Abseits der Klassenaufstiege werden bei einer Stufe noch Punkte auf
typische Attribute wie Stärke, Intelligenz und Ausdauer vergeben sowie Spezialfähigkeiten und Zauber verteilt. Je höher die Stufe des Heroen, desto mächtiger natürlich die zur Verfügung stehenden Fertigkeiten und Magietricks. Auch steigt mit der Stufe die Anzahl benutzbarer Waffen und Rüstungen, da die meisten Items ein gewisses Grundlevel voraussetzen. Nicht benutzte Items können natürlich bei Händlern gegen Bares eingetauscht werden. Ein Stadtportal-Zauber, um jederzeit aus einem Dungeon zum Händler zu gelangen fehlt natürlich auch nicht. Außerdem bietet das Spiel eine
Connect-Funktion zum PC-Spiel
Dungeon Siege 2: Broken World, welche es ermöglicht, Gegenstände mittels gefundener Codes in beiden Spielen freizuschalten.
Zahlreiche Quests in 08/15 StoryAufgaben und Storymissionen holt man sich - ebenfalls ganz klassich - bei NPCs. Außerdem wird hierbei in kurzen Dialogen und einigen statischen Comicsequenzen die
mäßige Story rund um einen dunklen Magierzirkel
» Kreisende Hämmer verheißen Unheil. |
fortgesponnen. Der Solo-Modus ist in drei Akte unterteilt und recht umfangreich ausgefallen. Fürs Durchspielen kann man durchaus
20-25 Stunden einrechnen. Darüber hinaus motiviert der Titel dank etlicher Items und der verschiedenen Heldenklassen auch zum erneuten Durchspielen.
Wirklich gepatzt hat man allerdings im
Mehrspieler-Modus. Zwar bietet
Dungeon Siege: Throne of Agony einen Ad-Hoc-Part für zwei Spieler, allerdings bietet das Spiel keine Möglichkeit auch online Monster zu schlachten und Items zu tauschen. Der zweite große Kritikpunkt sind die
langen Ladezeiten zwischen den einzelnen Einsatzgebieten und der frei begehbaren Weltkarte. Auch stören kurze Nachladepausen in den Menüs beim zügigen Durchstöbern oder Kaufen/Verkaufen der Ausrüstung. Versöhnlich stimmen hingegen die pompöse Musikuntermalung sowie die gelungenen Soundeffekte.