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Master-Review:   » drucken    » versenden

Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Köni...

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 18.05.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Umfangreiches Japano-RPG mit Witz und Oldschool-Feeling.

Was hierzulande unter dem überlangen Namen Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Königs auf den Markt gekommen ist, bildet in Wahrheit bereits den achten Teil einer der erfolgreichsten Rollenspielreihen der japanischen Spielegeschichte. Im Osten ist die Reihe dermaßen populär, dass es am Releasetag sogar schulfrei gab, da eh kein Kind zum Unterricht erschienen wäre. Ob dieser Hype um den Titel gerechtfertigt ist, steht im folgenden Master-Review.

Der verwunschene König
Das Abenteuer beginnt inmitten des wunderschönen Reiches von König Trode. Dieser ist dummerweise einem Fluch zum Opfer gefallen, welcher ihn in einen hässlichen Krötenmenschen und seine geliebte Tochter in ein Pferd verwandelt
» Durch Gespräche lernt man einiges über die Welt.
hat. Zusammen mit dem Helden der Geschichte - der Spieler darf dessen Namen bestimmen- und dem Ex-Räuber Yangus durchsucht man das Land nach dem Übeltäter, der ihnen dies angetan hat.

Bereits in der Einleitungsphase fallen die liebevolle Cel Shading-Optik, für Playstation 2-Verhältnisse enorme Weitsicht und witzige Inszenierung des Titels ins Auge. Vor allem der kauzige König und der etwas unterbelichtete Yangus sorgen durchgehend für Lacher in den zahllosen Ingame-Zwischensequenzen und zeugen vom sehr guten Charakter- und Dialogdesign. Im Spielverlauf stoßen noch die Magierin Jessica und der toughe Chameur Angelo zur Partie, die sich perfekt in die ungleiche Heldengruppe eingliedern.

Old-School
Wer jemals ein Japano-Rollenspiel gezockt hat, wird mit dem zu Grunde liegenden Gameplay sofort warm werden. Begleitet von einem wunderschönen Soundtrack durchstreift man auf der Suche nach dem
» Jessica beim Zaubern.
bösen Dhoulmagus eine riesige Oberwelt. Neben abwechslungsreichen Landschaften wie Gebirgen, Wüsten und Wäldern werden dabei natürlich allerlei schick designten Dungeons besucht. Außerdem lassen sich in in übersichtlichen Dörfern und Städtchen Waffen und Rüstungsteile verbessern, Heilutensilien aufstocken oder Gespräche mit den Einheimischen führen.

Von diesen bekommt man in den meisten Fällen auch die nächste Quest geschildert. Der Spielverlauf ist somit sehr linear gehalten. Nachdem eine gestellte Aufgabe erfüllt wurde, öffnet sich der Pfad zu einem neuen Ort, welcher wiederum weitere Herausforderungen und Gesprächspartner beherbergt. Kleinere Nebenquests bilden hierbei die Ausnahme. Die meiste Zeit wird man nicht mehr als einer klar definierten Aufgabe nachgehen. Natürlich gerät die Heldengruppe dabei - leider häufiger als einem lieb ist - in Zufallskämpfe.

Und das Kampfsystem?
Die Qualität eines Japano-Rollenspiels wird nicht selten an seinem Kampfsystem gemessen. Hier greift Dragon Quest auf ein sehr klassisches System zurück, welches maximal vier spielergesteuerte Helden gegen bis zu
» Der verzweifelte König weiß nicht was er tun soll.
neun Monster antreten lässt. Am Beginn einer Runde gibt man allen Spielfiguren typische Befehle wie Angriff, Zaubern, oder das Ausführen von Spezialfertigkeiten. Direktes Reagieren auf Gegnermanöver ist somit nicht möglich, da die Aktionen der Monster ebenfalls zu Beginn der Runde festgesetzt werden. Wünschenswert wäre an dieser Stelle ein Zugindikator gewesen, der die Reihenfolge der Kampfteilnehmer anzeigt. Gegenstände, die man in einem umständlichem Itemmenü an die Charaktere verteilt, sind ebenfalls nutzbar.

Ein weiteres Kernelement der Kämpfe ist die Möglichkeit, Kraft durch den Konzentrations-Befehl zu sammeln. Wird dies angeordnet, fokussiert der entsprechende Held seine Macht. Je häufiger man aussetzt, desto mächtiger wird letztendlich der eigentliche Angriff. Der Humor kommt selbst in den Fights nicht zu kurz. So sind alle Gegner in unverkennbarem Knuddellook gehalten und führen statt anzugreifen manchmal wirklich lustige Aktionen aus. Kleine Tintenfischbabys fangen beispielsweise plötzlich an zu spielen oder der Puppenkasper erzählt eine spannende Geschichte, welche die Konzentration der Gruppe erhöht.

Standardstory gut erzählt
Neben vielen humorvollen Konversationen, ausführlichen Erkundungstouren und zahllosen Kämpfen bietet der Titel natürlich auch eine durchgehende Story. Diese ist im Grunde zwar alles andere als weltbewegend, weiß aber dank
» Kämpfe nehmen einen Großteil der Spielzeit ein.
ihrer Inszenierung trotzdem zu überzeugen. Vor allem die Hauptcharaktere, über die man im Verlaufe des gut und gerne 40-60 Stunen umfassenden Mammutwerkes durch geschickte Rückblenden viele interessante Infos erfährt, wissen vor den Bildschirm zu fesseln. Zahllose, in den Hauptstrang verstrickte, Minigeschichten wie die Story um einen trauernden König oder die mysteriöse Kristallkugel eines Wahrsagers sorgen zudem für gehobene Fantasyunterhaltung.

Der Schwierigkeitsgrad befindet sich insgesamt auf recht hohem Niveau. Wer nicht ausführlich auflevelt und in Kämpfen gut geplant vorgeht, beißt schnell ins Gras. Ist die ganze Gruppe kampfunfähig, verliert man allerdings nur die Hälfte seines Goldes und wird in der nächsten Kirche wiederbelebt, was unnötigem Frust vorbeugt. Ein Dorn im Auge vieler Spieler könnte allerdings die sehr begrenzte Anzahl an Speicherpunkten sein. So darf ausschließlich in benannten Gotteshäusern gespeichert werden.
Pro
Riesiger Umfang
Gutes Kampfsytem
Liebevolle Knuddel-Grafik
Toller Soundtrack
Gut inszenierte Story
Contra
Zu hohe Encounter-Rate
Umständliche Inventarverwaltung
Soundtrack etwas variantenarm
Antiquiertes Speichersystem
Fazit
Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Königs ist ein klassisches Japano-Rollenspiel wie es im Buche steht: Erkunden, kämpfen, Gespräche mit NPCs führen, Storysequenzen anschauen. und zwischendurch die Party durch gesammeltes Geld und Erfahrungspunkte upgraden sowie in neuen Gebieten stärkeren Monstern gegenübertreten. Der Titel macht dabei fast alles richtig. Das Kampfsystem ist stimmig, die Optik unverkennbar einmalig und die Sounduntermalung zauberhaft. Die Geschichte rund um die liebenswerten Hauptcharaktere wird geschickt durch Rückblenden transportiert und sorgt für Atmosphäre. Hinzu gesellt sich eine sehr umfangreiche Spielzeit. Lediglich die zu häufig auftretenden Zufallskämpfe, die fummelige Inventarverwaltung sowie das ungünstige Speichersystem fallen negativ auf. Wer auf der Suche nach einem umfangreichem Japano-RPG ist und sich vom Knuddellook nicht abschrecken lässt, der darf aber trotz dieser kleinen Ärgernisse bedenkenlos zugreifen.
Infos
Erhältlich für
Genre
Rollenspiele
Publisher
Koch Media
Entwickler
Square Enix
Website
www.kochmedia.d...
Release
14. April 2006
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User-Bewertung
92
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