» userrankings.com User-Review «
Link: www.userrankings.com/ps2/spiel/2596/7464/userreview.html

43. Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Köni...

PS2
» Grafik: 90
» Sound: 90
» Spielspaß Solo: 92
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung:
92
» Anzahl Bewertungen: 12     » alle zeigen
Bitte einloggen, um Spiel bewerten zu können.
» Gesamtwertung: 4 /5
» Durchschnittswertung: -
» Anzahl Bewertungen: 0     » alle zeigen
Infos
» Von: Lightning4000
» Am: 25.11.2006
» Spielzeit: 70 h
» Grafik: 90
» Sound: 89
» Spielspaß Solo: 92
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung: 91
Pro
Gut erzählte Geschichte & stimmige Grafik
Motivierendes Kampfsystem
Liebenswerte Charaktere
Lange Spielzeit
Grandiose englische Synchronisation
Contra
Für Neulinge vielleicht zu schwer
Anfangs nicht genügend Speichermöglichkeiten
Qualität
» bewertet mit: 10
Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Königs
Entwickler: Level 5
Hersteller: SquareEnix

Einleitung
Woran merkt man, dass manche Videospiele einfach aus der Reihe normaler Produktionen herausstechen? Richtig, an dem Release-Tag gibt es schulfrei. Zumindest ist es in Japan so, wenn dort ein neuer Ableger der bekannten Dragon Quest-Reihe erscheint. Hierzulande darf man mit solchen Aktionen natürlich nicht rechnen und muss schon froh sein, wenn solch ein Spiel (auch nach einer Wartezeit von mehr als einem ganzen Jahr) endlich bei uns in den Regalen der Händler liegt. Weshalb ihr dennoch unbedingt mal einen Blick auf den Titel werfen solltet, erfahrt ihr in dem nun folgenden Review.

Story
Ihr startet das Spiel als Held, den ihr mit einem beliebigen Namen versehen könnt. Er ist Bestandteil einer Gruppe, die König Trode bei der Suche nach Doulmagus helfen. Dieser hat nämlich den mächtigsten Zauberstab aus der Schatzkammer des Königs entwendet, das Königreich Trodain mit ziemlich unangenehmen Dornenranken überwuchert, die Bediensteten im Schloss in pflanzenähnliche Wesen verzaubert sowie den König samt Tochter in ein grünes Mini-Monster und Pferd verwandelt. Ein echter Kronenträger lässt sich sowas natürlich nicht gefallen und so macht sich der verwunschene König auf, um Doulmagus zu jagen.
Begleitet wird er dabei von dem namenlosen Held, der - wie durch ein Wunder - die Verzauberung Doulmagus´ überlebt hat, der Schönheit Jessica aus Alexandria, dem charmanten Angelo und dem ruppigen Ex-Banditen Yangus, der seine Verbrecher-Karriere an den Nagel gehängt hat und sich ab sofort für das Gute einsetzt.
Weshalb sich die Gruppe in dieser Konstellation zusammenfindet, wird erst im weiteren Verlauf des Spiels klar und um euch nicht den Spaß zu verderben, will ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen. Alles in allem kann man die Story des Spiels jedoch als gelungen bezeichnen.

Gameplay
Im Grunde handelt es sich bei Dragon Quest 8 um ein traditionelles Japano-RPG, welches sämtliche Elemente bietet, die man auch erwartet. Zufallskämpfe mit Erfahrungspunkten, eine Weltkarte sowie spezielle Items oder Zauber, die eure Lebensenergie wiederherstellen.
Zwar erfindet der Titel all diese Gegegebenheiten nicht neu, aber macht in vielen Punkten ziemlich viel richtig. Anfänglich seid ihr noch relativ Schwach auf der Brust und habt schon Probleme mit den leichteren Gegnern, die euch in der Landschaft begegnen, aber schon nach ein paar Minuten wird einem das eingängige Kampfsystem klar und man fängt mit dem Sammeln der Erfahrungspunkte (kurz: Exp) an, die ihr nach jedem siegreichen Kampf erntet. Im Laufe eures Abenteuers bereist ihr Städte, redet mit diveresen NPCs und bekommt dadurch Informationen, die euch beim Lösen des Hauptquests weiterhelfen. Beispielsweise wo sich das nächste Dungeon befindet oder welchen Weg Doulmagus eventuell eingeschlagen hat. Sämtliche NPCs und Städte wurden äußerst stimmungsvoll in Szene gesetzt und durch die lauschige Inszenierung fühlt man sich schon nach kurzer Zeit richtig heimisch wenn man eine Herberge aufsucht, um eine Rast einzulegen und somit wieder sämtliche Lebens-& Magie-Punkte wieder aufzufüllen. Habt ihr erstmal die entsprechenden Informationen von den ansässigen Bewohnern erhalten, brecht ihr auf, um die entsprechende Aufgabe zu erfüllen. So müsst ihr etwa in eine Höhle marschieren, um einem Wassermonster eine Kristallkugel abzunehmen oder gar einen anderen Kontinent besuchen, um neue Informationen über Doulmagus herauszufinden. Wie in japanischen Rollenspiel üblich, werdet ihr in relativ kurzen Zeitabständen mit sogenannten "Zufallskämpfen" konfrontiert.
D.h., dass ihr beispielsweise in einen Wald hineinlauft, plötzlich der Bildschirm schwarz wird und ihr euch in einem Kampfbildschirm wiederfindet. Hier hat jeder Charakter einen Zug, in dem er beispielsweise Angreifen, Abwehren, Zaubern oder ein Item benutzen kann. Nachdem ihr eure Züge ausgewählt habt, ist der Gegner an der Reihe und danach wieder ihr usw. Hört sich für westliche Spieler vielleicht etwas seltsam an, offenbahrt aber seinen ganz eigenen Reiz.
Wenn ihr genug Kämpfe bestritten und somit auch Exp gesammelt habt, steigt ihr einen Level auf. Dabei könnt ihr dann sogenannte Fähigkeitspunkte auf einzelne Atribute der Charaktere verteilen. Etwa auf Schwertkampf, auf den Umgang mit einem Bumerang oder der Courage, welche etwa dem Mut entspricht. Dieses System wurde ziemlich motivierend gestaltet, da ihr nach und nach immer mächtiger werdet und mit der Zeit neue Boni freischaltet, die euch beim Kämpfen nützen. Habt ihr euch beispielsweise auf den Umgang mit Äxten spezialisiert, steigt der Angriff mit einer Axt um 10, sofern ihr eine ausgerüstet habt. Selbstverständlich kann jedes einzelne Gruppenmitglied in verschiedenen Sektoren verbessert werden, sodass ihr die Gruppenbalance individuell bestimmen könnt.
Doch damit nicht genug: In den örtlichen Shops könnt ihr euch des Weiteren noch Rüstungsteile sowie Waffen kaufen, die eure Verteidigungs- und Angriffswerte noch weiter erhöhen. Nach Kämpfen mit Endbossen, die ihr - wie sollte es auch anders sein - häufig am Ende eines Dungeons antrefft, bekommt ihr ebenfalls massig Exp, die euch beim Levelanstieg behilflich sind. Um in Kämpfen eure Kraft zu bündeln, könnt ihr den Befehl "Konzentrieren" anwählen. Hierbei lädt sich dann die Angriffskart eines einzelnen Charakters auf, um dann hinterher auf einen oder mehrere Gegner niederzuprasseln. Der Haken an der Sache: Solange ihr euch konzentriert könnt ihr keine Angriffe durchführen. Man braucht ungefähr 4 oder 5 Runden innerhalb eines Kampfes, um die Konzentration auf 50 oder - wenn man schon etwas weiter gespielt hat - auf 100 zu treiben, was einen natürlich zu einer offenen Zielscheibe für den Gegner macht. Deshalb solltet ihr auch stets darauf achten, dass andere Gruppenmitglieder genügend Heilkräuter dabei haben, um im Notfall verlorene Lebenspunkte wiederherzustellen.
Anfänger, die sich noch nie mit solch einem Spiel befasst haben, dürften allerdings ein paar Probleme haben, auch wenn das Kampfsystem - wie bereits erwähnt - sehr eingängig ist. So kann man nur innerhalb von Städten speichern und lediglich in Herbergen rasten. Auf der Weltkarte bzw. außerhalb von Städten oder Dörfern muss man durchhalten, um nicht den GameOver-Bildschirm zu Gesicht zu bekommen.
Sollte die Gruppe aber dennoch mal ausgelöscht werden, so wird man zwar in die nächstgelegene Stadt zurückteleportiert, verliert jedoch auch die Hälfte des gesammelten Golds, das man für Kämpfe bekommt. Ist zwar ein schmerzlicher Verlust, aber immernoch besser, als beispielsweise den Endboss eines Dungeons nochmal besiegen zu müssen, weil man auf dem Rückweg das Zeitliche gesegnet hat.
Des Weiteren kann es vorkommen, dass ihr mitten in einer Höhle steckt, aber unbedingt nochmal zurück zur Stadt müsst, um neue Heil- & Gegengiftskräuter einzukaufen. Am Anfang des Spiels könnt ihr euch jedoch nicht aus Dungeons rausteleportieren und müsst gegebenenfalls lange Wegstrecken zurücklegen, um die Höhle wieder zu verlassen. Je mehr Exp ihr jedoch sammelt, desto besser werden die Fähigkeiten der Charaktere und relativ schnell erlernt man praktische Zauber wie "Teleportation" oder "Hintertür", womit man sich in jeder Situation wieder in eine beliebige Stadt, die man zuvor schon entdeckt hat, beamen kann. Natürlich verringert man durch den stetigen Einsatz dieser Zauber die Zufallsbegegnungen ungemein, so dass auch die Erfahrungspunkte ausbleiben. Das Problem: Ohne stetiges Aufleveln hat man teilweise keine Chance gegen gewisse Angreifer oder Bosse. So kann es sein, dass ihr etwa auf eine neue Insel gelangt, dort ein bisschen rumlauft und von Gegnern angeriffen werdet, die in einer Runde mehr Schaden verursachen, als ihr Lebenspunkte habt. In solchen Situationen müsst ihr also nochmal in die alten Gebiete zurückreisen, wo nur schwächere Gegner ihr Unwesen treiben und ein paar Zufallskämpfe bestreiten, um den Level und somit sämtliche Fähigkeiten eurer Heldentruppe zu erhöhen.
Wer mit dieser Art von Gameplay nichts anfangen kann, der sollte einen Bogen um das Spiel machen. Alle anderen dürften aber schnell Spaß daran finden, immer mehr Exp zu sammeln und dem Storyverlauf zu folgen.

Grafik
Für PS2-Verhältnisse ist die grafische Darstellung des Titel sehr gut gelungen. Die Weitsicht ist enorm und die Charaktere wurden (dank Akira Toriyama) sehr charmant designt. Zwar ist das ganze Spiel in einer Art Cell-Shading Optik gehalten, jedoch ist diese nicht so aufdringlich wie bei XIII oder Jet Set Radio Future. Durch diese dezente Zurückhaltung wird beinahe der Eindruck erweckt, dass man sich in einer japanischen Zeichentrickwelt bewegt, welche dennoch glaubhaft rüberkommt.
Die Animationen der Charaktere & der Gegner, die Gestaltung der Städte sowie das Gesamtbild der Spielwelt sind grandios und lassen euch lange Zeit in der Welt von Dragon Quest verweilen.
Ebenfalls positiv zu erwähnen sind die Emotionen, welche man von den Gesichtern der Charaktere ablesen kann. Egal ob glücklich, traurig oder verärgert. Jederzeit ist es klar ersichtlich, in welchem Gemütszustand sich die jeweiligen Personen befinden.

Sound
Auch in Punkto Musikuntermalung macht der Titel eigentlich alles richtig. Malerische Musik beim Laufen über die großen Areale und agressivere Musik beim Bestreiten eines Kampfes. Dazu kommt noch die absolut grandiose Synchronisation. Hier waren echte Experten am Werk und obwohl die Sprachausgabe nur auf Englisch ist, ist diese wirklich genial. Hier kann man womöglich die beste Synchronisation hören, die es jemals gab. Der Wortwitz und das teilweise übertrieben gesprochene Oxford-Englisch machen das Zuhören zu einer spaßigen Angelegenheit. Wenn ihr des Englischen mächtig seid und ihr auf japanischen Humor steht, werdet ihr das ein oder andere mal mit einem Grinsen vor dem Bildschirm sitzen. Gerade die Synchronisation des Königs Trode ist qualitativ schon fast nicht mehr zu überbieten. Aber auch die Sprachausgaben der anderen Charaktere liegen weit über dem, was man sonst in anderen Videospielen hört.
Die Kombination der japanischen Wortwitze und der überragend agierenden Sprecher sowie der gelungenen Musik-Untermalung geben ein stimmiges und überragendes Gesamtbild ab.

Steuerung
Eigentlich ist hier nicht mehr viel zu erwähnen. Nach ca. 10 Minuten habt ihr eure Charaktere unter Kontrolle und jeder, der schonmal Spiele mit einer freibeweglichen Kamera gespielt hat, wird mit dem Titel zurechtkommen. Mit dem linken Stick lauf ihr, während ihr mit dem rechten die Kamera schwenken könnt. Die Buttons sind mit verschiedenen Funktionen belegt, die aber alle beim Spielen ersichtlich werden und keiner größeren Erklärung bedürfen. Außerhalb der Kämpfe braucht man eigentlich nur die beiden Analogsticks, den X-Knopf, um Personen anzusprechen sowie den Viereck-Knopf, um die Karte aufzurufen. Solltet ihr mal nicht weiter wissen könnt ihr auch mit einem Druck auf die Start-Taste den Rat eurer Mitstreiter anhören.
Fazit
"Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Königs" bietet eigentlich genau das, was man von einem guten Spiel erwartet. Eine gut erzählte Story, eine stimmungsvolle Atmosphäre sowie eine gelungene Grafik.
Dass nebenbei auch noch die akustische Seite zu dem besten zählt, was man jemals in einem Videospiel zu hören bekam, ist da nur ein weiterer positiver Aspekt. Ich halte das Spiel für eines der besten RPGs, die ich bis dato gespielt habe und bin mir sich, dass die Begeisterung auf viele überspringen dürfte, sobald sich die Dragon Quest DVD im Laufwerk eurer PS2 dreht. Wer auf japanische Rollenspiele steht und keine Lust auf westliche RPGs hat, der sollte sich den Titel mal genauer ansehen. Der japanische Humor ist zwar Geschmackssache, aber manche Situationen sind wirklich sehr witzig. Meine direkte Empfehlung: Geht in einen Laden, nehmt genug Geld mit und kauft euch das Spiel!