Frustrierender Fun-Racer ohne viel Abwechslung, den nur der Multiplayer-Modus rettet.Viele werden sie kennen: die Micro Machines, winzig kleine Miniaturflitzer in allen nur erdenklichen Formen und Farben. Von Autos über Panzer bis hin zu Helikoptern war in den späten 80ern alles vertreten, was Kinderherzen (und wohl nicht nur die) höher schlagen ließ. Findige Entwickler nutzen die Chance und machten sich schnell an ein gleichnamiges Videospiel, das 1991 für den NES erschien. Viele Jahre und unzählige Versionen später ist die Serie im Jahre 2006 bei
Micro Machines v4 angelangt, das wir uns in folgendem
Master-Review angesehen haben.
Die Qual der Wahl Wer es gern übersichtlich hat, wird sich mit
Micro Machines v4 schnell anfreunden. Nach dem obligatorischen Anlegen eines Profils stehen im Hauptmenü lediglich
zwei Modi zur Verfügung:
Testfahrt und
Micro-Turniere. Ersterer ist wie geschaffen dafür,
» Im Rückstand, wie so oft. |
das Geschehen bei Einzelrennen gegen die Uhr oder KI-Gegner in Augenschein zu nehmen. Richtig zur Sache geht es aber erst bei den
Micro-Turnieren, wobei man hier auch sehr schnell die etwas
eigenwillige Steuerung und nicht ganz optimale Kamera kennen lernt.
Die Handhabung des Titels ist derart feinfühlig, dass oft nur eine kleine Bewegung mit dem Digitalkreuz über Sieg oder Niederlage
entscheidet. In Kombination mit den verwinkelten und meist sehr schmalen Kursen bleibt man des Öfteren hängen oder stürzt gar in die Tiefe. Was man bei den Rennen gegen die Uhr noch verschmerzen kann, führt bei den überwiegenden Duellen gegen die computergesteuerten Autos
schnell zu viel Frust. Um sich abzusetzen bleibt oft nur die Möglichkeit, auf ihre Fehler zu warten, was die Rennen sehr zufallsbasiert macht. Zudem sind eine gute Kenntnis der Kurse sowie eine gesunde Portion Können nötig, um als Erster über die Ziellinie zu brettern. Voraussetzungen, die sich mit einem Fun-Racer
nicht sehr gut vertragen.
Abwechslung Fehlanzeige Nur bedingt Abhilfe können hier die einsammelbaren
Power-Ups schaffen. Diese rüsten die Flitzer kurzzeitig mit Waffen wie Plasmakanonen, MGs sowie Bomben aus oder regenerieren
die Gesundheit. Da jedoch auch die Konkurrenten häufigen Gebrauch davon machen, ist der eigene Vorteil schnell dahin. Insgesamt stellt
Micro Machines v4 somit selbst auf dem leichtesten der drei Schwierigkeitsgrade eine
große Herausforderung dar, mit der es wohl nur die Wenigsten aufnehmen werden. Falls doch, stehen insgesamt vier Klassen mit mehreren Pokalen, ihrerseits jeweils in eine Handvoll Rennen unterteilt, zur Verfügung.
Ein kleines Highlight sind immerhin die zahlreichen,
sehr schön modellierten Strecken, welche eher untypische Umgebungen wie Frisiersalons, Küchen oder Abwasserkanälen bieten. Das täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass sich jedes Rennen irgendwie
gleich spielt, wie das vorhergehende. Den Retter in der Not stellt der Multiplayer-Modus dar. Andere Titel bieten zwar besseres, aber in Duellen gegen Freunde macht die Raserei durchaus Spaß. Audiovisuell wird bestenfalls Standardkost geboten, Highlights sucht man leider vergebens. Ein kleiner Anreiz sollte eigentlich das Sammeln von insgesamt
750 Flitzern sein. Da sich aber alle sehr ähnlich steuern, ist die Motivation dazu nicht wirklich hoch.