Electronic Arts beweist, dass Life-Simulationen auch auf dem DS Spaß machen können.Die Sims haben eine beispiellose Karriere hinter sich: Seit dem Release des PC-Originals im Jahre 2000 konnte sich keine Serie so sehr etablieren - die Reihe zählt nicht umsonst zu den meistverkauften Spielen aller Zeiten.
The Urbz: Sims in the City könnte man als Spin-Off bezeichnen, verlässt
EA doch hier den Pfad der Vorgänger und bringt ein
missionsbasiertes Konzept ins Sims-Universum. Ob sich dieser wagemutige Schritt abseits der altbekannten Gameplaypfade auszahlt oder die Urbz doch eher ins Altenheim gehören, erfahrt ihr in folgendem Master-Review.
Vom Fensterputzer zum Ghetto-Superstar Der erste Unterschied zu den vorangegangenen Spielen ist die missionsbasierte Story. Während die
Die Sims-Vorgänger lediglich einen Endlosmodus ohne richtige Geschichte boten, läßt euch
The Urbz in die Rolle eines Protagonisten schlüpfen, der
versucht, etwas aus seinem Leben zu machen und sich dabei in ein
spannendes Großstadtabenteuer verwickelt. Allerdings müsst ihr dazu erstmal eure Spielfigur erschaffen. Ihr könnt nach Belieben an der Frisur rumbasteln und die Hautfarbe nach euren Wünschen verändern. Auch die Kleidung des Urbz lässt sich auswechseln, wobei jedoch lediglich an den Farben der verschiedenen Kleidungsstücke wie Shirt, Hose oder Schuhe rumgespielt werden kann. Die gesamte Urb-Erstellung wird mit dem Touchscreen gesteuert, die verschiedenen Optionen und Auswahlmöglichkeiten werden einfach mit dem Stylus angetippt. Letztendlich werdet ihr noch mit einigen Fragen konfrontiert, so dass ihr, je nach geleisteten Antworten am Ende einer der vier Rufgruppen Strebis, Kreativis, Krösis oder Coolis zugeteilt werdet. Die Rufgruppen bestimmen das Ansehen in Miniopolis, der Stadt des Spiels. Ist euer Charakter beispielsweise in der Kreativis Rufgruppe, werden euch die anderen Zugehörigen der Gruppe am wohlgesonnensten sein. Coolis wollen nichts mit Strebis am Hut haben und sind somit viel schwieriger als Freunde zu gewinnen. Das Beantworten der Fragen hat also einen gewissen Einfluss auf den Spielverlauf, allerdings nicht auf die Story.
Nach der Charaktererstellung geht’s gleich los mit dem ersten Job, welcher auch das erste
Minispiel darstellt: Vogelmist von Fenstern wegwischen. Während ihr am Putzen seid, kacken euch die Flattermänner natürlich munter weiter das Fenster voll. Dabei muss zudem aufgepasst werden, dass ihr nicht selbst Opfer der fiesen Federviecher werdet. Klingt nach Spaß? Macht’s auch! Im gesamten Spiel werdet ihr einige solcher Jobs absolvieren, schließlich braucht euer Urb ja Geld. So versucht der Spieler sich u.a. noch als Sushi-Schnippler, Basketballspieler oder Komiker. Besonders das Minispiel „Tiershow“ ist hier erwähnenswert: Ihr erstellt selbst ein Tier und müsst es Tamagotchi-ähnlich (schimpfen, füttern, spielen...) erziehen und aufpäppeln, um es danach in einer Arena gegen andere Kreaturen antreten zu lassen.
I just wanna live! Wie aus den
Die Sims-Vorgängern bekannt, besitzt euer Urb Bedürfnisse, welche gestillt werden wollen. So meiden andere schnell den Kontakt mit ihm, sollte er zu wenig auf Hygiene achten. Ebenso muss eure Spielfigur schlafen, um überhaupt
» Auch tanzen kann man in Die Urbz. |
Energie für seine diversen Tätigkeiten zu haben, sowie essen, trinken und soziale Kontakte knüpfen. Aber auch das Vergnügen wird nicht außer Acht gelassen: Sollte euch Fernsehen zu langweilig sein, macht ihr einfach einen Abstecher in die Spielhalle der Stadt oder vergnügt euch mit einem Trampolin. Dabei steuert ihr den Urb mit dem Steuerkreuz auf dem oberen Bildschirm durch die
bunte 2D-Welt. Anders als bei der
GBA-Version des Titels muss das Spiel nicht pausiert werden, um die verschiedenen Menüs wie das Inventar oder die Übersicht der zu erledigenden Ziele benutzen zu können. In der DS-Fassung werden sie nämlich auf dem Touchscreen dargestellt und sind ganz leicht via Stylus zu bedienen. Der gesamte Spielablauf wird dadurch dynamischer gestaltet und das Durchsuchen der Menüs läuft, wenn gewünscht, in Echtzeit ab.
Wie anfangs erwähnt bietet
The Urbz ein missionsbasiertes Gameplay: Neben dem Verdienen von Geld und dem Stillen der diversen Bedürfnisse müsst ihr im Spiel verschiedenste Aufgaben erledigen, welche die Story um einen reichen Schnösel, der ganz Miniopolis in den Ruin treiben will, weitererzählen. Manche Aufgaben dienen allerdings lediglich dazu, euer Ansehen bei verschiedenen Personen sowie den diversen Rufgruppen zu verbessern. Ständig ergeben sich neue Ziele, so dass
The Urbz niemals langweilig wird. Es gibt immer etwas zu tun, wobei ihr jedoch immer eine Menge nebenher machen könnt, wenn ihr mal keine Lust auf den normalen Spielablauf habt. So ist es möglich, einfach seelenruhig durch die Stadt zu schlendern und einige Bewohner anzusprechen oder Gegenstände zu sammeln, um sie für Bares zu verkaufen. Zudem müsst ihr shoppen gehen, da sich der Kühlschrank – sofern der Urb sich einen leisten kann – nicht von alleine füllt. An jeder Ecke kann irgendetwas Sinnvolles angestellt werden: Kleidet den Urb neu ein, motzt ein frisch erstandenes Eigenheim auf oder verbessert einfach nur ein wenig eure Fähigkeiten wie Kochen oder Kreativität.
Großstadtdschungel Kann der Spieler anfangs lediglich einzelne Bereiche - wie zum Beispiel den Stadtteil Urbania - betreten, eröffnen sich mit der Zeit eine Vielzahl neuer Locations. Später darf euer Schützling nicht nur überall in der Stadt herumlaufen, sondern kann auch
» Auch Tiere sind mit von der Partie. |
andere Orte, wie beispielsweise die
DS-exklusive Spleißerinsel besuchen. Dabei lernt der Charakter natürlich eine Vielzahl Leute kennen, die gerne mal einen angenehmen Plausch mit ihm abhalten oder ihn in ihre Wohnung einladen. Natürlich spielen auch die eigenen vier Wände in
The Urbz eine grosse Rolle: Erstmal muss das Geld für eine Wohnung aufgebracht werden. Ist das geschafft, kann die Knete in
diverse Einrichtungsgegenstände investiert werden. Hierbei steht verschiedenstes Mobiliar zur Verfügung, die Anzahl ist im Gegensatz zu den
Die Sims-Spielen allerdings deutlich geringer.
Die Sims-Freunde vermissen zudem das Architekten-Feature: Ihr dürft zwar eine Wohnung beziehen und einrichten, allerdings habt ihr nicht die Möglichkeit, selbst ein Gebäude zu entwerfen, wie das bei den Vorgängern der Fall war.
In Sachen Grafik präsentiert sich
The Urbz: Sims in the City im gleichen Gewand wie die
GBA Version: Die Farbgebung ist satt und bunt, die Charaktere laufen sauber und flüssig über den Bildschirm und die Umgebungen sind sehr detailliert. Somit bietet das Spiel zwar eine überzeugende grafische Präsentation, trotzdem hätte man sich von einem Launchtitel eines neuen Handhelds mehr erwartet als eine 1:1 Portierung einer
GBA-Grafikengine. Die Musikuntermalung überzeugt - tolle Tracks unterstreichen die nette Atmosphäre des Games, die diversen Soundeffekte vollenden den gelungenen Klangteppich.