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Master-Review:   » drucken    » versenden

Tom Clancy's Rainbow Six: Vegas

» Autor: Christian Kellner
» Datum: 04.01.2007
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Rainbow Six besinnt sich auf alte Stärken und legt die Messlatte für Taktik-Shooter einmal mehr höher.

Mit dem durchschnittlichen Tom Clancy's Rainbow Six: Lockdown machte sich Ubisoft anno 2005 keine Freunde unter den Fans der Rainbow Six-Reihe: Actiontitel gab es schon genug und eine taktische Komponente fand zwar in einer Reihe weiterer Titel Berücksichtigung – davon wollten alte Hasen aber nichts wissen. Mit Rainbow Six: Vegas sollen die verloren geglaubten Schäfchen wieder auf den rechtschaffenen Weg gelockt werden. Ob der Titel dieses hehre Ziel erreicht oder die Mission der internationalen Eingreiftruppe endgültig verloren scheint, soll unser Master-Review zeigen.

Adieu Dingo Chavez
Die jahrelangen Ermittlungen haben sich bezahlt gemacht: Top-Terroristin Irene Morales ist aufgespürt und harrt in einer mexikanischen Grenzstadt ihrer Verhaftung durch die Rainbows als ein
» Der Sündenpfuhl LV.
Hinterhalt das Dreiergespann rund um den neuen Teamleader Logan Keller aufreibt. Die Kollegen zurücklassend kann sich der Antiterror-Jungstar aus der Falle retten um schnurstracks einen neuen Auftrag zugewiesen zu bekommen: Paramilitärische Spezialeinheiten haben sich im Sündenpfuhl Las Vegas breitgemacht und drohen mit dem Exitus der gesamten Stadt. Zeit, sich auf alte Tugenden zu besinnen und persönliche Rachegelüste hintanzustellen.

In klassischer Ego-Perspektive macht ihr nun Jagd auf das subversive menschliche Ungeziefer und kämpft euch im grandios inszenierten Las Vegas von Casino-Komplex zu Casino-Komplex. Die Aufgabengebiete umspannen dabei in erster Linie die Sicherung von Geiseln, Entschärfung von Bomben aber auch die Suche nach Informationen über Hintergründe der beinahe kriegerische Ausmaße annehmenden Auseinandersetzung.

Wir sind das Team
Unvorstellbar wäre ein Taktik-Shooter ohne die Führung von Kollegen. Auch Rainbow Six: Vegas verfügt über ein intuitives Team-Feature: Rudimentäre Befehle wie "Dorthin gehen" oder "Hier abseilen"
» Im Dreiergespann vor Ort.
werden ebenso mit dem A-Knopf ausgelöst wie die gründlich vorbereitete Stürmung eines Raumes. Soll die Infiltration leise von statten gehen, empfiehlt sich darüber hinaus die Festlegung des Aggressivitätsmodus sowie die Verwendung von Schalldämpfern, von denen ihr glücklicherweise reichlich im Gepäck habt. Auch die bereits aus der Tom Clancy's Splinter Cell-Reihe bekannte Snake Cam sowie Wärme- und Nachtsichtgeräte dürfen im Antiterrorismuseinsatz natürlich nicht fehlen.

Schnell stellen sich auf diese Weise Muster ein, mit welchen ihr auf bestimmte Situationen reagiert: Zwei Türen zum selben Raum legen eine Stürmung von zwei Seiten nahe, während im "offenen Feld" geschickte Flankenzüge zum Erfolg führen. Hilfreich in diesem Zusammenhang ist nicht nur die hervorragende Künstliche Intelligenz eurer Kameraden sondern in ebensolchem Ausmaß das schon in Tom Clancy's Ghost Recon: Advanced Warfighter ausreichend erprobte Deckungsfeature: An ebenen Flächen "dockt" ihr mithilfe des linken Triggers an, um in weiterer Folge aus der sicheren Deckung heraus die Reihen der Feinde gezielt zu lichten.

SpecOps sighted!
Unterschiedliche Missionsziele und Umgebungen erfordern selbstverständlich unterschiedliche Bewaffnung – und auch hier geizt Rainbow Six:Vegas nicht mit Optionen: Neben einer Reihe von
» Kollege Jung entspannt sich.
klassischen SMGs und Assault Rifles dürft ihr sogar zu großkalibrigen Maschinen- aber auch Scharfschützengewehren greifen. Daneben stehen mit einer Auswahl an Granaten und Sprengstoffen auch allen angehenden Pyrotechnikern zahlreiche Wege offen, die bereits auf dem normalen Schwierigkeitsgrad teils fordernden Missionen zu bestehen.

In erster Linie liegt dies an der Gewitztheit eurer Gegenüber: Ihr werdet flankiert, mittels Sperrfeuer von Standgeschützen am Boden gehalten und gezielt mit Rauch- und Blendgranaten unter steten Aktionsdruck gesetzt – allzu lange an einem Ort zu verweilen ist somit nicht zu empfehlen. Immerhin sind die zahlreichen Checkpoints fair gesetzt, entscheidende Stellen lassen sich somit ohne lange Wiederholungspassagen meistern.

Abruptes Ende FTW?
Nach etwa acht bis zehn Stunden Spielzeit habt ihr nicht nur ein taktisches Actionfeuerwerk allererster Güte sondern leider auch einen der übelsten Cliffhanger der Videospielgeschichte hinter euch
» Befehl zum Sturm.
gebracht. Darauf hoffend, dass dies nicht das erste Anzeichen für kostenpflichtigen episodic content über den Xbox Live Marketplace ist, kann das umfangreiche Menü nach weiteren Spielmodi durchforstet werden. Sowohl online als auch per Splitscreen und System Link dürft ihr kooperativ auf Terroristenjagd gehen oder in den zahlreichen Versus-Spielmodi eure virtuellen Konterfeis in die Schlacht schicken. Zur Verbesserung des Alter Ego wird wieder einmal das P.E.C. (Persistent Elite Creation) genannte Klassensystem herangezogen, welches eure Leistungen überwacht und in weiterer Folge Ränge und neue Waffen sowie Ausrüstungsgegenstände freischaltet.

Technisch gibt sich das Programm keine Blößen: Die sündige und farbenfrohe Welt der Zockerstadt wird sowohl optisch als auch akustisch grandios eingefangen und überzeugt mit grandiosen Partikel- sowie Soundeffekten. Im Online-Spiel müssen grafisch einige Abstriche gemacht werden, wobei der Spielgenuss davon glücklicherweise in keinster Weise berührt wird.
Pro
Geniale Inszenierung
Gelungene und intuitive Steuerung
Umfangreicher Multiplayermodus (coop, vs.)
Sehr gute KI
Superbe Optik (Licht, Animationen)
Contra
Teilweise sehr fordernd
Zu kurz
Optische Abstriche im Multiplayer
Fazit
Auch die Rainbow Six-Reihe ist im sprichwörtlichen 21. Jahrhundert angekommen und bietet dem Spieler mit Rainbow Six: Vegas einen durchgestylten Action-Taktiker, der sich auf alte Tugenden besinnt und ebenso wie G.R.A.W. einen äußerst gelungenen Mix aus abwechslungsreichen Baller- und spannenden Infiltrationseinlagen präsentiert. Ganz besonders profitiert der Titel freilich vom wunderbaren – und genial eingefangenen – Flair der Zockermetropole in Nevada: Blinkende Automaten und Reklametafeln, ein spannender Missionsaufbau und gewitzte Kollegen aber auch Kontrahenten lassen den Lockdown-Ausrutscher schnell vergessen. Gerade im Multiplayermodus spielt Vegas dank zahlreicher Optionen und umfangreicher Kooperativ-Varianten weitere Trümpfe aus, bei denen die Mitbewerber nur frustriert die Heimreise antreten können. Ubisoft beweist mit dem vorliegenden Spiel sicher keinen mutigen, aber sehr wohl einen äußerst gelungenen Schritt Richtung Modernisierung des angestaubten Taktikshooter-Genres. Wir wollen mehr davon und jeder mit etwas Taktik-Blut sollte sich den Ausflug in die Wüstenstadt nicht entgehen lassen. Pflichtkauf!
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
   Taktik-Shooter
Publisher
Ubisoft
Entwickler
Ubisoft Montrea...
Website
rainbowsixgame....
Release
01. Dezember 2006
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User-Bewertung
90
8 Bewertungen
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