Rainbow Six besinnt sich auf alte Stärken und legt die Messlatte für Taktik-Shooter einmal mehr höher.Mit dem durchschnittlichen
Tom Clancy's Rainbow Six: Lockdown machte sich Ubisoft anno 2005 keine Freunde unter den Fans der
Rainbow Six-Reihe: Actiontitel gab es schon genug und eine taktische Komponente fand zwar in einer Reihe weiterer Titel Berücksichtigung – davon wollten alte Hasen aber nichts wissen. Mit
Rainbow Six: Vegas sollen die verloren geglaubten Schäfchen wieder auf den rechtschaffenen Weg gelockt werden. Ob der Titel dieses hehre Ziel erreicht oder die Mission der internationalen Eingreiftruppe endgültig verloren scheint, soll unser
Master-Review zeigen.
Adieu Dingo ChavezDie jahrelangen Ermittlungen haben sich bezahlt gemacht: Top-Terroristin Irene Morales ist aufgespürt und harrt in einer mexikanischen Grenzstadt ihrer Verhaftung durch die
Rainbows als ein
Hinterhalt das Dreiergespann rund um den neuen Teamleader Logan Keller aufreibt. Die Kollegen zurücklassend kann sich der Antiterror-Jungstar aus der Falle retten um schnurstracks einen neuen Auftrag zugewiesen zu bekommen: Paramilitärische Spezialeinheiten haben sich im Sündenpfuhl Las Vegas breitgemacht und drohen mit dem Exitus der gesamten Stadt. Zeit, sich auf alte Tugenden zu besinnen und persönliche Rachegelüste hintanzustellen.
In klassischer
Ego-Perspektive macht ihr nun Jagd auf das subversive menschliche Ungeziefer und kämpft euch
im grandios inszenierten Las Vegas von Casino-Komplex zu Casino-Komplex. Die Aufgabengebiete umspannen dabei in erster Linie die Sicherung von Geiseln, Entschärfung von Bomben aber auch die Suche nach Informationen über Hintergründe der beinahe kriegerische Ausmaße annehmenden Auseinandersetzung.
Wir sind das TeamUnvorstellbar wäre ein Taktik-Shooter ohne die Führung von Kollegen. Auch
Rainbow Six: Vegas verfügt über ein
intuitives Team-Feature: Rudimentäre Befehle wie "Dorthin gehen" oder "Hier abseilen"
» Im Dreiergespann vor Ort. |
werden ebenso mit dem A-Knopf ausgelöst wie die gründlich vorbereitete Stürmung eines Raumes. Soll die Infiltration leise von statten gehen, empfiehlt sich darüber hinaus die
Festlegung des Aggressivitätsmodus sowie die Verwendung von Schalldämpfern, von denen ihr glücklicherweise reichlich im Gepäck habt. Auch die bereits aus der
Tom Clancy's Splinter Cell-Reihe bekannte
Snake Cam sowie Wärme- und Nachtsichtgeräte dürfen im Antiterrorismuseinsatz natürlich nicht fehlen.
Schnell stellen sich auf diese Weise Muster ein, mit welchen ihr auf bestimmte Situationen reagiert: Zwei Türen zum selben Raum legen eine Stürmung von zwei Seiten nahe, während im "offenen Feld" geschickte Flankenzüge zum Erfolg führen. Hilfreich in diesem Zusammenhang ist nicht nur die
hervorragende Künstliche Intelligenz eurer Kameraden sondern in ebensolchem Ausmaß das schon in
Tom Clancy's Ghost Recon: Advanced Warfighter ausreichend erprobte
Deckungsfeature: An ebenen Flächen "dockt" ihr mithilfe des linken Triggers an, um in weiterer Folge aus der sicheren Deckung heraus die Reihen der Feinde gezielt zu lichten.
SpecOps sighted!Unterschiedliche Missionsziele und Umgebungen erfordern selbstverständlich
unterschiedliche Bewaffnung – und auch hier geizt
Rainbow Six:Vegas nicht mit Optionen: Neben einer Reihe von
» Kollege Jung entspannt sich. |
klassischen SMGs und Assault Rifles dürft ihr sogar zu großkalibrigen Maschinen- aber auch Scharfschützengewehren greifen. Daneben stehen mit einer Auswahl an Granaten und Sprengstoffen auch allen angehenden Pyrotechnikern zahlreiche Wege offen, die bereits auf dem normalen Schwierigkeitsgrad
teils fordernden Missionen zu bestehen.
In erster Linie liegt dies an der
Gewitztheit eurer Gegenüber: Ihr werdet flankiert, mittels Sperrfeuer von Standgeschützen am Boden gehalten und gezielt mit Rauch- und Blendgranaten unter steten Aktionsdruck gesetzt – allzu lange an einem Ort zu verweilen ist somit nicht zu empfehlen. Immerhin sind die
zahlreichen Checkpoints fair gesetzt, entscheidende Stellen lassen sich somit ohne lange Wiederholungspassagen meistern.
Abruptes Ende FTW?Nach etwa
acht bis zehn Stunden Spielzeit habt ihr nicht nur ein taktisches Actionfeuerwerk allererster Güte sondern leider auch einen der übelsten Cliffhanger der Videospielgeschichte hinter euch
gebracht. Darauf hoffend, dass dies nicht das erste Anzeichen für kostenpflichtigen
episodic content über den Xbox Live Marketplace ist, kann das umfangreiche Menü nach weiteren Spielmodi durchforstet werden. Sowohl online als auch per Splitscreen und System Link dürft ihr
kooperativ auf Terroristenjagd gehen oder in den zahlreichen Versus-Spielmodi eure virtuellen Konterfeis in die Schlacht schicken. Zur Verbesserung des Alter Ego wird wieder einmal das
P.E.C. (Persistent Elite Creation) genannte Klassensystem herangezogen, welches eure Leistungen überwacht und in weiterer Folge Ränge und neue Waffen sowie Ausrüstungsgegenstände freischaltet.
Technisch gibt sich das Programm keine Blößen: Die sündige und farbenfrohe Welt der Zockerstadt wird sowohl optisch als auch akustisch grandios eingefangen und überzeugt mit grandiosen Partikel- sowie Soundeffekten. Im Online-Spiel müssen grafisch einige Abstriche gemacht werden, wobei der Spielgenuss davon glücklicherweise in keinster Weise berührt wird.