Brachiales Zerstörungs-Rennspiel mit ausgeprägter Physikengine und erweitertem Inhalt.Ende 2004 erschien mit
FlatOut ein Action-Rennspiel, wie es vorher keins gegeben hatte. Eine derart realistische Physikengine, die dafür sorgt, dass allerlei Gegenstände naturgetreu fallen, fliegen, abprallen oder zerfallen kannte die Spielerschaft bis dato nicht. Dabei handelte es sich dabei keineswegs um eine simple Technik-Spielerei, die Technologie ermöglichte das simple aber spaßige Zerstörungs-Prinzip, welches diesen Titel auszeichnete. Was die nun veröffentlichte Fortsetzung
FlatOut 2 zu bieten hat, zeigt unser
Master-Review.
Survival of the fittest Wer in
FlatOut 2 erfolgreich sein will, muss zu Spielbeginn umdenken, denn was andere Titel hart bestrafen, wird hier belohnt:
Schaden ist der Schlüssel zum Sieg. Beherzte Rempel-Aktionen gegen die
» Umgebung und Boliden werden kriegen ordentlich was ab. |
Konkurrenz und Umgebung laden den eigenen
Nitro-Boost auf und ohne diesen Geschwindigkeitsschub ist das Gewinnen von Rennen fast unmöglich. Anstatt also peinlich-genau auf der Ideallinie zu kleben, gehören regelmäßige Ausflüge in die Flora des Pistenrands zu eurem Fahrmanöver-Repertoire. Es stört die Tatsache, dass geschickte Aktionen am Gegner im Gegensatz zu
Burnout Revenge nicht ausreichend belohnt werden. Drängt ihr den Kontrahenten zum Beispiel in einen Pfeiler oder dreht ihn, sodass er wenden muss, erhaltet ihr kaum bis gar keinen Boost.
Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern verlässt sich das Spiel auf eine
ausgeprägte Physikengine anstatt unsichtbare Barrieren und Streckenschläuche, wie sie zum Beispiel in den
Need for Speed-Teilen zum Einsatz kommen. Wie im Vorgänger ist also wieder jede Anzeigetafel, jeder Zaun und jede Laterne fachgerecht in ihre Einzelteile zerlegbar. Allerlei Objekte, die den Weg säumen, fliegen bei Berührung imposant und auf physikalisch korrekten Bahnen in alle Himmelsrichtungen. Bei allzu harten Aufprallen verabschiedet sich allerdings euer Fahrer und es katapultiert ihn kurzerhand durch die Windschutzscheibe. In der deutschen Version sitzen übrigens aus Jugendschutz-Gründen anstatt menschlichen Figuren
Crashtest-Dummies hinter dem Steuer.
Vom Schotter auf den Asphalt Herzstück des Spiels ist der
Karriere-Modus: In diesem absolviert ihr etliche Events in den
drei Serien Derby,
Rennen und
Straße. In jeder stehen dabei drei Spielarten auf der
» In den Derbys geht’s heftig zur Sache. |
Tagesordnung: Die gewohnten, zu kleinen Turnieren zusammengefassten
Einzelrennen führen den Spieler nun nicht mehr nur durch den Wald und über Wiesenwege, sondern bieten auch erstmals
Stadtrennen und Hetzjagden durch idyllische Vorstädte. Ebenfalls zeigt ihr euer Können auch in
Demolition Derbys. Bei diesen gilt es in einer Arena die gegnerischen Fahrzeuge zu schrotten und dabei möglichst lange durchzuhalten.
Fans des ersten Teils werden sich noch an die spaßig-absurden
Stunt-Minispiele erinnern, bei denen der aus dem Wagen geschleuderte Fahrer kurzerhand als Bowling-Kugel oder Dartpfeil missbraucht wurde. Das Repertoire dieser Geschicklichkeitstest wurde nun stark erweitert und euer Dummy muss für Events wie
Stone Skipping oder
Torwartschießen diesmal auch im Karriere-Modus herhalten.
Multiplayer-Perle Ebenfalls erweitert wurde der Umfang an fahrbaren Untersätzen: Pro Klasse sind Wagen mit unterschiedlichsten Eigenschaften im Tausch gegen hart verdiente Credits zu erwerben. Wer mit seiner Schaukel nicht zufrieden ist, erwirbt
» Sprünge erfordern genauen Umgang mit dem Gamepad. |
hingegen kurzerhand einige
Tuning-Teile, welche die inneren Werte der eigenen Karre verbessern. Doch Vorsicht ist geboten, viele Verbesserungen ziehen auch Abstriche mit sich. Außerdem wird nur die Leistung gesteigert, optische Spielereien wie Lackierungen oder Vinyls fehlen.
Da man bei
BugBear gezielt die Schwächen des Vorgängers ausmerzte, gehören die Defizite im
Multiplayer-Modus der Vergangenheit an. Im Online-Spiel sind nun erstmals
alle Strecken, Wagen und Modi verfügbar, ein vorheriges Freispielen ist nicht nötig. Für langen Spaß sorgt hier das Turnier: Dabei kann eine beliebige Reihenfolge aus Rennen, Derbys oder Stunts festgelegt werden, für einen schnellen Einstieg gibt es vorgefertigte Turnierpläne. Zahlreiche weitere Einstellungsoptionen machen ein optimales Match möglich.
Auf die Augen und Ohren Die
Steuerung fällt jetzt deutlich Action-lastiger als im Vorgänger aus. Trotzdem erfordert sie viel Feingefühl, denn besonders nach Sprüngen reagieren die Autos sehr empfindlich. Das führt dazu, dass bereits nach der ersten Spielstunde
der
Schwierigkeitsgrad ansteigt und den Titel
anspruchsvoll ausfallen lässt. So erfordert jeder Wagen einen anderen Umgang: Im Golf-Lookalike führt daher der beherzte Umgang mit der Handbremse am schnellsten ins Ziel, während im amerikanischen Musclecar vorsichtiger Gaseinsatz gefordert ist, um den Boliden unter Kontrolle zu halten.
Die
Grafik von
FlatOut 2 fährt eindeutig ganz oben in der Liga der Playstation 2-Titel mit. Von einer leichten, durchgängigen
Unschärfe abgesehen brilliert die Technik mit detailreichen Kursen und abwechslungsreichen Settings. Auch kurz vor dem Totalschaden ist an den individuell gestalteten Rennwagen noch jedes kleine Detail zu erkennen. Unterstrichen werden die Crash-Orgien von einem zünftigen
Rock-Soundtrack. Das umfangreiche Repertoire beinhaltet dabei große Namen wie
Nickelback,
Papa Roach,
Rob Zombie oder
Audioslave und zeigt damit selbst
Electronic Arts, wie ein ordentlicher Lizenz-Soundtrack auszusehen hat. Die ebenfalls gelungenen Crash- und Motorensounds werden dabei nahezu in den Hintergrund gespielt.