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Master-Review:   » drucken    » versenden

FlatOut 2

» Autor: Klaus Fleerkötter
» Datum: 20.07.2006
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Brachiales Zerstörungs-Rennspiel mit ausgeprägter Physikengine und erweitertem Inhalt.

Ende 2004 erschien mit FlatOut ein Action-Rennspiel, wie es vorher keins gegeben hatte. Eine derart realistische Physikengine, die dafür sorgt, dass allerlei Gegenstände naturgetreu fallen, fliegen, abprallen oder zerfallen kannte die Spielerschaft bis dato nicht. Dabei handelte es sich dabei keineswegs um eine simple Technik-Spielerei, die Technologie ermöglichte das simple aber spaßige Zerstörungs-Prinzip, welches diesen Titel auszeichnete. Was die nun veröffentlichte Fortsetzung FlatOut 2 zu bieten hat, zeigt unser Master-Review.

Survival of the fittest
Wer in FlatOut 2 erfolgreich sein will, muss zu Spielbeginn umdenken, denn was andere Titel hart bestrafen, wird hier belohnt: Schaden ist der Schlüssel zum Sieg. Beherzte Rempel-Aktionen gegen die
» Umgebung und Boliden werden kriegen ordentlich was ab.
Konkurrenz und Umgebung laden den eigenen Nitro-Boost auf und ohne diesen Geschwindigkeitsschub ist das Gewinnen von Rennen fast unmöglich. Anstatt also peinlich-genau auf der Ideallinie zu kleben, gehören regelmäßige Ausflüge in die Flora des Pistenrands zu eurem Fahrmanöver-Repertoire. Es stört die Tatsache, dass geschickte Aktionen am Gegner im Gegensatz zu Burnout Revenge nicht ausreichend belohnt werden. Drängt ihr den Kontrahenten zum Beispiel in einen Pfeiler oder dreht ihn, sodass er wenden muss, erhaltet ihr kaum bis gar keinen Boost.

Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern verlässt sich das Spiel auf eine ausgeprägte Physikengine anstatt unsichtbare Barrieren und Streckenschläuche, wie sie zum Beispiel in den Need for Speed-Teilen zum Einsatz kommen. Wie im Vorgänger ist also wieder jede Anzeigetafel, jeder Zaun und jede Laterne fachgerecht in ihre Einzelteile zerlegbar. Allerlei Objekte, die den Weg säumen, fliegen bei Berührung imposant und auf physikalisch korrekten Bahnen in alle Himmelsrichtungen. Bei allzu harten Aufprallen verabschiedet sich allerdings euer Fahrer und es katapultiert ihn kurzerhand durch die Windschutzscheibe. In der deutschen Version sitzen übrigens aus Jugendschutz-Gründen anstatt menschlichen Figuren Crashtest-Dummies hinter dem Steuer.

Vom Schotter auf den Asphalt
Herzstück des Spiels ist der Karriere-Modus: In diesem absolviert ihr etliche Events in den drei Serien Derby, Rennen und Straße. In jeder stehen dabei drei Spielarten auf der
» In den Derbys geht’s heftig zur Sache.
Tagesordnung: Die gewohnten, zu kleinen Turnieren zusammengefassten Einzelrennen führen den Spieler nun nicht mehr nur durch den Wald und über Wiesenwege, sondern bieten auch erstmals Stadtrennen und Hetzjagden durch idyllische Vorstädte. Ebenfalls zeigt ihr euer Können auch in Demolition Derbys. Bei diesen gilt es in einer Arena die gegnerischen Fahrzeuge zu schrotten und dabei möglichst lange durchzuhalten.

Fans des ersten Teils werden sich noch an die spaßig-absurden Stunt-Minispiele erinnern, bei denen der aus dem Wagen geschleuderte Fahrer kurzerhand als Bowling-Kugel oder Dartpfeil missbraucht wurde. Das Repertoire dieser Geschicklichkeitstest wurde nun stark erweitert und euer Dummy muss für Events wie Stone Skipping oder Torwartschießen diesmal auch im Karriere-Modus herhalten.

Multiplayer-Perle
Ebenfalls erweitert wurde der Umfang an fahrbaren Untersätzen: Pro Klasse sind Wagen mit unterschiedlichsten Eigenschaften im Tausch gegen hart verdiente Credits zu erwerben. Wer mit seiner Schaukel nicht zufrieden ist, erwirbt
» Sprünge erfordern genauen Umgang mit dem Gamepad.
hingegen kurzerhand einige Tuning-Teile, welche die inneren Werte der eigenen Karre verbessern. Doch Vorsicht ist geboten, viele Verbesserungen ziehen auch Abstriche mit sich. Außerdem wird nur die Leistung gesteigert, optische Spielereien wie Lackierungen oder Vinyls fehlen.

Da man bei BugBear gezielt die Schwächen des Vorgängers ausmerzte, gehören die Defizite im Multiplayer-Modus der Vergangenheit an. Im Online-Spiel sind nun erstmals alle Strecken, Wagen und Modi verfügbar, ein vorheriges Freispielen ist nicht nötig. Für langen Spaß sorgt hier das Turnier: Dabei kann eine beliebige Reihenfolge aus Rennen, Derbys oder Stunts festgelegt werden, für einen schnellen Einstieg gibt es vorgefertigte Turnierpläne. Zahlreiche weitere Einstellungsoptionen machen ein optimales Match möglich.

Auf die Augen und Ohren
Die Steuerung fällt jetzt deutlich Action-lastiger als im Vorgänger aus. Trotzdem erfordert sie viel Feingefühl, denn besonders nach Sprüngen reagieren die Autos sehr empfindlich. Das führt dazu, dass bereits nach der ersten Spielstunde
» Grafisch erste Sahne.
der Schwierigkeitsgrad ansteigt und den Titel anspruchsvoll ausfallen lässt. So erfordert jeder Wagen einen anderen Umgang: Im Golf-Lookalike führt daher der beherzte Umgang mit der Handbremse am schnellsten ins Ziel, während im amerikanischen Musclecar vorsichtiger Gaseinsatz gefordert ist, um den Boliden unter Kontrolle zu halten.

Die Grafik von FlatOut 2 fährt eindeutig ganz oben in der Liga der Playstation 2-Titel mit. Von einer leichten, durchgängigen Unschärfe abgesehen brilliert die Technik mit detailreichen Kursen und abwechslungsreichen Settings. Auch kurz vor dem Totalschaden ist an den individuell gestalteten Rennwagen noch jedes kleine Detail zu erkennen. Unterstrichen werden die Crash-Orgien von einem zünftigen Rock-Soundtrack. Das umfangreiche Repertoire beinhaltet dabei große Namen wie Nickelback, Papa Roach, Rob Zombie oder Audioslave und zeigt damit selbst Electronic Arts, wie ein ordentlicher Lizenz-Soundtrack auszusehen hat. Die ebenfalls gelungenen Crash- und Motorensounds werden dabei nahezu in den Hintergrund gespielt.
Pro
Brachiale Action
Realistische Physik
Umfangreich
Spaßige Minispiele
Gelungener Online-Modus
Makellose Grafik
Lizenz-Soundtrack
Contra
Empfindliche Steuerung
Belohungssystem mit Schwächen
Fazit
Was für ein Feuerwerk! FlatOut 2 bietet Action am laufenden Band. Direkt nach dem Start geht es los, wenn alle Mitstreiter durch Rempeln und Quetschen versuchen, sich mit dem ersten Boost an die Spitze zu setzen, sprühen die Funken und knautscht das Blech. Im weiteren Verlauf rast der Puls, wenn ich mit Höchstgeschwindigkeit den Vorausfahrenden mit voller Wucht von hinten abschieße. Schließlich stockt der Atem auf der Zielgeraden beim letzten gewagten Sprung in Richtung der rettenden Linie. Falls man diese überhaupt erkennt, denn schließlich ist jeder einzelne Gegenstand zerstörbar, einschließlich der Start- und Zielmarkierung. Wie es sich für eine vernünftige Fortsetzung gehört, erweiterten die Entwickler auch den Umfang: Mehr Wagen, mehr Strecken und, vor allem, mehr Minispiele. Diese bildeten für viele Zocker das Highlight im Vorgänger, weswegen sich alte Klassiker unter neue Minispielperlen mischen. Letztendlich profitiert davon auch der Online-Modus, denn alle Inhalte des Soloparts sind auch über das Internet mit Freunden zu nutzen. Leider bremsen jedoch die empfindliche, teils überreagierende Steuerung und die stellenweise harte KI den Spielspaß für Einsteiger. Oft sind viele Anläufe nötig, damit der goldene Pokal in die richtigen Hände wandert. Nichtsdestotrotz ist FlatOut 2 der Action-Rennspiel-Hit dieses Sommers, der sich vor Genregrößen der Burnout- und Need for Speed-Serie nicht verstecken brauch. Aufgrund nur minimaler Schwächen für fortgeschrittene oder frustresistente Zocker uneingeschränkt empfehlenswert.
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
   Arcade-Racer
Publisher
Eidos
Entwickler
Bugbear Enterta...
Website
www.flatoutgame...
Release
30. Juni 2006
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User-Bewertung
89
3 Bewertungen
0 Reviews
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